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Auszahlung von Geschwistern


29.12.2006 00:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Guten Tag,

ich habe bei meinen Eltern das Dachgeschoss ausgebaut und eine bestimmte Summe dafür aufgenommen (Annuitätendarlehen, das ich abbezahle). Die relevante Summe, die das Haus (in familiärer Absprache) abzüglich Möbel, etc. an Wert gewonnen hat, beträgt etwa € 30.000,-. Wir haben das Haus vor dem Ausbau nicht schätzen lassen und es gab/gibt auch keinen Vertrag oder schriftliche Vereinbarungen. Meine Eltern wollen ihr Haus nicht sofort an mich überschreiben. Ich zahle keine Miete, da ich mit dem Abtrag und den Nebenkosten ´ausreichend´ belastet bin.

Um bezogen auf das Ausbleiben von etwaigen ´Mietzahlungen´ Gerechtigkeit meinen beiden Geschwistern (beide ortsfern gebunden) gegenüber walten zu lassen, schlägt mein Vater vor, mich eine fiktive Miete zahlen zu lassen. D.h. in der Realität, dass von der Wertsteigerung (€ 30.000,-) monatlich eine fiktive Miete heruntergerechet wird. Bei einer angenommenen Miete von € 380,-, wäre die Wertsteigerung demnach nach ca. 6,5 Jahren ´aufgebraucht´. Dann könnte ich (nach familiärer Vereinbarung) im Falle einer Auszahlung an meine Geschwister bei Überschreibung des Hauses, meinen eigenen Kapitaleinsatz für das Elternhaus nicht mehr geltend machen.

Nun meine Frage: Ist der Vorschlag meines Vaters annehmbar oder gibt es andere Wege mit dem ´Gerechtigkeitsproblem´ umzugehen bzw. sind eventuelle Ausgleichsforderungen gerechtfertigt? Sind zudem Erhaltungstätigkeiten für das Haus in jeglicher Art und Weise anrechenbar?

Vielen Dank!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage bezieht sich offensichtlich weniger auf ein juristisches Problem als auf ein Problem der Frage der Gerechtigkeit bzw der Ausgeglichenheit des Vorschlags Ihres Vaters.

Grundsätzlich ist der Vorschlag Ihres Vaters dann für alle Beteiligten gerecht, wenn Sie und Ihre Geschwister mit den Folgen zufrieden sind. Dies scheint hier bei Ihnen der Fall zu sein.

Eine Alternative dazu wäre es z. Bsp, wenn Ihre Eltern Ihnen bereits jetzt einen Teil des Hauses schenken, das dem von Ihnen eingesetzten Wert entspricht.

Vorteile (nicht abschließend):
1. Sie profitieren von einer Wertsteigerung des Hauses
2. Sollte der Erbfall vor Ablauf der 6,5 Jahre eintreten entgehen Sie etwaigen Streitigkeiten über den Wert Ihrer heutigen Investitionen

Nachteile (nicht abschließend):
1. Sie müssten wohl (wegen der Gerechtigkeit) Miete zahlen
2. Sie tragen finanzielle Risiken für alle Kosten des Hauses entsprechend Ihres Anteils
3. Tritt der Erbfall innerhalb von 10 Jahren nach Schenkung ein, wird der Wert der Schenkung dem Nachlassvermögen, z Bsp. bei Pflichtteilsansprüchen, zugerechnet

Bei dem von Ihrem Vater angedachten Vorschlag sollte noch hinsichtlich der Ausgleichszahlungen an Ihre Geschwister bedacht werden, was geschehen soll, wenn Sie das Haus bereits vor Ablauf der 6,5 Jahre erhalten. Sei es durch Schenkung oder durch Erbfall. Eine schriftliche Vereinbarung mit allen Beteiligten darüber hilft in jedem Falle Streitigkeiten zu vermeiden.

Hinsichtlich der weiteren Erhaltungstätigkeiten für das Haus ist auch dies eine Frage der Vereinbarung mit Ihren Eltern inwieweit diese durch eine etwaige niedrigere (fiktive) Miete mitabgegolten wird, Ihre Investitionsumme vergrößert oder unbeachtet bleibt.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76


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