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Arbeitgeber zweifelt Schwangerschaft an. Welche Nachweise darf er verlangen?

12.05.2011 07:59 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hintergrund:
Ich bin Beamtin im öffentlichen Dienst. Kurz vor meinem mehrwöchigen Urlaub in den Vereinigten Staaten habe ich mittels Schwangerschaftstest festgestellt, dass ich schwanger bin und habe meinen Dienstherrn davon persönlich in Kenntnis gesetzt. Vor Ort hat der Frauenarzt festgestellt, dass meine Schwangerschaft weiter ist als gedacht. Vor Ende des Urlaubs hat ein zweiter Frauenarzt diagnostiziert, dass das Kind seit mehreren Wochen nicht gewachsen ist und vorgeschlagen, hier zu bleiben und vorzeitig zu entbinden.

Aufgrund dieser Umstände zweifelt mein Dienstherr nun an, dass ich schwanger war und unterstellt, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Trotz bereits erfolgter Geburt und vorgelegter Geburtsurkunde verlangte mein Arbeitgeber eine Bescheinigung, dass ich schwanger war. Eine solche Bescheinigung hatte mir mein erster U.S.-Gynäkologe ausgestellt, der zudem auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin, auch unter Einbeziehung Dritter, tätig ist. Insofern hat die Bescheinigung von diesem Arzt die Zweifel und Gerüchte eher verstärkt.

Bisher wurde ich von den Zweifeln und Gerüchten nur inoffiziell in Kenntnis gesetzt.

Um für ein etwaiges persönliches Gespräch oder offizielle schriftliche Anfragen seitens meines Dienstherrn vorbereitet zu sein, benötige ich Ihren juristischen Rat.


Fragen:
(1) Welche Nachweise (abgesehen von der Geburtsurkunde und der bereits vorgelegten Bescheinigung des Arztes) darf mein Arbeitgeber noch von mir verlangen?
(2) Die bestehenden Gerüchte schädigen meinen Ruf und belasten mein Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten. Wie soll ich mich verhalten?

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten.

1. Welche Nachweise (abgesehen von der Geburtsurkunde und der bereits vorgelegten Bescheinigung des Arztes) darf mein Arbeitgeber noch von mir verlangen?

Diese Frage lässt sich relativ einfach beantworten: Keine.

Der Arbeitgeber kann lediglich eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Schwangerschaft verlangen.

Sofern dafür Gebühren beim Arzt anfallen ist der Arbeitgeber nach § 5 Abs. 3 MuSchG sogar verpflichtet, diese Gebühren zu übernehmen

Die Bescheinigung über die Schwangerschaft und die Geburtsurkunde sind als Nachweis daher völlig ausreichend. Mehr kann und darf Ihr Dienstherr nicht verlangen.

2. Die bestehenden Gerüchte schädigen meinen Ruf und belasten mein Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten. Wie soll ich mich verhalten?

Gegen die Verbreitung von Gerüchten können Sie leider relativ wenig unternehmen.

Grundsätzlich besteht zwar die Möglichkeit mittels einer einstweiligen Verfügung gegen den- oder diejenigen vorzugehen, die die Gerüchte verbreiten, dafür müssten Sie aber konkret nachweisen können, welche Person über welches Gerücht spricht.

Mittels der gerichtlichen Verfügung könnten Sie diesen Personen dann untersagen lassen, weiter diese Behauptungen aufzustellen.

Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es zum einen schwer nachzuweisen sein dürfte, wer wann was genau sagt und damit eventuell gegen die Verfügung verstößt, zum anderen würde sich durch solch ein Verfahren das Betriebsklima sicher weiter verschlechtern.

Mein Rat wäre daher weniger ein rechtlicher als ein persönlicher. Treten Sie den Gerüchten offensiv entgegen. Reden Sie mit den Kollegen, die Zweifel an der Schwangerschaft haben und erläutern Sie die Umstände.

So werden sich wahrscheinlich die Gerüchte nach einiger Zeit von selbst erledigen.

Sofern Ihr Dienstherr ein persönliches Gespräch sucht, gehen Sie genau so vor und schildern schlicht, was passiert ist.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

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