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Berechnung von Zugewinn, Anfangsvermögen


13.04.2007 09:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Bei Eheschließung im Jahre 1969 besaß ich eine Immobilie, die damals einen Wert von 40.000 DM hatte. Im Jahre 1985 wurde die Immobilie verkauft und 140.000 DM erlöst. Das Geld wurde zum Teil für Einrichtungen etc. ausgegeben und mit einem anderen Teil (50.000 DM) im Jahre 1997 eine Immobilie im Ausland gekauft, die derzeit zum Stichtag einen Verkehrswert von 200.000 DM besitzt.

- Ist diese Immobilie, die ich zum Zeitpunkt der Eheschließung besaß, lediglich mit 40.000 DM + Indexierung als Anfangsvermögen in die Berechnung einzusetzen?, oder/und ist die Wertsteigerung zwischen 1969 bis 1985 im Betrag von 100.000 DM als Zugewinn + Indexierung anzusetzen ?, oder beträgt mein Anfangsvermögen 140.000 DM + Indexierung (1985 bis 2007) ?

- Da ich nachweisen kann, daß ein Teil des Geldes (50.000 DM) aus dem Verkauf in 1985 zum Kauf der Immobilie im Ausland in 1997 verwendet wurde, stellt sich für mich zusätzlich die Frage, ob die neue Immobilie im Ausland nicht zusätzliches Anfangsvermögen im Wert von 200.000 DM darstellt und dieser Betrag vom Zugewinn aus anderen Vermögenswerten in Abzug zu bringen ist?

Meine Frau trat 1969 ohne Vermögen in die Ehe. 1970 wurde mit meiner Hilfe und Geld die Hälfte ihres „Wohnhauses“ von ihrer Tante für 40.000 DM gekauft und grundbücherlich auf ihren Namen eingetragen. Die zweite Hälfte gehörte ihrer Mutter. Diese zweite Hälfte erbte sie dann von ihrer Mutter im Jahre 1977. Die Immobilie, die damit in vollem Eigentum meiner Frau stand, wurde in 1987 für 300.000 DM verkauft. Dieser Erlös wurde zum Teil verbraucht und ein anderer Teil zum Kauf einer Immobilie im Ausland für 185.000 DM verwendet, die derzeit einen Wert von 600.000 DM darstellt.

- Wie berechnet sich das Anfangsvermögen meiner Frau? Ist ein Zugewinn zwischen 1977 und 1987 zu berücksichtigen?

- Ist ein Zugewinn von 1977 bis dato zu berücksichtigen, da die neue Immobilie im Ausland mit dem Erlös der „alten“ Immobilie (1987 verkauft) gekauft wurde?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst gehe ich nach Ihrer Schilderung davon aus, dass die Immobilien im Ausland im Eigentum nur jeweils eines Ehegatten stehen.

Unter zu Grundelegung dieser Voraussetzung möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

In Ihrem Fall sind nur die 40.000,00 DM + Indexierung dem Anfangsvermögen zuzurechnen.

Einschlägig ist hierbei § 1374 BGB.

Demgemäß ist Anfangsvermögen das Vermögen, das einem Ehegatten zum Zeitpunkt der Eheschließung gehörte oder das er später geerbt oder im Wege der vorweggenommenen Erbfolge oder durch Schenkung oder als Ausstattung erworben hat.

Demgemäß sind nur die 40.000,00 DM + Indexierung dem Anfangsvermögen zuzurechnen.

Die Immobilie im Ausland ( 200.000,00 DM ) ist Endvermögen.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die erste Immobilie an Wert gewonnen hat und mit dem Erlös aus dem Verkauf das Auslandsobjekt erworben wurde. Diese Vermögenssteigerung kann nicht dadurch umgangen werden, dass nun eine Erhöhung des Anfangsvermögen konstruiert wird.

Sinn und Zweck des Zugewinnausgleiches ist es gerade, dass solche Vermögenssteigerung, von denen beide Ehegatten weiter profitiert hätten, wenn die Ehe nicht gescheiter wäre, auszugleichen.

Bei Ihrer Frau verhält es sich wie folgt:

Anfangsvermögen ist nur der Wert der "Hälfte" des Hauses + Indexierung, das Ihre Frau nach dem Tod der Mutter geerbt hat. Insoweit verweise ich auf meine Ausführungen zu § 1374 BGB.

Es verhält sich bei der Veräußerung des Grundstückes wie in Ihrem Fall.

Der Wert des Endvermögens ist der Wert des Hauses, 600.000 DM.

Auch sind die verschiedenen Zeiträume nicht zu berücksichtigen und ein Zugewinn ist nicht nur einem bestimmten Zeitraum zuzuordenen.

Die rein überschlägige Betrachtung würde daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu einen Zugewinnanspruch von Ihnen gegen Ihre Frau führen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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