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Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall als Werksstudent

14.07.2015 17:27 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


15:46

Zusammenfassung:

Werksstudenten gelten als Arbeitnehmer. Im Krankheitsfall hat der Werksstudent daher einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung (§ 3 EFZG). hebeln.

Hallo lieber Anwalt,

Ich bin seit dem Februar diesen Jahres als "Werkstudent" eingestellt. (ich arbeite bei diesen Arbeitgeber schon seit 2012, vorher als Minijobber und zwischenzeitlich auch in Teilzeit)

Nun war ich Ende letzten Monats für eine Woche Krankgeschrieben. Dies habe ich dem Arbeitgeber umgehend gemeldet und auch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen umgehend eingereicht.

In besagter Woche war ich für 12 Stunden laut Dienstplan eingeteilt.

Auf explizite nachfrage meinerseits weigert sich jedoch mein Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung für diese Woche.

Seine Argumentation:
Ich sei ja "nur" Werkstudent, da habe ich auf sowas keinen Anspruch.
Er musste ja durch meine Krankheit kurzfristig einen Kollegen zu meinem Ersatz einsetzen, den er bezahlen muss (meistens sind wir allein im laden, daher der nötige Ersatz)
Meine Argumentation: Ich bin nicht "nur" Werkstudent, sondern ganz normaler Arbeitnehmer in Teilzeit nach Werkstudentenregelung. Das will aber anscheinend nicht so ganz in seinen Kopf. (ich habe z.B. auch keinen bezahlten Urlaub, aber das steht auf einem anderen Blatt)

Weiterhin beruft er sich auf meinen Arbeitsvertrag:
"Der Arbeitnehmer wird nach Bedarf beauftragt. Die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage und die Festlegung von Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeiten richten sich nach den Weisungen des Arbeitgebers. Der Arbeitnehmer erklärt sich hiermit bereit, bei Bedarf pro Woche mindestens 15 Stunden pro Woche zu arbeiten. Zusätzlich verpflichtet sich der Arbeitnehmer, eine Abendschicht pro Woche sowie zwei Wochenendschichten pro Monat zu übernehmen"

Seine Argumentation hier: wenn ich Krank bin, hat er keinen Bedarf an meiner Arbeitskraft und somit ist er auch nicht zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. (wort wörtlich)
Meine Argumentation: Ich war eingeteilt laut Dienstplan und somit bestand zum Zeitpunkt meiner Krankheit offensichtlich bedarf an meiner Arbeitskraft.


Nachdem ich erneut ein klärendes persönliches Gespräch suchte, reagierte er nur Sauer und machte Anspielungen, dass ich mir gerne einen anderen Job suchen könne. Jedoch bin ich als Student auf den Nebenjob angewiesen und dessen ist er sich offensichtlich bewusst und versucht mich hier in eine Zwangslage zu pressen.

Nun meine Frage:
Ist die Argumentation meines Arbeitgebers (gerade bezüglich der Arbeitszeit laut Vertrag) tatsächlich korrekt und ich habe keinen Anspruch auf eine Entgeldfortzahlung?
Ist seine argumentation falsch? Wie kann ich jetzt weiter verfahren?


Beste Grüße

14.07.2015 | 18:45

Antwort

von


(81)
Beethovenstraße 2
60325 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: https://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

das Ergebnis nehme ich vorweg: Sie haben einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung ergibt sich aus § 3 Abs. 1 EFZG . Diese Regelung findet gleichermaßen auf vollbeschäftigte Arbeitnehmer, Minijobber und Werksstudenten Anwendung.

Die Argumentation Ihres Arbeitgebers, wonach im Krankheitsfall kein Arbeitsbedarf bestehe und daher keine Lohnfortzahlung zu leisten sei, ist offenkundig falsch. Fakt ist: Der Gesetzgeber möchte den Arbeitnehmer im Krankheitsfall wirtschaftlich so stellen, als hätte er gearbeitet. Mit der Argumentation Ihres Arbeitgebers ließe sich dieser gesetzliche Zweck vollkommen aus den Angeln hebeln.

Da Sie in der entscheidenden Woche für 12 Stunden eingeplant waren, haben Sie einen Anspruch auf Vergütung für exakt diesen Zeitraum.

Sie sollten Ihren Arbeitgeber daher schriftlich zur Zahlung auffordern und mitteilen, dass Sie die Frage der Entgeltfortzahlung anwaltlich überprüft haben. Für den Fall, dass eine Zahlung dennoch nicht stattfindet, bleibt Ihnen leider nur der Weg einer arbeitsgerichtlichen Klage.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 15.07.2015 | 10:53

Danke für die schnelle Antwort.

Ich habe zunächst gestern bereits formal Widerspruch gegen die Lohnabrechnung eingelegt um etwaige Fristen nicht verstreichen zu lassen.

Nun tue ich mich bei der Zahlungsaufforderung an meinen Arbeitgeber schwer mit dem setzen einer angemessenen Frist. Was wäre Hier angemessen? 7 Tage? 14 Tage?

Beste grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.07.2015 | 15:46

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Bei einer Geldforderung ist eine Frist von einer Woche mehr als ausreichend. Sorgen müssen Sie sich aber auch bei einer zu kurzen Frist nicht machen, da sich diese automatisch auf eine angemessene Frist verlängern würde.

Ich rate Ihnen daher, den Arbeitgeber zur Zahlung innerhalb von einer Woche aufzufordern.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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