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Unterhalt für volljährige Kinder einklagen?

15.11.2012 21:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


hallo ich habe eine frage ich bin 22jahre alt
und möchte gerne wissen ob ich mein unterhalt einklagen kann
bei meinem vatter er ist abgehauen als ich 6mon alt war und meine mama ist harz iv emfängerin und ich bin mit meinem freund zusammen gezogen ,und bin zu zeit ausbidungssuchend und mein vatter wohnt wieder in dem selben dorf nur ich wil endlich das was mir zu steht von ihm geht das bitte um antwort er hat noch nie unterhalt für mich gezahlt bitte um antwort ich könnte denn unterhalt echt gut gebrsuchen :(

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Sie schreiben, dass Sie 22 Jahre alt und derzeit arbeitssuchend sind. Leider schreiben Sie nichts darüber, was Sie vorher gemacht und wann Sie die Schule beendet haben. Ich kann Ihnen daher nur ganz allgemein antworten.

Grundsätzlich sind Verwandte in gerader Linie nach § 1601 BGB verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.

Jedoch ist nach § 1602 Abs. 1 BGB nur unterhaltsberechtigt, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Grundsätzlich sind volljährige Kinder verpflichtet, für Ihren Unterhalt selbst aufzukommen, es sei denn sie befinden sich in einer Schul- oder Berufsausbildung. Wer sich hingegen nicht in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet, hat grundsätzlich jede Arbeitsmöglichkeit zu nutzen, um seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Seine Eltern kann das volljährige Kind nur dann auf Unterhalt in Anspruch nehmen, wenn es ihm trotz aller Bemühungen nicht gelingt, das Existenzminimum selbst zu sichern. Hier sind die Anforderungen aber sehr hoch. Sie dürften daher derzeit keinen Unterhaltsanspruch gegen Ihren Vater haben.

Etwas anderes könnte aber gelten, wenn Sie die Schule noch nicht lange beendet haben. Nach Verlassen der Schule hat sich das Kind zwar planvoll und zielstrebig um die Aufnahme einer Berufsausbildung zu bemühen (BGH NJW 98, 1555), es wird ihm jedoch eine gewisse Orientierungsphase zugestanden, um ihm die Entscheidung für einen Beruf zu erleichtern und die Suche nach einem Arbeitsplatz zu ermöglichen (BGH NJW 01, 2170). Der Zeitraum der Orientierungsphase hängt vom jeweiligen Einzelfall ab, wobei es auf Alter und Entwicklungsstand sowie die gesamten Lebensumstände des Kindes und in diesem Zusammenhang auch auf eine eventuelle Belastungssituation im Elternhaus ankommt. Zum Teil werden von der Rechtsprechung Orientierungsphasen von mehr als einem Jahr gebilligt.

Sollten Sie noch keine Ausbildung gemacht haben, könnten Sie einen Unterhaltsanspruch haben, wenn Sie eine erste Ausbildung absolvieren. Denn grundsätzlich hat das Kind einen Anspruch auf eine angemessene Ausbildung. Für eine Zweitausbildung besteht hingegen in der Regel kein Unterhaltsanspruch mehr.

Jedoch würde in jedem Falle ein Unterhaltsanspruch nur bestehen, wenn Ihr Vater leistungsfähig wäre nach § 1603 Abs. 1 BGB. Dies wäre er nur, wenn er über ein bereinigtes Nettoeinkommen von mehr als 1.150,00 € monatlich verfügen würde. Zudem wären hier eventuell weitere Kinder Ihres Vaters zu berücksichtigen. Hinsichtlich der Einkünfte und des Vermögens Ihres Vaters hätten Sie ein Recht auf Auskunft gem. § 1604 Abs. 1 BGB.


Sollte es aus der Vergangenheit bereits einen Unterhaltstitel z.B. in Form einer Jugendamtsurkunde, eines gerichtlichen Vergleiches oder eines Urteils geben, könnten unter Umständen noch Unterhaltsrückstände aus der Vergangenheit vollstreckt werden. Dies bedürfte aber einer eingehenden Prüfung.


Gerne bin ich bereit, Ihre Ansprüche genauer zu prüfen und den Auskunftsanspruch gegen Ihren Vater durchzusetzen. Hierzu können Sie meine Kanzlei unter den unten stehenden Kontaktdaten erreichen. Sofern Sie nur über ein geringes Einkommen verfügen, haben Sie Anspruch auf Beratungshilfe. Die anwaltliche Tätigkeit kostet Sie dann lediglich 10,00 €.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch einen ersten Überblick über die Rechtslage geben. Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, dürfen Sie gerne die Nachfragemöglichkeit nutzen. Wenn Sie zufrieden sind, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann
Rechtsanwältin

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