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Widerspruch gegen endgültig nicht bestandenes Examen


| 20.01.2007 22:12 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ein Freund von mir, der an einer Privaten (Fern-)Hochschule nebenberuflich studiert, hatte echtes Pech bei einer schriftlichen und mündlichen Diplomprüfung im Fach BWL.

Folgendes ist passiert:
1. Teilnahme an der schriftlichen Prüfung = Teilnahme an einer 5stündigenKlausur!
2. Ca. 6 Wochen später Teilnahme an der gleichwertigen mündlichen Prüfung – Dauer: 20 Minuten!
3. Die Note der schriftlichen Arbeit stand zum Zeitpunkt der mündlichen
Prüfung noch nicht fest. Auf Verlangen wurden unmittelbar vor Beginn der
mündlichen Prüfung die bis dahin erreichten Punkte mitgeteilt.
4. Note der mündlichen Prüfung: 5,0 = nicht ausreichend
5. Note der schriftlichen Arbeit, die ein paar Tage nach der mündlichen Prüfung bekannt gegeben wurde: 3,7
6. Gesamtnote im Fach BWL: (5,0 + 3,7)/2 = 4,3 = nicht ausreichend!
7. Beendigung des Studiums ohne Abschluss, da es sich um den dritten Anlauf handelte und nur max. 3 Versuche pro Fach zulässig sind.

Folgende Besonderheiten liegen vor:
1. Nebenberufliches Fernstudium (s.o.)
2. Während des insgesamt 8jährigen Studiums (enthalten ist hier ein abgeschlossenes FH (Fern-)Studium) 8 verschiedene Arbeitgeber
3. Bei den genannten Prüfungen handelt es sich um die letzten noch fehlenden bevor mit der Diplomarbeit das Studium erfolgreich beendet hätte werden können.

Meine Frage lautet:
Wie muß ein Widerspruch gegen den Bescheid aussehen, in dem das endgültige Nichtbestehen des Examens mitgeteilt wird?
Was muß beachtet werden, um einer späteren Klage möglichst gute Chancen einzuräumen? Die Prüfungsordnung kann ich Ihnen bei Bedarf gerne zusenden. Sie ist hier aber nicht sonderlich hilfreich, da hier kein Verstoß dagegen erkennbar ist.

Ich würde erstens anführen, dass die schriftliche Note zu Beginn der mündlichen Prüfung noch nicht feststand, ein Umstand, den es bis dahin noch nicht gegeben hat; die schriftliche Note war bisher immer spätestens
2 Tage vor der mündlichen Prüfung bekannt. Dementsprechend konnte man
entspannt in die mündliche Prüfung gehen, wenn einem durch eine gute schriftliche Note nicht mehr viel passieren kann und umgekehrt wusste man, dass man mindestens eine 3,0 in der Mündlichen brauchte um eine 5,0
in der Schriftlichen auszugleichen.
Die Tatsache das durch eine schlecht organisierte Prüfung die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung diesmal nicht bekannt war bzw. nur teilweise führte bei allen Prüfungskandidaten zu erheblicher Beunruhigung und Nervosität bzw. enormem psychischem Stress, erst recht bei demjenigen, um den es hier geht, da er generell unter erheblicher Prüfungsangst leidet, die in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um seinen letzten Versuch handelte, ein unerträgliches Maß erreicht hat.

Zweitens würde ich darauf hinweisen, dass das Scheitern des Studiums einen erheblichen wirtschaftlichen Verlust (ca. 20.000 EUR) bedeuten würde.

Drittens würde ich auf das Missverhältnis zwischen den formell gleichwertigen schriftlichen und mündlichen Prüfungen hinweisen und die Konsequenzen in diesem Fall aufführen:
Durch eine in äußerster Anspannung absolvierte mündliche 20minütige Prüfung wird
1. das ausreichende Ergebnis der schriftlichen Prüfung zunichte gemacht
2. der erfolgreiche Abschluss des Studiums verhindert und
3. ein wirtschaftlicher Verlust in Höhe von 20.000 EUR verursacht
Dies stellt in meinen Augen eine unzumutbare Härte dar, die eine Wiederholung der mündlichen Prüfung rechtfertigen sollte.
Was meinen Sie?

Mit freundlichen Grüßen

R.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Ihr Freund sollte, am besten über einen Rechtsanwalt, zunächst ohne Begründung Widerspruch gegen das Prüfungsergebnis einlegen und erst einmal Einsicht in die Prüfungsakte verlangen. Hierdurch kann überprüft werden, ob die Bewertung der Prüfungsleistungen ordnungsgemäß ist oder ob möglicherweise Prüfungsleistungen fehlerhaft bewertet wurden. Erfahrungsgemäß ist bei einer fünfstündigen Klausur die eine oder andere Bewertung diskutabel. Möglicherweise ist auch die Bewertung der mündlichen Prüfung nicht korrekt.

Verfahrensfehler wird Ihr Freund, wenn der Prüfungsablauf grundsätzlich von der Prüfungsordnung abgedeckt ist, kaum rügen können. Einen Ansatzpunkt bietet allenfalls der Umstand, dass die Note der schriftlichen Prüfung, anders als in der Vergangenheit, vor dem mündlichen Prüfungsabschnitt nicht bekanntgegeben wurde. Wenn die Prüfungskommission hierdurch von einer ständigen Übung, auf die die Prüflinge sich verlassen durften, abgewichen ist, könnte man hieraus eventuell einen Ermessensfehler der Prüfungskommission bei der Durchführung der Prüfung ableiten, der dazu führen könnte, dass Ihr Freund die Prüfung wiederholen darf, da er durch das Fehlverhalten der Prüfungskommission eine ungünstigere Ausgangsposition hatte als andere Prüflinge.

Die weiteren von Ihnen ins Feld geführten Argumente werden leider nicht zielführend sein. Schwerwiegende Konsequenzen im privaten Bereich sind ohne Bedeutung für die Bewertung einer Prüfung. Ein gewichtiges Missverhältnis zwischen der Dauer der schriftlichen und der Dauer der mündlichen Prüfung ist ebenfalls nicht von vornherein anzunehmen. Sie dürfen die Unterschiede zwischen schriftlichen und mündlichen Prüfungen hinsichtlich ihrer Intensität nicht verkennen. Trotzdem sollte Ihr Freund zur Abrundung des Widerspruchs auch diese Argumente benennen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine Hilfestellung bieten und wünsche Ihnen und Ihrem Freund viel Erfolg bei der Anfechtung des Prüfungsergebnisses. Sollten Sie im Widerspruchs- oder folgenden Klageverfahren anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen - wozu ich Ihnen angesichts der Bedeutung der Sache für Ihren Freund dringend raten möchte - , können Sie gern auf mich zurückgreifen. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen ebenfalls zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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