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fristlose Kündigung vom Fitness Studio


13.06.2018 15:28 |
Preis: 30,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ist im Vertrag über die Nutzung eines Fitnessstudios keine Regelung zur fristgemäßen Kündigung durch den Betreiber enthalten, dürfte dieser gleichwohl mit einer Frist von drei Monaten kündbar sein. Anderes gilt bei Verträgen mit einer festen Laufzeit.


Hallo,
ich habe heute eine fristlose Kündigung vom Fitness Studio bekommen der Grund dafür lautet

„der Wandel macht auch vor unserem Fit In nicht halt. Sicherlich haben Sie auch schon festgestellt, dass in den letzten Jahren der Bedarf im Fitness-Bereich für therapeutische Zwecke gestiegen ist. Dies führt zwangsläufig für beide Seiten zu Einschränkungen welche für den Betrieb eines öffentlichen Fitness-Clubs suboptimal sind. Langfristig können wir Ihren berechtigen Bedürfnissen, als Club-Mitglied in diesem Bereich, so nicht entsprechen. Wir haben alle Optionen eingehend geprüft und sehen uns gezwungen den Betrieb des Fit In im Ostsee Resort Damp zum 01.10.2018 einzustellen. Mit großem Bedauern kündigen wir aus diesem Anlass fristgerecht Ihre Mitgliedschaft zum 30. September 2018."

Im Mitgliedsvertrag des Fit In steht folgendes

§8 Kündigungsrechte der ostsee resort Damp GmbH (Fit In)
1. Befindet sich ein Mitglied mit der Zahlung eines Betrages, der zwei Monatsbeiträgen entspricht, in Verzug, so berechtigt dies die ostsee resort damp GmbH, den Vertrag fristlos aus wichtigem Grund zu kündigen.

2. Eine Kündigung aus sonstigem wichtigem Grund bliebt hiervon unberührt.

3. Im Falle einer Kündigung aus wichtigem Grund behält sich die ostsee resort damp GmbH ausdrücklich vor, Schadenersatzansprüche gegen das Mitglied gemäß den gesetzlichen Regelungen geltend zu machen


Die 2 verstehe ich nicht ganz darum wollte ich fragen ob ich dagegen angehen kann und vlt. Schadenersatz verlangen da ich mir ein neues Fitness Studio aufsuchen und neue Anmeldegebühren bezahlen muss ?!
13.06.2018 | 19:06

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben keine fristlose, sondern eine fristgemäße Kündigung des Fitnessvertrags erhalten.

Ich bitte einmal in den AGB nachzuschauen, ob es eine Regelung zu einer festen Laufzeit des Vertrags ist, etwa wie: Der Vertrag hat eine Laufzeit von 6 Monaten. Er verlängert sich um weitere sechs Monate, wenn er von keiner Partei mit einer Frist von vier Wochen gekündigt wird. Dann gäbe es eine feste Laufzeit, und Sie könnten Schadenersatz bis zum Ende der aktuellen verlangen, wenn Sie für ein vergleichbares Angebor mehr zahlen müssten. Im Internet habe ich nur AGB für die Anmietung der Wohnungen bzw. Zimmer in der Anlage gefunden.

Gibt es keine Regelung zur Laufzeit, stellt sich die Frage, ob die fehlende Regelung zu einer fristgemäßen Kündigung durch den Betreiber bedeutet, dass dieser nie kündigen kann. Ohne die AGB vollkommen geprüft zu haben, gehe ich eher davon aus, dass es auch für den Betreiber eine Möglichkeit geben muss, den Vertrag zu beenden, um diesen neuen Gegegenheiten anzupassen.

Ein Fitnessvertrag besteht aus mietrechtlichen und dienstvertraglichen Elementen, nämlich aus der Anmietung der Geräte und der Dienste der Trainer, ggf. auch in Sportkursen. Wenn Sie einen monatlichen Preis zu entrichten haben, würde die Kündigungsfrist für einen Mietvertrag gemäß § 580 a Abs. 1 Nr. 3 BGB grob gesagt drei Monate betragenö. Diese Frist wurde eingehalten. Bei einem Dienstvertrag wäre gemäß § 621 Nr. 5 BGB eine Frist von grob gesagt zwei Wochen zum Monatsende einzuhalten sein. Diese Fristen wurden gewahrt. Diese Fristen wären also eingehalten. Für den Fall, dass es keine Regelung zur Laufzeit im Vertrag gibt gehe ich somit davon aus dass die Kündigung wirksam ist.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht


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