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Berliner Testament, neuer Ehepartner

05.08.2020 19:54 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Meine Mutter hat mit meinem Stiefvater ein notariell beglaubigte Berliner Testament verfasst.
Hinsichtlich der Inhalte hüllt sie sich in Schweigen - mir ist lediglich bekannt, dass sie sich gegenseitig "absichern" wollen.
Daher gehe ich davon aus, dass sie sich gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt haben.
Ich gehe davon aus, dass Gütertrennung besteht.
Sie besitzen z. Zt. jeder eine Eigentumswohnung mit annähernd gleichem Wert und bauen jetzt noch ein Haus dessen gemeinsame Eigentümer sie sind.
Ich bin das einzige Kind meiner Mutter, mein Stiefvater hat zwei Kinder, davon hat seine Tochter wiederum zwei Töchter, der Sohn ist kinderlos.
Die Kinder meines Stiefvaters haben jeweils eine Eigentumswohnung erhalten, davon eine 1994 aus dem alleinigen Eigentum meines Stiefvaters und eine 2015 aus dem gemeinsamen Eigentum der beiden.
Dafür haben sie nach ihrer Aussage einen Erbverzicht unterschrieben.
Ich habe bisher nichts bekommen und nichts unterzeichnet.

Wenn meine Mutter z.B. in 10 Jahren stirbt und mein Stiefvater das Darlehen für das Haus weiter abträgt, welchen Umfang hat dann eigentlich mein späterer Erbteil nach seinem Tod?
Werde ich dann auf den Wert reduziert, den das Haus zum Tod meiner Mutter hatte oder erbe ich dann auch den Mehrwert?

Wie lange habe ich nach dem Tod meiner Mutter Zeit, meinen Pflichtteil zu beanspruchen und kann ich vielleicht stattdessen mit meinem Stiefvater eine Vereinbarung treffen, um mich davor zu schützen, dass bis zu seinem Tod nicht alles, z.B. durch Einsetzung eines Betreuers und Pflege verbraucht ist?

Ich bin 57 und seit meiner Kindheit krank, mein Stiefvater ist nur 14 Jahre jünger als ich.
Ist es nicht eigentlich sittenwidrig, mich durch ein derartiges Testament quasi zu enterben, da ich durch meine vielen Krankheiten damit rechnen muss, möglicherweise vor meinem Stiefvater zu versterben?


05.08.2020 | 22:24

Antwort

von


(281)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Zunächst zur Frage der Sittenwidrigkeit: Ein Testament, in dem sich die Ehegatten gegenseitig als Alleinerben einsetzen ist sicherlich nicht sittenwidrig. Das gilt auch dann, wenn einer der Ehegatten jünger als ein Kind aus erster Ehe ist und dieses Kind bekanntermaßen chronisch oder schwer krank ist. Es herrscht in Deutschland Testierfreiheit, deswegen können die Mutter und deren Ehemann ein Testament mit diesem Inhalt wirksam errichten.

Wie hoch Ihr Erbteil nach dem Stiefvater wäre, wenn die Mutter zuerst versterben sollte, kann ich Ihnen nicht sagen. Dies einfach deswegen weil sich das ausschließlich nach dem Testament richtet. Von einem Irrtum muss ich Sie allerdings leider befreien: Sie wären nur dann gesetzlicher Erbe des Stiefvaters wenn dieser Sie adoptiert hätte. Ansonsten bekämen Sie nach dem Tode des Stiefvaters nur dann überhaupt etwas, wenn Sie im Testament bedacht wären.

Wenn also die Mutter zuerst versterben sollte, der Stiefvater Alleinerbe wird und Sie nicht als testamentarische Erbin nach dem Stiefvater bedacht sind kann es durchaus sein, dass Sie lediglich Anspruch auf einen Pflichtteil nach dem Tode der Mutter hätten. Diesen Pflichtteil können Sie binnen drei Jahren Nach dem Tode der Mutter geltend machen sofern Sie im Testament der Eheleute enterbt worden. Es würde sich also in dem Fall dringend empfehlen nach dem Tode der Mutter mit dem eröffneten ein Testament zeitnah anwaltliche Hilfe zu suchen. Erst in Kenntnis des Testaments kann man Aussagen machen wie Sie ihre Ansprüche am besten wahren.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

Rückfrage vom Fragesteller 05.08.2020 | 22:48

Ich gehe davon aus, dass meine Mutter nicht zur Nacherbin ihrer Vermögensanteile macht, da sie meinen derzeitigen Gesundheitszustand nicht kennt und auch auf keinen Fall etwas für die Nachkommen meines Stiefvaters hinterlassen will.
Seinen Anteil bekommen seine Nachfahren ihren bekomme ich.
Wie sieht es also mit der Wertsteigerung und der Tilgung des Hauses nach ihrem Tod aus?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.08.2020 | 12:21

Sehr geehrte Fragestellerin,


Zu Ihrer Nachfrage Folgendes:

Wenn Sie Nacherbin der Mutter werden, dann bekommen Sie auch den Mehrwert, der durch die weitere Tilgung des Darlehens durch den Stiefvater entsteht. Als Nacherbin würden Sie dann nämlich Eigentümerin des Hausanteils der Mutter so wie dieser eben zu dem Zeitpunkt ist.

Wenn die Eheleute das so nicht wollen, dann bestünde die Möglichkeit, im Testament diesem Wert zum Beispiel durch Vermächtnisse an Dritte noch zu mindern. Das hängt aber vom Inhalt des Testaments ab, den wir nicht kennen. Grundsätzlich sind Sie dann Eigentümer des Anteils am abbezahlten Haus und bekommen also auch den Mehrwert.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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08056 Zwickau
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