Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auslandsstipendium: deutsche Steuern, Wohnsitz

16.08.2019 20:15 |
Preis: 70,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park


Da meine Frage lang ist biete ich €70.

Ich beginne im Oktober 2019 als Doktorand in Oxford. Da Doktoranden in Grossbritannien keine Arbeitnehmer sind, zahlt die Universität mir ein Stipendium von 15000 Pfund/Jahr. Das sollte meines Wissens steuerfrei sein, da es von einer öffentlichen Bildungsorganisation zu Bildungszwecken in angemessener Höhe ist.

Meine Frage betrifft ein zusätzliches Stipendium. Eine britische private Stiftung zahlt diesen September ein Stipendium von insgesamt $30000 auf mein britisches Konto. Der Zweck sind Lebenshaltungs und Forschungskosten für die nächsten 2 Jahre, und zwar spezifisch zum Aufstocken des ersten Stipendiums, was den Regeln entspricht.

Die Frage ist, ob ich auf das zweite Stipendium IN DEUTSCHLAND Steuern zahlen muss (und ob es Einkommens- oder Schenkungssteuer wäre). (Falls nicht, bliebe noch die Frage ob es in Grossbritannien als Schenkung oder Einkommen gilt - Schenkungssteuer wäre für mich 0%). Falls ja, ist die Frage wie hoch die Steuern sind.

Potenzielle Gründe warum keine deutsche Steuern anfallen:
1) Ich bin möglicherweise kein deutscher Steuerinländer.
2) Das Stipendium könnte steuerfrei sein falls es unter die erlaubte Grenze fällt.
3) Keine/sehr geringe Einkommenssteuer wegen zu geringem Gesamteinkommen.

In Fall 1) und 2) kommt es mir so vor als ob ich viel Belegmaterial brauche und evtl. den Rechtsweg gehen muss. Ich interessiere mich besonders für Lösungen, die das vermeiden, auch wenn Steuern anfallen aber diese gering sind (unter €2000 total).

Zu 1):
Ich wohne seit 8 Jahren nicht mehr in Deutschland, habe aber meinen Wohnsitz bei meiner Mutter nie abgemeldet. Ich war nie mehr als 2 Monate dort zu Besuch und meistens nur ein paar Wochen pro Jahr. Ich habe nicht in Deutschland gearbeitet (hatte aber eine deutsche Krankenversicherung). Ich könnte belegen, dass ich in diesen 8 Jahren im Ausland ansässig war. Das könnte aber kompliziert werden, da ich in NL, USA, GB, Kanada und Australien gewohnt habe. Ich frage mich, wie schwierig es wäre dies zu belegen.

Zu 2):
Mir ist bekannt, dass Stipendien zu Bildungszwecken bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei sind. Meine Stipendien wäres zusammen aber relativ hoch. Die erlaubte Höhe hängt ab von Lebenshaltungskosten, dem Grad der Bildung bzw. Berufserfahrung, dem lle: https://www.mystipendium.de/stipendien/stipendium-steuerfrei)

Zu 3):
Falls beide Stipendien zum Einkommen zählen würden, wäre das Jahreseinkommen ca. €30000. Falls aber nur das zusätzliche Stipendium zählt, wären die Steuern wohl sehr gering.

Letzlich kommt noch dazu, dass ich die $30000 als einmalige Zahlung im September bekomme. Andere zeitliche Verteilungen kann ich anfragen, falls das vorteilig wäre.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Zu 1):
Ich wohne seit 8 Jahren nicht mehr in Deutschland, habe aber meinen Wohnsitz bei meiner Mutter nie abgemeldet. Ich war nie mehr als 2 Monate dort zu Besuch und meistens nur ein paar Wochen pro Jahr. Ich habe nicht in Deutschland gearbeitet (hatte aber eine deutsche Krankenversicherung). Ich könnte belegen, dass ich in diesen 8 Jahren im Ausland ansässig war. Das könnte aber kompliziert werden, da ich in NL, USA, GB, Kanada und Australien gewohnt habe. Ich frage mich, wie schwierig es wäre dies zu belegen.

Grundsätzlich haben Sie hier zwar keinen gewöhnlichen Aufenthalt mehr in Deutschland, hier mag aber immer noch ein Wohnsitz nach § 8 AO vorliegen. Dies könnte sich zum einen aus der behördlichen Meldung ergeben, die als Indiz wirkt, vor allem aber aus dem Umstand, dass Sie eine Möglichkeit der Unterkunft bei Ihrer Mutter inne haben.

Sollten Sie dort Räumlichkeiten haben, die Sie ausschließlich benutzen und an die Sie jeder Zeit zurück kehren und eine Nutzung fortsetzen können, so wäre nach § 8 AEAO ein Wohnsitz in Deutschland sehr wahrscheinlich. Zumindest könnte die Finanzverwaltung in Deutschland so argumentieren.

Zu 2):
Mir ist bekannt, dass Stipendien zu Bildungszwecken bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei sind. Meine Stipendien wäres zusammen aber relativ hoch. Die erlaubte Höhe hängt ab von Lebenshaltungskosten, dem Grad der Bildung bzw. Berufserfahrung, dem lle: https://www.mystipendium.de/stipendien/stipendium-steuerfrei)

Würde man einen Wohnsitz auch in Deutschland annehmen, so könnte man mit dem Doppelbesteuerungsabkommen versuchen zu argumentieren, da Ihr Stipendium aber nicht aus Deutschland kommt, ist der Art. 19 Abs. 2 DBA für Sie nicht interessant.

In GB wäre ein Stipendium wegen Section 776 des Income Tax (Trading and Other Income) Act 2005 aus meiner Sicht nicht steuerbar.

Solange Sie hier Vollzeitstudent sind und den Stipendien bezahlt werden, um Ihre Studien zu unterstützen, sehe ich in GB erst einmal kein Problem.

Gleiches gilt in Deutschland, hier ergibt sich die Steuerfreiheit aus § 3 Nr. 44 EStG .

Zu 3):
Falls beide Stipendien zum Einkommen zählen würden, wäre das Jahreseinkommen ca. €30000. Falls aber nur das zusätzliche Stipendium zählt, wären die Steuern wohl sehr gering.

Eine Aufspaltung des Stipendiums hätte den Vorteil, dass Sie Ihren potentiellen Wohnsitz in Deutschland zeitnah aufgeben könnten und nur noch in GB steuerbar sein. Ein Großteil der Zahlung würde dann in den Zeitraum fallen, in dem kein Wohnsitz mehr in Deutschland besteht,

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2019 | 15:54

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Meine Fragen waren
1) Bin ich Steuerinländer?
2) Wenn ja, wird das Stipendium besteuert?
3) Wenn ja, wie viel Steuern?

Ich fasse zusammen:

1) Scheint ein Grenzfall zu sein. Ich kann bei meiner Mutter übernachten, sie nutzt das Zimmer aber ebenfalls als Arbeitszimmer. Daher ist unklar, ob der Folgende Abschnitt aus Ihrem Link zutrifft: "Wer sich – auch in regelmäßigen Abständen – in der Wohnung eines Angehörigen oder eines Bekannten aufhält, begründet dort ebenfalls keinen Wohnsitz, sofern es nicht wie im Fall einer Familienwohnung oder der Wohnung einer Wohngemeinschaft gleichzeitig die eigene Wohnung ist."

Ihre Antwort auf 2) wiederholt, was ich bereits gesagt hatte. Es ist mir aber nicht ersichtlich, dass sich, wie sie sagen, Steuerfreiheit in Deutschland ergibt. Der § 3 Nr. 44 EStG sagt "Voraussetzung ist, dass die Stipendien einen für die Erfüllung der Forschungsaufgabe oder für die Bestreitung des Lebensunterhalts und die Deckung des Ausbildungsbedarfs erforderlichen Betrag nicht übersteigen und nach den von dem Geber erlassenen Richtlinien vergeben werden". Meine Frage war genau, ob dies der Fall ist weil ich zwei Stipendien bekomme. Ich nehme an, das ist ebenfalls ein Grenzfall?

Bei Frage 3) war ich vielleicht nicht ganz deutlich. Die Frage ist, ob, im Falle einer Besteuerung wegen zu hohem Stipendium, die gesamte Summe besteuert wird (oder nur eins der zwei Stipendien, oder ein Teilbetrag).

Ich hatte außerdem gefragt, ob man absehen kann, welcher Weg am unbürokratischsten ist. Wohnsitz im Ausland belegen? Argumentieren, dass mein kombiniertes Stipendium nicht zu hoch ist? Etwas anderes?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2019 | 17:50

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Ich gehe, da Sie Ihre Mutter letztendlich nur besuchen, nicht davon aus, dass Sie Steuerinländer sind. Daher müssen Sie in Deutschland auch keine Steuern auf Ihre Stipendien bezahlen. Somit wäre auch Frage 3 beantwortet.

Kommt man dennoch zu einem Wohnsitz in Deutschland, wären alles in Deutschland zu versteuern, sofern nicht § 3 Nr.44 EStG greift. Die Stipendien würden dann mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert, dessen Höhe ich Ihnen leider nicht nennen kann.

Am besten melden Sie sich in Deutschland ab, dann kommt auch das Finanzamt auf die Idee hier dennoch einen Wohnsitz anzunehmen. Zu argumentieren, dass die Stipendien nicht zu hoch sind, dürfte nicht funktionieren, ist aber auch nicht notwendig, da Sie kein Steuerinländer sind.

Letztendlich kann die Frage, ob die Stipendien den zur Deckung des Ausbildungsbedarfs erforderlichen Betrag übersteigen dahinstehen. Dies ist aber eine Frage des Einzelfalls, ein Aufenthalt in GB ist aber deutlich teurer als einer in DE, von dem her wird man hier mit einem erhöhten Bedarf argumentieren können.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70910 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Besten Dank für eine aussagekräftige Beantwortung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Raab hat alle Fragen zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet, bedanke mich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Antwort für mich zwar nicht zufriedenstellend aber da kann der Anwalt ja nichts für. Antwort kam recht zügig. Ich kann die Seite empfehlen. Mfg ...
FRAGESTELLER