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Bausparguthaben auflösen im Falle einer Insolvenz?


15.05.2007 20:36 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo, ich fasse mich mal kurz:

Auf meine Mutter lief die letzen Zehn Jahre ein Gewerbe (Gaststätte) dass bisher mein Vater geführt hat. Er ist nun leider Ende letzten Jahres verstorben! Wir haben dass Cafe nun aus finanziellen Gründen zum 15.05.07 abgemeldet/geschlossen.

Genaue Daten:
Eventuell bekommt Sie die Rente meines Vaters: ca. 280 Euro monatlich, sie hat es bisher nicht bekommen, da sie ein Gewerbe auf sich hatte, nun stellen wir erneut einen Antrag...
Verdienst: 850 Euro netto monatlich
Bausparvertrag: ca. 3200 Euro im Haben
Wir haben auch 4000 Euro als Ablöse für die Einrichtung des Cafes bekommen(vor ca. drei Wochen), dass Geld ist aber schon fast wieder aufgebraucht, damit haben wir private Schulden beglichen, der Rest geht für die Reise in die Heimat und für den Grabstein etc. drauf...

Ausgaben:

Miete: 520 Euro Warm (Im haushalt leben zwei weitere Personen, ein Sohn 30 , und eine Tochter 22
Strom 50 Euro monatlich


Schuldenstand:

2000 Euro finanzamt (Stundung nicht möglich, habe bereits Kontakt mit dem Finanzamt gehabt, die drohen mit Kontopfändung etc.)
4200 Euro Stromnachzahlungen für 2005/2006 verteilt auf zwei verschiedene Stromkonzerne)
1500 Euro Steuerberater
3200 Euro minus auf dem Girokonto (verteilt auf zwei Banken)
Betrag X der noch kommt für den Zeitraum Januar bis Jetzt, Finanzamt, steuererklärung muss noch abgegeben werden)

ca. 4000 Euro diverse Rechnungen (TV, Telefon, usw.)

Meine Frage lautet nun:

Ist ein Insolvenzverfahren ratsam? wenn ja, wie ist da der genaue ablauf, und ab welcher Grenze wird ihr Einkommen dann gepfändet. Schufa eintrag ja/nein

Kann Sie Ihr Bausparguthaben auflösen im Falle einer Insolvenz und zb. für schlechtere Zeiten zurücklegen (sie hat ja sonst keinerlei erspartes) oder eher nicht so gut?

Was ist in so einer Situation allgemein ratsam und was genau sollen wir tuen, falls eine Insolvenz in frage kommt

Danke und mfg
15.05.2007 | 21:13

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des mitgteilten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1. Ein Insolvenzverfahren ist grundsätzlich ratsam, weil der Verdienst Ihrer Mutter so gering ist, dass davon im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nichts abgeführt werden müsste.
Wenn Ihre Mutter keine Schulden aus Arbeitsverhältnissen gegen sich hat, dann kann Sie eine Privatinsolvenz bzw. Verbraucherinsolvenz durchführen. Diese beginnt mit einem Versuch einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung. Ein Anwalt oder eine Schuldnerberatungsstelle schreibt dabei die Gläubiger Ihrer Mutter an, und unterbreitet Ihnen ein Ratenzahlungsangebot. Dieses kann ein sogenanntes Nullplan-Angebot sein, das heisst den Gläubigern werden 0,00 € angeboten. Natürlich lehnen die Gläubiger dieses Angebot ab. Genau diese Ablehnung der Gläubiger führt zum Scheitern einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung. Das Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung ist Voraussetzung dafür, dass man einen Insolvenzantrag stellen kann. Der Insolvenzantrag führt zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Im Rahmen des Insolevnzverfahrens findet grob gesagt eine Verteilung des Schuldnervermögens an die Gläubiger statt. Hierbei würde es zu einer Verteilung des Guthabens aus dem Bausparvertrag kommen. AUch ein nicht zwingend beruflich genutztes KFZ wäre nicht sicher. Wenn diese Vermögensverteilung beendet ist beginnt die Restschuldbefreiungsphase. Während dieser Phase hätte die Mutter die pfändbaren Teile ihres Einkommens abzutreten. Für sich behalten kann Ihre Mutter in diesem Rahmen den Betrag von 990,00 €. Nach Ihren Angaben wäre also nichts abzuführen. Ihre Mutter muss aber angemessen erwerbstätig sein, bzw. falls sie ihren Job verliert sich um einen neuen bemühen. Die Restschuldbefreiungsphase dauert sechs Jahre. Am Ende dieser sechs Jahre werden Ihrer Mutter sämtliche Schulden erlassen. Allerdings sind die Kosten des Verfahrens am Ende von Ihrer Mutter zu tragen. Hier circa 1500,00 € bis 3000,00 € entstehen.

Schuldet Ihre Mutter noch Arbeitslöhne im weitesten Sinn, kann sie keine Privatinsolvenz machen, sondern eine Regelinolvenz. Im Ergbnis ist der Ablauf genauso. Der Insolvenzantrag muss jedoch direkt gestellt werden ohen außergerichtliche Schuldenbereinigung.

Alternativ könnte man versuchen,innerhalb einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung den Gläubigern ein Angebot zur Reguleriung zu machen, welches sie auch annehmen können. Es bestehen circa Schulden in Höhe von 16000,00 €. Hier könnte man beispielsweise anbieten, 72 Monate den Betrag von 100,00 € monatlich an die Gläubiger quotenmäßig zu verteilen. Damit würde jeder Gläubiger knapp 50 Prozent erhalten. Viele Gläubiger nehmen ein solches Angebot an. Die Gefahr für Ihre Mutter liegt darin, dass die ganze Sache platzt, wenn sie die 100,00 € nicht mehr leisten kann.

2.Ein Schufaeintrag erfolgt schon deshalb, weil auch Schulden bei Banken bestehen. Sollte es hier zu einer Kontokündigung kommen, und das würde es wohl sowohl bei einer Insolvenz als auch bei einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung, so wird die Bank dies als negativen Vermerk an die Schufa melden. Gelöscht wird der Eintrag drei Jahre, nachdem die Forderung beglichen ist bzw. drei Jahre nach der Restschuldbefreiung. Wenn Ihre Mutter das Bausparguthaben zum Leben braucht, dann wird Sie es wohl aufbrauchen müssen.

3.Ihre Mutter sollte Mietvetrag und Gehaltsnachweis nehmen, zum Amtsgericht gehen, dort einen Beratungshilfeschein für außergerichtliche Schuldenbereinigung holen. Dann sollte Sie sämtliche Schuldenunterlagen zusammensuchen, und damit zum Anwalt gehen. Mit Beratungshilfe kostet der Anwalt maximal 10,00 €. Einige Amtsgerichte gewähren keine Beratungshilfe mehr für sowas, dann muss Ihre Mutter den Anwalt selbst bezahlen, oder zu einer kostenfreien Schuldnerberatung gehen.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


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