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Zugewinn und privater Darlehensvertrag unter Eheleuten

| 20.04.2016 23:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Bringt ein Ehegatte Vermögen in die Ehe ein, zählt dieses zum Anfangsvermögen und wird beim Zugewinnausgleich nicht berücksichtigt.

Ausgangssituation:
Ehemann erhält Schenkung eines Grundstücks worauf Ehepaar gemeinsam ein Haus errichtet und zu gleichen Teilen ein Darlehen tilgt.
Im Grundbuch eingetragen ist der Ehemann, da er im Falle einer Scheidung auch das Haus behalten soll/darf, da sich das Grundstück neben dem Haus seiner Eltern befindet.
Die Ehefrau bringt 60.000 € in den Hausbau ein (teilweise vor Eheschließung, teilweise danach erwirtschaftet, ein Teil davon Schenkung der Eltern). Es existiert keine Gütertrennung. Ein Ehevertrag ist nicht gewünscht.
Wie kann die Ehefrau sicherstellen im Falle einer Scheidung die 60.000 € und die Hälfte des Wertes des Hauses zu erhalten?
Gewünschte Vorgehensweise:
Wert des Hauses (ohne Grundstück!!) fällt unter Zugewinn, somit stünde der Ehefrau 50% davon zu. Keine weitere Absicherung notwendig.
Mit Hilfe eines privaten Darlehensvertrages über 60.000 € die Rückzahlung dieses Betrages im Falle einer Scheidung absichern.
Wäre diese Vorgehensweise gangbar?
Im Voraus besten Dank.


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Um Ihre Frage für den Fall einer Scheidung zu beantworten muss zunächst dargestellt werden, wie ein möglicher Zugewinnausgleich funktioniert. Entsprechend den Paragrafen 1373, 1374 und 1376 BGB wird das sogenannte Anfangsvermögen eines jeden Ehegatten ermittelt, so dann wird das Endvermögen ermittelt nach Abzug des Anfangsvermögen vom Endvermögen verbleibt bei jedem Partner der sogenannte Zugewinn, wobei die Hälfte der Differenz dem Partner zugeschlagen wird, damit beide Partner über denselben Zugewinn verfügen. Sie führen aus, dass Sie zu Beginn Ihrer Ehe 60.000 Euro eingebracht haben, beziehungsweise als Schenkung erhalten haben. Somit wird dieser Betrag dem Anfangsvermögen zugerechnet. Unklar ist allerdings in Ihren Ausführungen, wie viel hiervon noch innerhalb der Ehe erwirtschaftet wurde, weil genau dieser Betrag nicht mehr zum Anfangsvermögen zählen würde. Beim Ehemann steht zu Beginn beim Anfangsvermögen das Grundstück, sodass dieses bei einem Zugewinnausgleich ebenso wie das von der Ehefrau eingebrachte Geld ohne Berücksichtigung bleiben würde. Es wird beim Zugewinnausgleich dann beim Grundstück durch den Aufbau die Wertsteigerung berücksichtigt was dann dazu führt, das letztendlich der Bau des Hauses in den Zugewinn hineinfällt, ob schon das Grundstück von dem Haus nicht rechtlich getrennt werden kann. Grundsätzlich stellt also die Zugewinngemeinschaft genau das sicher, was Sie sich wünschen, nämlich dass das angesparte Vermögen welches vor der Ehe vorhanden war bei einem Zugewinnausgleich außen vor bleibt, und ein in die Ehe eingebrachtes Grundstück ebenfalls außen vor bleibt. Lediglich der Wertzuwachs, der durch die Bebauung des Grundstückes entstanden ist findet bei einer Scheidung Berücksichtigung. So ist die gesetzliche Regelung, die bereits weitestgehend Ihren Wünschen entspricht. Andere Regelungen, insbesondere interne Kreditverträge halte ich für ausgesprochen gefährlich, dann sollte ein Ehevertrag zur Sicherheit abgeschlossen werden, auch wenn dieses von Ihnen nicht gewünscht ist, aber dann könnte man vereinbaren, dass bei Scheidung der Ehe der Wert des Grundstückes entsprechend herausgerechnet wird und ebenso das eingebrachte Geld der Ehefrau. Das Fazit ist also, dass die derzeitige rechtliche Situation, soweit sie Geld in die Ehe eingebracht haben genau Ihren Vorstellungen entspricht Punkt angespartes Geld innerhalb der Ehe wird allerdings nicht berücksichtigt, soweit dieses ein erheblicher Betrag ist sollte ein Ehevertrag abgeschlossen werden.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.04.2016 | 12:13

Sehr geehrte Frau Müssig-Klein,
herzlichen Dank für die schnelle, ausführliche Rückmeldung.
Eine kleine Rückfrage hätte ich.
Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie einen privaten Darlehensvertrag zwar für gefährlich, aber nicht für unmöglich halten??
Könnte ich theoretisch einen Darlehensvertrag über 60.000 € mit meinem Ehemann abschließen um mich im Falle einer Scheidung abzusichern?
(Sofern dieser natürlich alle Bestandteile enthält um rechtskräftig zu sein.)
Vielen Dank!
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.04.2016 | 16:29

Grundsätzlich halte ich einen privaten Darlehensvertrag deshalb für gefährlich, weil er schnell als ehebedingte Zuwendung angesehen werden könnte, mit der Folge, dass gar nichts bei der Scheidung gezahlt werden muss. Um hier ganz sicher zu gehen müsste ein Darlehensvertrag abgeschlossen werden, der die feste Verzinsung vorsieht, eine monatliche Ratenzahlung und Falls monatliche Raten nicht gezahlt werden muss ausgehandelt werden wie diese zurückerstattet werden. Eine Ratenzahlung die erst im Falle der Scheidung eintreten soll führt nicht dazu, dass der Darlehensvertrag Berücksichtigung findet, sondern dann wird man dieses eher als ehebedingte Zuwendung werten mit der Folge, dass es im Zugewinnausgleich keine Berücksichtigung findet

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2016 | 09:40

Grundsätzlich halte ich einen privaten Darlehensvertrag deshalb für gefährlich, weil er schnell als ehebedingte Zuwendung angesehen werden könnte, mit der Folge, dass gar nichts bei der Scheidung gezahlt werden muss. Um hier ganz sicher zu gehen müsste ein Darlehensvertrag abgeschlossen werden, der die feste Verzinsung vorsieht, eine monatliche Ratenzahlung und Falls monatliche Raten nicht gezahlt werden muss ausgehandelt werden wie diese zurückerstattet werden. Eine Ratenzahlung die erst im Falle der Scheidung eintreten soll führt nicht dazu, dass der Darlehensvertrag Berücksichtigung findet, sondern dann wird man dieses eher als ehebedingte Zuwendung werten mit der Folge, dass es im Zugewinnausgleich keine Berücksichtigung findet

Bewertung des Fragestellers 26.04.2016 | 10:08

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.04.2016 4,8/5,0
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