Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Besteuerung Fruehpensionierung/Abfindung von deutscher Firma bei Wohnsitz Brasilien

13.04.2020 20:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Folgender Sachverhalt: Ich bin 58 Jahre alt und seit 25 Jahren bei einem deutschen Automobilkonzern beschäftigt, davon die letzten 3 Jahre als Expat in den USA. Ich habe jedoch keinen steuerlichen Wohnsitz in Deutschland und laut meinem Arbeitgeber und dessen Steuerberatungsgesellschaft unterliege ich deshalb in Deutschland der beschränkten Steuerpflicht. Da ich keine Einkünfte in Deutschland welche der beschränkten Steuerpflicht unterliegen habe, wurde für mich für die letzten Jahre keine Steuererklärung in Deutschland erstellt und mein gesamtes Einkommen in den USA versteuert.

Mein Arbeitgeber hat mir nun im Anschluss an meine Entsendung ein interessantes Angebot zur Frühpensionierung gemacht. Meine Entsendung endet zum 31.12.2020. Das Frühpensionierungsangebot meines deutschen Arbeitgebers ist eine Ueberbrückungszahlung bis zum frühest möglichem Renteneintritt mit 63 Jahren. Diese Zahlung kann als Einmalzahlung oder auch monatlich erfolgen.

Da meine Frau aus Brasilien stammt, haben wir vor direkt von den USA nach Brasilien überzusiedeln., d.h. unser Wohnsitz ist ab 1.1.2021 dauerhaft in Brasilien. In Brasilien werde ich keine weiteren Einkünfte haben, dh. die Zahlungen meines Arbeitgebers ab dem 1.1.2021 sind mein einziges weltweites Einkommen.

Soweit ich informiert bin gibt es zwischen Deutschland und Brasilien kein DBA. Meine Frage ist nun wie die Zahlungen aus der Frühpensionierung steuerlich zu betrachten sind und welcher Staat hier das Besteuerungsrecht hat.

Ist diese Frühpensionierungszahlung steuerlich wie eine Abfindung anlässlich der Beendigung des Dienstverhältnisses zu betrachten oder eher wie eine Abfindung mit Versorgungscharakter oder wie eine Rentenzahlung?
Ware ich durch diese Zahlung in Deutschland weiterhin beschränkt steuerpflichtig und muss diese Einkünfte in Deutschland versteuern, oder steht dem brasilianischem Staat hier das alleinige Besteuerungsrecht zu?
Hat die USA noch irgendwelche steuerlichen Rechte ab 2021?
Spielt es steuerlich eine Rolle ob die Zahlung als Einmalzahlung in 2021 oder monatlich bis zum frühestem möglichen Renteneintritt erfolgt?
Kommt bei einer evtl. Steuerpflicht in D die Fünftel Regelung zum Tragen?
Kann bei einer evtl. Steuerpflicht in D eine unbeschränkte Steuerpflicht beantragt werden um in den Genuss des Grundfreibetrages etc. zu kommen?

Vielen Dank!

13.04.2020 | 22:07

Antwort

von


(199)
Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Sehr gerne möchte ich Ihnen Ihre Fragen auf der Grundlage ihrer Angaben im Rahmen dieser Erstberatung beantworten.

Da meine Recherche noch andauert bitte ich Sie zu entschuldigen, dass ihr mein Ergebnis per E-Mail bzw. der Ergänzungsfunktion nachreiche.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 05.06.2020 | 23:26

Sehr geehrter Herr Krämer,

nun haben sich die Szenarien aus meiner ersten Anfrage etwas gelichtet und ich möchte sie bitten im Rahmen der Rückfragemöglichkeit nochmals Stellung zu nehmen.

Ich bin nach wie vor in Deutschland beschränkt steuerpflichtig, muss keinerlei Steuererklärung in D abgeben, und werde dies auch bis zu meinem Ausscheiden am 31.12.2020 bleiben. Ab dem 1.1.2021 wird mein Wohnsitz in Brasilien sein welches kein DBA mit Deutschland unterhält.

Ich werde also weiterhin in Deutschland beschränkt steuerpflichtig bleiben, oder evtl. auch überhaupt nicht mehr steuerpflichtig sein, wenn es diesen Status für mich als deutschen Staatsbürger überhaupt gibt.

Meine Abfindung wird als Einmalzahlung im Januar 2021 ausgezahlt werden, daher gehe ich nach wie vor davon aus, dass dem brasilianischen Staat das alleinige Besteuerungsrecht meines Welteinkommens zusteht. Dabei ist anzumerken, dass mein Welteinkommen bis zum Eintritt ins Rentenalter im Jahr 2025 nur diese Abfindung sein wird, da ich vorhabe keiner Erwerbstätigkeit mehr nachzugehen.

In Brasilien ist laut Auskunft meines dortigen Beraters eine Abfindungszahlung steuerfrei.

Laut Ihrer Erstauskunft steht dem deutschen Staat kein Besteuerungsrecht zu, da diese Abfindung zum Ausgleich des Verlustes des Arbeitsplatzes nach § 49 EStG: Beschränkt steuerpflichtige Einkünfte nicht beschränkt steuerpflichtig ist. Sollte die Auskunft meines brasilianischen Beraters richtig sein, hebe ich eigentlich die Voraussetzungen erfüllt meine Abfindung weltweit nicht versteuern zu müssen. Können sie das nochmal bestätigen?

Spielt es steuerlich eine Rolle ob mein Arbeitgeber die Zahlung auf ein deutsches oder ein brasilianisches Konto überweist?

Mein Arbeitgeber sieht die steuerliche Situation jedoch etwas anders und möchte meine Abfindung trotzdem in Deutschland versteuern. Der Bequemlichkeit halber. Ich könne mir ja die evtl. nicht rechtmäßig abgezogenen Steuern per Steuererklärung im Folgejahr zurückholen.

Welche exakten Schritte muss ich einleiten, damit mein Arbeitgeber veranlasst wird, mir die Abfindung brutto ohne Steuerabzug auszubezahlen, oder hat er das Recht wie oben beschrieben vorzugehen?

Wenn es keine Möglichkeit dazu geben sollte, kann ich meinen Arbeitgeber auffordern hier nach der Fünftel Regel zu versteuern? Die Voraussetzungen dafür sehe ich als gegeben an.

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.06.2020 | 16:20

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihnen Ihre Nachfrage beantworten. Bitte entschuldigen Sie die zeitliche Verzögerung.

Spielt es steuerlich eine Rolle ob mein Arbeitgeber die Zahlung auf ein deutsches oder ein brasilianisches Konto überweist?

Grundsätzlich nicht! Für die Steuerpflicht in Deutschland kommt es nur darauf an, ob Sie beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland sind. Trotzdem rate ich aus Gründen der Vorsicht dazu das Geld auf ein brasilianisches Konto zahlen zu lassen, um wirklich absolut gar keinen Anknüpfungspunkt in Deutschland zu setzen.


Mein Arbeitgeber sieht die steuerliche Situation jedoch etwas anders und möchte meine Abfindung trotzdem in Deutschland versteuern. Der Bequemlichkeit halber. Ich könne mir ja die evtl. nicht rechtmäßig abgezogenen Steuern per Steuererklärung im Folgejahr zurückholen.

Ja! Wenn Ihr Arbeitgeber Lohnsteuer abführt, die oberhalb des Betrag liegt, der als Einkommensteuer festzusetzen wäre, erhalten Sie die Differenz im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erstattet. Ich würde mir aber von Ihrem Arbeitgeber ausdrücklich erläutern lassen, warum er von einer Steuerpflicht in Deutschland ausgeht.

Welche exakten Schritte muss ich einleiten, damit mein Arbeitgeber veranlasst wird, mir die Abfindung brutto ohne Steuerabzug auszubezahlen, oder hat er das Recht wie oben beschrieben vorzugehen?

Die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag müssten sich aus brasilianischem Recht ergeben, sodass ich hierzu keine Aussage treffen kann. Sie sollten aus meiner Sicht deshalb eine einvernehmliche Lösung mit Ihrem Arbeitgeber anstreben.

Wenn es keine Möglichkeit dazu geben sollte, kann ich meinen Arbeitgeber auffordern hier nach der Fünftel Regel zu versteuern? Die Voraussetzungen dafür sehe ich als gegeben an.

Auch ohne Prüfung der Voraussetzungen würde ich spontan ebenfalls davon ausgehen. Ihr Arbeitgeber müsste dies üblicherweise auch berücksichtigen. Allerdings dürfte sich dies nach brasilianischem Recht beurteilen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne weiterhin per E-Mail (m.kraemer@mbk-office.de) zur Vefügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt



Ergänzung vom Anwalt 13.04.2020 | 23:27

Sehr geehrter Fragesteller,

wie versprochen werde ich Ihnen im Folgenden auf Ihre Frage antworten:

Leider kann ich Ihnen keine verbindliche Auskunft darüber erteilen, wie das Besteuerungsrecht im Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Brasilien geregelt ist. Hierfür müssten Sie einen steuerlichen Berater konsultieren, der in den USA bzw. in Brasilien tätig ist.

Dem deutschen Staat steht jedenfalls kein Besteuerungsrecht zu. Wie Sie richtig beschrieben haben, unterliegen Sie in Deutschland lediglich der beschränkten Steuerpflicht. Welche Einkünfte der beschränkten Steuerpflicht unterliegen, ist in § 49 EStG: Beschränkt steuerpflichtige Einkünfte des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Eine solche Steuerpflicht sehe ich nicht, sodass Sie in Deutschland weiterhin keine Steuererklärung abgeben müssen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe Ihnen selbstverständlich für Fragen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(199)

Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Erbrecht, Zivilrecht, Strafrecht, Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Sozialrecht, Immobilienrecht, Versicherungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 88761 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette Anwältin. Schnelle Antwort. Sehr ausführlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich empfehle diesen Anwalt weiter! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat mir wirklich weitergeholfen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER