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Urlaub kurzfristig streichen

| 01.08.2011 10:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,

besondere Situation:

1.

Ich habe bereits gekündigt und trete ab 1.9. die Arbeit bei einem neuem Arbeitgeber an.

2.

Ich bin letzte Woche Donnerstag als Urlaubsvertretung (Abteilung hat nur 1 Mitarbeiter) in eine neue Abteilung versetzt worden für 2 1/2 Wochen.


Mein Chef hat mit heute informiert, dass mein Urlaub vom 3.8. bis 5.8., den ich im April genehmigt bekommen habe, nun betriebsbedingt widerrufen wird, weil kein anderer die Arbeit machen kann.

Fachlich bin ich nicht besonders für das neue Aufgabengebiet ausgebildet. Vielmehr ist es eine Aufgabe die in der fachlichen Kompetenz jedes Mitarbeiters unserer Firma liegt.

Frage:

Ist das so in Ordnung? Für mich sieht das ein wenig wie Mobbing aus mich extra in eine Abteilung zu setzen wo er meinen Urlaub noch streichen kann.

Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung des mitgeteilten Sachverhaltes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Eine einmal getroffene Festlegung des Urlaubs ist sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer bindend und kann nicht durch einseitige Erklärung einer der beiden Parteien geändert werden. Folglich kann der Arbeitgeber den Urlaub grundsätzlich nicht einseitig widerrufen bzw. ändern.

Nur bei Vorliegen dringender betrieblicher Gründe kann bereits gewährter Urlaub gestrichen werden. Die Anforderungen an „dringende betriebliche Gründe" sind jedoch sehr hoch und müssen anhand des Einzelfalles genau geprüft werden. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass selbst bei frühzeitiger Urlaubsgewährung und einem sich nachträglich ergebenden Bedarf nach Urlaubsverlegung, z.B. wegen unerwarteter Auftragseingänge, allgemeiner Krankheitsausfälle, kurzfristig aufgetretene Produktionsengpässe oder vorher organisierbare Vertretungsfälle, ein Widerruf des einmal genehmigten Urlaubs ausgeschlossen ist. Eine Ausnahme kann sich bei Notfällen ergeben. Der Widerruf des erteilten Urlaubs kommt bei "Gefahr im Verzug" in Betracht, z. B. bei Katastrophen. Es muss sich um zwingende Situationen handeln, die keinen anderen Ausweg zulassen und bei Erteilung des Urlaubs nicht vorhersehbar waren.

Eine Änderung des Urlaubs kann in der Regel nicht durch einseitige Erklärung Ihres Arbeitgebers hervorgerufen werden. Vielmehr ist eine Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber notwendig. Wird eine Änderung aus wichtigen betrieblichen Gründen, die zum Zeitpunkt der Festlegung des Urlaubs noch nicht vorlagen, notwendig, müssen Sie unter Umständen Ihre Zustimmung zur Änderung erteilen. Weigern Sie sich, ist der Arbeitgeber angewiesen, sich die Zustimmung gerichtlich - in Eilfällen über ein einstweiliges Verfügungsverfahren -zu erstreiten. Lediglich in dringenden Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber den Urlaub einseitig verlegen.

Muss der Urlaub auf Veranlassung des Arbeitgebers geändert werden, ist dieser Ihnen zum Ersatz des Schadens verpflichtet, welcher Ihnen im Vertrauen auf den Antritt und die Durchführung des Urlaubs entstanden ist.

In Streitfällen ist vom Urlaubsantritt abzuraten. Darin könnte eine unrechtmäßige Eigenbeurlaubung mit der Konsequenz von Abmahnung oder Kündigung liegen, wenn tatsächlich ein betrieblicher Notfall vorliegt, der den Urlaubswiderruf rechtfertigt.

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2011 | 11:56

Sehr geehrte Frau Sieben,

erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort.

Für mich wäre eine Einschätzung meiner Situation unter den bei mir vorliegenden Besonderheiten noch wichtig.

Da es sich um einen für mich wichtigen Urlaub handelt, würde ich schon gerne gegen den Wunsch meines Noch-Arbeitgebers angehen.

Eine Katastrophe durch 3-Tage Nicht-Besetzung ist nicht zu erwarten, vor allem könnte ich bei tieferen technischen Problemen selber auch keinen Einfluß nehmen, da ich nicht auf die Geräte geschult bin.

Die Besonderheiten sind, dass ich heute erst meinen dritten Tag hier verbringe, genau einen Tag eine Einarbeitung hatte und nun unersetzlich sein soll.

Die Stelle ist von mir bereits vor 2 Monaten gekündigt worden und ab 1.9. bin ich in einer anderen Firma.

Mein Urlaub wurde schon vor 5 Monaten genehmigt, der Mitarbeiter, dem nun Urlaub genehmigt wurde war zu dieser Zeit noch nicht einmal Mitarbeiter bei uns.

Welche Chancen auf Erfolg beim Gegenangehen sehen Sie und auf welche Art sollte ich das am besten machen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.08.2011 | 12:15

Sehr geehrter Fragesteller,

wichtig ist, welche Gründe Ihr Arbeitgeber als betriebsbedingt angegeben hat. Diese wurden von Ihnen nicht genau geschildert und sind genau zu überprüfen. Warum ist der Areitsplatz nicht besetzt, können andere Mitarbeiter die keinen Urlaub haben den Arbeitsplatz für den Übergang genauso "gut" wie Sie besetzen, war bei Beantragung des Urlaubs der Engpass vorhersehbar etc. ?

Ohne detaillierte Informationen kann keine verlässliche Einschätzung erfolgen. Dennoch erlaube ich mir anhand Ihrer wenigen Anhaltspunkte eine GROBE Einschätzung. Sofern bei einer Nichtbesetzung für drei Tage keine Katastrophe droht und der Arbeitsplatz auch von anderen anwesenden Arbeitnehmern besetzt werden kann, müssen Sie dem Widerruf des Urlaubs - mangels Vorliegen betrieblicher Gründe - nicht zustimmen.

Ich rate Ihnen die Angelegenheit mit Ihrem Arbeitgeber, ggf. unter Hinzuziehung meiner Einschätzung, zu besprechen und einvernehmlich zu klären. Oft hilft das Argument, dass dieser Ihnen bei Widerruf des Urlaubs Schadensersatz für die dadurch entstandenen Schäden zahlen muss.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen
Tanja Sieben
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 01.08.2011 | 12:58

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 01.08.2011 5/5,0
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