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Erwerb Eigentumswohnung in Deutschland mit Wohnsitz in USA - Steuerpflicht

| 24.10.2020 18:06 |
Preis: 75,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Ich lebe mit einer 'Green Card' in USA und bin dort steuerpflichtig. zZt habe ich keine Einnahmen, ausser eventuellen Gewinnen aus Geldanlagen, da ich im Vorruhestand bin. In der Zukunft kommen ggf Einnahmen aus selbstaendiger Tätigkeit hinzu.
Meinen Wohnsitz in Deutschland habe ich bereits vor etlichen Jahren aufgegeben, da ich beruflich im Ausland taetig war.

Ich möchte mir nun eine Wohnung in Deutschland kaufen, die ich gelegentlich ( weniger als 6 Monate im Jahr ) selbst nutzen werde, ansonsten aber einem Familienmitglied zur Verfügung stelle.

Muss ich dafür einen Wohnsitz in Deutschland anmelden und werde ich dadurch steuerpflichtig oder
kann ich mir ohne Wohnsitz in Deutschland eine Wohnung kaufen und selbst nutzen?

Dadurch leitet sich auch die zweite Frage ab - sind Einnahmen von Geldanlagen/Investitionen in USA steuerpflichtig in Deutschland?

Vielen Dank fuer die Hilfe!





24.10.2020 | 19:56

Antwort

von


(222)
Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihre Frage auf der Grundalge Ihrer Angaben im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:


Muss ich dafür einen Wohnsitz in Deutschland anmelden und werde ich dadurch steuerpflichtig oder kann ich mir ohne Wohnsitz in Deutschland eine Wohnung kaufen und selbst nutzen?

Einen Wohnsitz müssen Sie pauschal nicht anmelden. Gemäß § 27 Absatz 2 Bundesmeldegesetz
(BMG) gilt für Personen, die im Ausland wohnen und nicht nach § 17 BMG im Inland gemeldet sind, dass sie sich dann melden müssen, wenn sie für einen längeren Zeitraum als 3 Monate eine Wohnung beziehen. Dies ist jedoch eine rein melderechtliche Fragestellung und hat keine Auswirkungen auf die steuerliche Beurteilung des Sachverhaltes.

Im Steuerrecht kommt es auf die Frage an, ob es sich bei der Wohnung, die Sie erwerben und teilweise beziehen wollen um eine Wohnung im Sinne des § 8 Abgabenordnung (AO ) handelt. Nur wenn Sie eine Wohnung in diesem Sinne unterhalten, unterliegen Sie gemäß § 1 Absatz 1 Satz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland. Daraus folgt, dann, dass Sie grundsätzlich Ihr gesamtes Welteinkommen in Deutschland zu versteuern hätten. Da sie zudem auch in den USA unbeschränkt Steuerpflichtig sein dürften, kommt dann das zwischen Deutschland und den USA geschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen zur Anwendung. Dies dürfte eine Doppelbesteuerung weitestgehend verhindern. Trotzdem wäre diese Konstellation mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden, weshalb darauf zu achten sein dürfte, keine Wohnung im Sinne des § 8 AO in Deutschland innezuhaben.

Wenn Sie beispielsweise die Wohnung an einen Familienangehörigen vermieten, diesem den Besitz überlassen und gelegentlich zu urlaubszwecken zu Besuch vor Ort sind, wäre hierin kein Wohnsitz in diesem Sinne zu sehen. Wer sich - auch in regelmäßigen Abständen - in der
Wohnung eines Angehörigen oder eines Bekannten aufhält, begründet dort ebenfalls keinen Wohnsitz (BFH-Urteil vom 24.10.1969, IV 290/64 , BStBl 1970 II S. 109 ), sofern es nicht wie im Fall einer Familienwohnung oder der Wohnung einer Wohngemeinschaft gleichzeitig die eigene Wohnung ist.

Ein Leerstand und eine regelmäßige Nutzung ist jedoch problematisch. Zwar sind grundsätzlich kurzfristige Aufenthalte unschädlich, jedoch ergeben sich hieraus Schwierigkeiten bei der Frage, welcher Zeitrauch noch als kurzfristig anzusehen ist. So genügt es genügt, dass die Wohnung z.B. über Jahre hinweg jährlich regelmäßig zweimal zu bestimmten Zeiten über einige Wochen benutzt wird (BFH-Urteil vom 23.11.1988, II R 139/87 , BStBl 1989 II S. 182 ), um einen Wohnsitz in diesem Sinne zu begründen. Nicht erforderlich ist nämlich, dass sich der Steuerpflichtige während einer Mindestanzahl von Tagen oder Wochen im Jahr in der Wohnung aufhält (BFH-Urteil vom 19.3.1997, I R 69/96 , BStBl II S. 447).

Zusammengefasst ist der Tatbestand sehr schnell erfüllt, sodass hier höchste Vorsicht geboten ist, wenn man die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland vermeiden will.


Dadurch leitet sich auch die zweite Frage ab - sind Einnahmen von Geldanlagen/Investitionen in USA steuerpflichtig in Deutschland?

Das Doppelbesteuerungsabkommen USA/Deutschland weist dem Vertragsstaat in dem sich die Immobilie befindet das Besteuerungsrecht zu. Allerdings ohne es dem Ansässigkeitstaat (hier USA) zu versagen. In einem solchen Fall bestimmt das DBA in Artikel 23, dass die in Deutschland auf die Vermietungseinkünfte gezahlte Steuer in den USA angerechnet wird.

Für Rückragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 26.10.2020 | 11:29

Vielen Dank fuer die schnelle Rueckantwort.

Darf ich nochmals um Klärung bitten bezgl. der Bedingung wenn die Wohnung leer steht.
Falls die Wohnung nicht regelmäßig genutzt wird sondern nur sporadisch und also nicht regelmäßig zweimal zu bestimmten Zeiten über einige Wochen benutzt wird, dann ist eigentlich keine Grundlage fuer einen Wohnsitz gegeben. Habe ich das richtig verstanden.

Nochmals herzlichen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.10.2020 | 11:52

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage beantworten. Auch danach stehe ich Ihnen gerne für weitere Verständnisfragen per E-Mail (m.kraemer@mbk-office.de) zur Verfügung, bis auch der fünfte Stern in Sachen Verständlichkeit verdient ist.

Leider ist es so, dass sich dies rechtssicher nicht mit ja oder nein beantworten lässt. Grundsätzlich ist es so, dass Sie eine Wohnung innehaben, wenn sie jederzeit und unbeschränkt darüber verfügen können. Dies wäre bereits bei einer nicht vermieteten Wohnung der Fall. Zwar sind kurzfristige Aufenthalte in der Wohnung grundsätzlich unschädlich jedoch lässt sich nicht konkret (in Tagen oder Wochen) sagen, was noch als kurzfristig anzusehen ist und was nicht. Solange sich der Aufenthalt auf übliche Ferienzeiträume von etwa 2 Wochen im Jahr beweg, würde ich hierin nicht die Begründung eines Wohnsitzes sehen.

Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen, wie versprochen, gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.10.2020 | 11:55

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