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Wohnsitz in der Schweiz und in Deutschland...wie läuft das mit den Steuern?

25.02.2015 17:50 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Hallo,

ich lebe nun bereits seit 2 Jahren in der Schweiz und arbeite auch dort. Zum 01.04. steht für mich ein Wohnungswechsel innerhalb der Schweiz an. D.h. ich ziehe von einem Haus in eine etwas kleinere Wohnung. Nun würde ich gerne aber auch noch eine Wohnung in der Heimat (also Deutschland :-) ) auf mich anmelden. Die Idee dahinter ist mich wieder öfter in Deutschland aufzuhalten, da mein Job nicht erfordert zwangsläufig in einem Büro in der Schweiz zu sein, sollte ich nicht bei einem Kundeneinsatz sein.

Wie genau muss ich (bzw. kann ich) das ganze so bewerkstelligen, das es legal ist?

Ich möchte auf keinen Fall irgendwie in Bedrängnis mit dem deutschen oder schweizer Finanzamt kommen.

Kurz nochmal die Fakten zusammengefasst:
- Angestellt in der Schweiz
- B-Bewilligung (aktuell)
- Wohnsitz in der Schweiz (Aufenthalt nur alle paar Wochen/Monate bzw. nur wenn es eine projektbezogene Notwendigkeit für meine Anwesenheit gibt)
- Wohnsitz in Deutschland (Aufenthalt immer dann wenn keine Kundentermine sind bzw. die oben genannten Bedingungen nicht zutreffen)
- Versicherungen (Krankenversicherung, Autoversicherung etc.) weiterhin in der Schweiz


Ich hoffe mir kann geholfen werden.

Freundliche Grüße

Einsatz editiert am 26.02.2015 10:45:46

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich kann Ihrer Frage derzeit nicht ausdrücklich entnehmen, ob Sie eine Besteuerung in Deutschland oder der Schweiz anstreben, gehe aber davon aus, dass Sie eine Besteuerung in der Schweiz anstreben.

Zur Vermeidung von Konflikten in der Besteuerung haben die jeweiligen Länder untereinander sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Auszugsweise Stelle ich Ihnen hier das einschlägige Doppelbesteuerungsabkommen Deuscthland-Schweiz auszugsweise zur Verfügung:

"Art. 15 [1] [Unselbständige Arbeit]

(1) Vorbehaltlich der Artikel 15 a bis 19 können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die eine in einem Vertragstaat ansässige Person aus unselbständiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, daß die Arbeit in dem anderen Vertragstaat ausgeübt wird. Wird die Arbeit dort ausgeübt, so können die dafür bezogenen Vergütungen in dem anderen Staat besteuert werden.

(2) Ungeachtet des Absatzes 1 können Vergütungen, die eine in einem Vertragstaat ansässige Person für eine in dem anderen Vertragstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur in dem erstgenannten Staat besteuert werden, wenn

a) der Empfänger sich in dem anderen Staat insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden Kalenderjahres aufhält,

b) die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht in dem anderen Staat ansässig ist, und

c) die Vergütungen nicht von einer Betriebstätte oder einer festen Einrichtung getragen werden, die der Arbeitgeber in dem anderen Staat hat.

(3) Ungeachtet der vorstehenden Bestimmungen dieses Artikels können Vergütungen für unselbständige Arbeit, die an Bord eines Seeschiffes oder Luftfahrzeuges im internationalen Verkehr oder an Bord eines Schiffes, das der Binnenschiffahrt dient, ausgeübt wird, in dem Vertragstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung des Unternehmens befindet. Werden diese Vergütungen in diesem Staat nicht besteuert, so können sie in dem anderen Vertragstaat besteuert werden.

(4) Vorbehaltlich des Artikels 15a kann eine natürliche Person, die in einem Vertragstaat ansässig, aber als Vorstandsmitglied, Direktor, Geschäftsführer oder Prokurist einer in dem anderen Vertragstaat ansässigen Kapitalgesellschaft tätig ist, mit den Einkünften aus dieser Tätigkeit in diesem anderen Staat besteuert werden, sofern ihre Tätigkeit nicht so abgegrenzt ist, daß sie lediglich Aufgaben außerhalb dieses anderen Staates umfaßt. Besteuert dieser andere Vertragstaat diese Einkünfte nicht, so können sie in dem Staat besteuert werden, in dem die natürliche Person ansässig ist.

[1] Art. 15 Abs. 1 geänd., Abs. 4 aufgeh., bish. Abs. 5 wird neuer Abs. 4 und geänd. durch (Änderungs-)Protokoll v. 21. 12. 1992 (BGBl. 1993 II S. 1888).

Art. 15 a [1] [Grenzgänger]

(1) [2] Ungeachtet des Artikels 15 können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die ein Grenzgänger aus unselbständiger Arbeit bezieht, in dem Vertragstaat besteuert werden, in dem dieser ansässig ist. Zum Ausgleich kann der Vertragstaat, in dem die Arbeit ausgeübt wird, von diesen Vergütungen eine Steuer im Abzugsweg erheben. Diese Steuer darf 4,5 vom Hundert des Bruttobetrages der Vergütungen nicht übersteigen, wenn die Ansässigkeit durch eine amtliche Bescheinigung der zuständigen Finanzbehörde des Vertragstaates, in dem der Steuerpflichtige ansässig ist, nachgewiesen wird. Artikel 4 Absatz 4 bleibt vorbehalten.

(2) [3] Grenzgänger im Sinne des Absatzes 1 ist jede in einem Vertragstaat ansässige Person, die in dem anderen Vertragstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelmäßig an ihren Wohnsitz zurückkehrt. Kehrt diese Person nicht jeweils nach Arbeitsende an ihren Wohnsitz zurück, entfällt die Grenzgängereigenschaft nur dann, wenn die Person bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsausübung nicht an ihren Wohnsitz zurückkehrt.

(3) [4] Der Vertragstaat, in dem der Grenzgänger ansässig ist, berücksichtigt die nach Absatz 1 Satz 3 erhobene Steuer ungeachtet des Artikels 24 wie folgt:

a) in der Bundesrepublik Deutschland wird die Steuer entsprechend § 36 Einkommensteuergesetz unter Ausschluß von § 34 c Einkommensteuergesetz auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet; die Steuer wird auch bei der Festsetzung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen berücksichtigt;

b) in der Schweiz wird der Bruttobetrag der Vergütungen bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage um ein Fünftel herabgesetzt.

(4) Die zuständigen Behörden der Vertragstaaten verständigen sich über die weiteren Einzelheiten sowie die verfahrensmäßigen Voraussetzungen für die Anwendung der vorstehenden Absätze.

[1] Art. 15 a eingef. durch (Änderungs-)Protokoll v. 21. 12. 1992 (BGBl. 1993 II S. 1888). Zur Anwendung vgl. Fn. zu Art. 32 sowie Art. 3 des Ratifikationsgesetzes v. 30. 9. 1993 zum (Änderungs-)Protokoll.

[2] Vgl. Verhandlungsprotokoll v. 18. 12. 1991 Nr. I.

[3] Vgl. Verhandlungsprotokoll v. 18. 12. 1991 Nr. II.

[4] Vgl. Verhandlungsprotokoll v. 18. 12. 1991 Nr. III."

Um eine Besteuerung in Deutschland zu vermeiden müssen Sie also vor allem darauf achten, dass Sie sich den Großteil des Jahres in der Schweiz aufhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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