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Anerkennung von Verlusten bei ausländischen Brokern durch Finanzamt

| 14.07.2016 08:25 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Aus Gründen der Diversivizierung besitze ich Konten bei ausländischen Brokern. Hier die Saxobank AG in der Schweiz und LYNX (Interactive Brokers England).Beide Broker stellen keine Steuerbescheinigungen für deutsche Staatsbürger aus, wie mir auf Nachfrage per eMail auch bestätigt wurde. Die Nachfrage wurde notwendig, weil mein Finanzamt dieses Jahr die von mir anhand der von den Brokern empfohlenen Online-Auswertungen, nachgewiesenen Verluste nicht mehr anerkennen wollte. Das FA bestand trotz meiner Erklärung, dass die ausländischen Broker keine Steuerbescheinigung erstellen, darauf eine zu liefern. Ansonsten würden die Verluste nicht anerkannt. Ich habe dem FA meinen eMail-Verkehr bzgl. der Steuerbescheinigung mit den ausländischen Brokern zukommen lassen, habe nun jedoch torzdem meine Verluste nicht angerechnet bekommen.
Nach meinem Wissen gibt es kein Gesetzt das mir die Nutzung ausländischer Broker untersagt. Und nachdem die Gewinne bei ausländischen Brokern sehr wohl mit den Nachweisen bearbeitet werden, erwartet ich nach meinem Rechtsempfinden, dass dies auch mit den Verlusten so passiert.
Frage:
Gibt es eine gesetzliche Regelung, die es dem Finanzamt erlaubt nach Gutdünken ein Jahr so und ein anderes Jahr anders zu verfahren, oder müssen die Verluste auf Basis entsprechender Online-Zusammenfassungen der Broker auf jeden Fall anerkannt werden und es macht Sinn Einspruch einzulegen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Finanzamt legt seiner Forderung nach Nachweisen berechtigterweise § 20 Abs 6 letzter Satz EStG zugrunde, zusätzlich ist auch das BMF- Schreiben:

Ausstellung von Steuerbescheinigungen für Kapitalerträge nach § 45a Absatz 2 und 3 EStG ;
Neuveröffentlichung des BMF-Schreibens

IV C 1 - S 2401/08/10001 :011
2014/1062097

vom 3. Dezember 2014 zu berücksichtigen.

Insofern ist das Vorgehen des Finanzamtes völlig richtig und zutreffend. Möglicherweise hat das Finanzamt vor Erlass des BMF-Schreibens zu Ihren Gunsten auf eine solche Vorlage verzichtet, dies ist jedoch nach Erlass des Schreibens nicht mehr möglich.

Selbstverständlich ist Ihnen die Nutzung ausländischer Broker nicht untersagt, wird Ihnen aber keine Bescheinigung ausgestellt, entstehen Ihnen Nachteile, die Sie ggf im Wege einer Klage gegen die Broker durchsetzen müssen, denn diese verweigern die Erfüllung vertraglicher Nebenpflichten.

Ein Einspruch beim Finanzamt hätte keine Aussicht auf Erfolg. Die Rechtslage und auch der Umgang damit in der Praxis sind völlig unangefochten und etabliert.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 18.07.2016 | 08:37

Kann ich aufgrund Ihrer Antwort davon ausgehen, dass die Verweigerung der Anerkennung von Verlusten ohne deutsches Steuerbescheinigungsformular wirklich rechtens ist, meine Gewinne jedoch ohne dieses Formular (das mir der Broker eben nicht ausstellen kann)) sehr wohl berücksichtigt werden?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.07.2016 | 09:33

Ja, so ist es. Sie sind selbstverständlich verpflichtet, Ihre Gewinne auf der Basis entsprechender Nachweise zu deklarieren - hier genügt ja auch nicht eine einfache Angabe ohne Nachweis - und auch Ihre Verluste - soweit ordentlich und auf dem vorgesehenen Wege deklariert - finden dann Ihre Berücksichtigung.

Bewertung des Fragestellers 18.07.2016 | 10:40

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