Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Berechnung eines finanziellen Erbausgleichs bei 3 Erben und 2 Immobilien


| 04.09.2017 08:39 |
Preis: 70,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden


Im Testament der Eltern werden 2 Immobilien an 3 Geschwister vererbt mit der Maßgabe, unter sich einvernehmlich einen Wertausgleich herzustellen.
Immobilie A (3-Familienhaus) geht als nicht-befreites Vorerbe an die Schwester (76 Jahre). Immobilie B (Ein-Familien-Reihenhaus) geht an Sohn 1 (66 Jahre) als normales Erbe. Er teilt sich in freiwilliger Abmachung das Erbe mit Sohn 2 (73 Jahre), dessen zu erbendes Haus von den Erblassern schon vor dem Erbfall verkauft wurde. Diese Änderung im Erbe wurde vergessen ins Testament aufzunehmen. Immobile A hat einen Schätzwert von 350 000 Euro, einen Mietertrag von ca. 1 700 Euro/Monat (incl. Mietwert der von der Schwester bewohnten 2 Wohnungen im Haus). Immobilie B hat einen Schätzwert von ca. 150 000 Euro und einen Mietertrag von 600 Euro/Monat. Nacherben für Immoblie A sind die Enkel der Erblasser, in dem Fall nur die Kinder der Brüder.
Nach dem Willen der Erblasser ist eine wirtschaftliche Gleichstellung der Kinder angeordnet, verbunden mit Wertausgleichszahlungen. Die Schwester kann und will ihr Erbe nicht verkaufen, hat also von dem "theoretischen" Hauswert von 350 000 nichts, hat aber wesentlich höhere Mieteinnahmen. Der Sohn/die Söhne könnten dagegen theoretisch das Haus verkaufen, teilen sich aber nur die wesentlich geringere Miete im Vergleich zur Schwester.
Wenn man grundsätzlich davon ausgeht, dass jedem Kind 1/3 Erbe zusteht, sind Ausgleichszahlungen wahrscheinlich unvermeidlich. Dabei ist sicher auch zu berücksichtigen, dass die Schwester den höheren Hauswert im Gegensatz zu den Brüdern nicht realisieren kann (Erbabschlag). Ihr eigentlicher Vorteil besteht nur in der wesentlich höheren Miete.

Meine Frage:
Wie müsste ein juristisch korrekter, im Sinne des Testaments gerechter finanzieller Ausgleich in konkreten Zahlen aussehen?


04.09.2017 | 09:32

Antwort

von


60 Bewertungen
Gebrüder-Lang-Straße 24
61169 Friedberg
Tel: 06031 160 4848
Web: ra-krueckemeyer.com
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringfügige Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen können.

Zur Klarstellung: Ich verstehe Sie so, dass Ihre Eltern die Immobilien zu Händen eines bestimmten Kindes vermacht haben aber einen finanziellen Ausgleich wollten.
Es ist nicht so, dass die Eltern Ihnen gemeinsam die Immobilien vermachten und Sie unter sich die Eigentumsverhältnisse klären wollten und daher die Immobilien verteilt haben. Sollte dies der Fall sein bitte ich das über die Nachfrageoption klarzustellen.

Alle Kinder sollten zu gleichen Teilen erben. Hierfür ist der aktuelle Marktwert der Immobilien zu ermitteln. Ihren Angaben zur Folge liegen diese bei 350.000 € sowie bei 150.000 €, der Mietertrag spielt für die Wertermittlung keine Rolle.
Der Gesamtwert beträgt somit 500.000 €, dieser ist durch die Anzahl der Erben zu teilen. Es ergibt sich somit für jeden Erben ein Anspruch auf Zahlung von 166.666,66 € (500.000 €/3).
Das heißt Ihre Schwester ist zum Ausgleich verpflichtet. Davon ausgehend, dass Sie und Ihr Bruder jeweils 75.000 € aus der anderen Immobilie erhalten, so sind jeweils zu zahlen 91.666,66 € (166.666,66 € - 75.000 €). Dabei ist nicht von Belang, dass Ihre Schwester als nicht befreite Vorerbin nicht über das Erbe verfügen kann. Sie muss die Zahlungen aus Ihrem sonstigen Vermögen oder Einnahmen (zum Beispiel den Mieteinnahmen) begleichen. Sollte Sie sich hier weigern (oder es Ihr einfach nicht möglich sein) besteht die Möglichkeit den Anspruch titulieren zu lassen (entweder vor dem Notar oder vor Gericht mit sofortigem Anerkenntnis bei Einigkeit). Dieser Titel ließe sich dann 30 Jahre vollstrecken (zum Beispiel gegen die Nacherben, die dann das Gebäude verkaufen könnten).
Die unterschiedlich hohen Mieteinnahmen spielen für die Erbmasse keine Rolle da sie erst nach dem Erbfall anfallen und keine Erbengemeinschaft in Bezug auf die Häuser besteht da die Eltern diese Häuser den jeweiligen Kinder zu gedacht haben und damit die Nutzungen gezogen werden sollten. (Anders wenn Sie selbst die Verteilung vorgenommen haben).

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 05.09.2017 | 11:05

Sehr geehrter Herr Krueckemeyer,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Meine Nachfrage: Sie schließen juristisch aus, dass die nicht-befreite Vorerbschaft zu einem Abschlag beim Erbausgleich führt. Müsste man – unter moralischen Gesichtspunkten und im Sinne eines vom Erblasser gewünschten „einvernehmlichen" Ausgleichs- nicht doch einen Abschlag in Erwägung ziehen, um z.B. in einer Mediation zu einem befriedigenden, schnellen Ergebnis zu kommen. Ein Titulieren des Anspruches, der sich dann noch auf die Nacherben erstreckt, wollen wir vermeiden.
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.09.2017 | 13:05

Sehr geehrter Fragesteller,

die nicht befreite Vorerbschaft führt nicht zu einem Abschlag beim Erbausgleich! Es ist in dem Zusammenhang äußerst fraglich ob eine wirksame Vorerbenstellung überhaupt möglich war. Dem Grundsatz nach dürfen nämlich nicht einzelne Gegenstände als Vorerbe der "Gesamt-Erbmasse" entzogen werden.
Unter moralischen Gesichtspunkten würde ich Ihnen zustimmen, dass man einen Abschlag in Erwägung ziehen kann. Andererseits kann man aber auch sagen, dass durch einen "moralischen Abschlag" quasi die Erbmasse sinkt.
Eine Mediation bietet sich hier sicher an.
Wie sie meinem Profil entnehmen können, bin ich selbst Mediator und würde mich für diese Mediation gerne zur Verfügung stellen.

Sollten Sie hieran Interesse haben oder sollten weitere Fragen bestehen können Sie mich gerne per Email kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.09.2017 | 13:56


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"
Vielen Dank für die kompetente, schnelle Beantwortung meiner Fragen. Sie haben mir sehr weitergeholfen. Da wir schon einen Mediator eingeschaltet haben, kann ich auf Ihr freundliches Angebot für eine Mediation leider nicht eingehen.

Freundliche Grüße"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Andreas Krueckemeyer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.09.2017
5/5.0


Vielen Dank für die kompetente, schnelle Beantwortung meiner Fragen. Sie haben mir sehr weitergeholfen. Da wir schon einen Mediator eingeschaltet haben, kann ich auf Ihr freundliches Angebot für eine Mediation leider nicht eingehen.

Freundliche Grüße


ANTWORT VON

60 Bewertungen

Gebrüder-Lang-Straße 24
61169 Friedberg
Tel: 06031 160 4848
Web: ra-krueckemeyer.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Erbrecht, Reiserecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht