Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.316
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfall in Frankreich - Schadenersatz

28.11.2009 20:36 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Im April diesen Jahres wurde ich in Colmar von einer Autofahrerin, die eine Tankstelle verließ angefahren. Ich befand mich auf dem Radweg und die Schuld lag bei der Autofahrerin. Das ergab auch die polizeiliche Aufnahme des Unfalls. Die Versicherung war die MAAF, deren Versicherungsvertretung in 'Deutschland die Gothaer ist. Ich stellte also meine Forderungen an die Gothaer
a) Fahrradreparatur (ca 360 Euro zwischenzeitlich erstattet)
b) Kleider (75 Euro zwischenzeitlich erstattet)
c) Brille für 1100 Euro (nach Gutachterermittlung des Zeitwertes 620 Euro erstattet.)
d) Anteil der Kosten für das Ferienappartments, das ich nach 2 Tagen verlassen musste - eine Woche war bezahlt Zwischenzeitlich erstattet)
e) Die Krankenubehandlungskosten habe nach einigen Wochen an meine Versicherung -Beihilfe und Private- abgetreten, nachdem sich abzeichnete, dass die Erstattung zäh wurde. Damit habe ich gottlob nun nichts mehr zu tun.
f) Noch nicht erstattet: Meine Forderung wegen entgangenem Urlaub, den ich als Lehrerin nicht nachholen kann. Ich war die gesamten Osterferien krank geschrieben und konnte garnichts machen. So wie ich aussah, wäre es auch nicht möglich gewesen sich unter Menschen zu begeben. Hier wurde mir mitgeteilt, dass es diese Kategorie als Schadensersatz im französischen Recht gar nicht gebe.
g) Ebenfalls nicht erstattet wurde ein Schmerzensgeld - hierzu hat man sich trotz mehrfacher Aufforderung meinerseits nicht geäußert.

Ich hatte schwere Prellungen in Gesicht und am Körper. Über dem Auge musste eine klaffende Wunde geklebt werden. Eine Narbe, die sich senkrecht die Braue und ca 1 cm durchs Lied zieht, ist immer noch sichtbar. Ich habe die Fotos, die mein Mann am gleichen Tag gemacht hat, eingereicht. Das Attest der Ärztin aus dem Krankenhaus in Colmar spricht von 3 Tage Pflegebedürftigkeit, da ich notwendige Verrichtungen nicht selbst durchführen könne.
Mein Halswirbel musste über Wochen behandelt werden. Ich habe immer noch kein Gefühl über dem rechten Auge. Die Stelle fühlt sich an wie ein Lederflicken im Gesicht. Das Auge tut gelegentlich immer noch weh und trieft mitunter.
Um die Sache möglichst schnell abwickeln zu können habe ich meiner Ansicht nach moderate Forderungen gestellt: 1500 Euro für den entgangenen Urlaub für mich und meinen Mann, der mich zu Hause gepflegt hat.
Außerdem 1500 Euro Schmerzensgeld - ein Betrag, den ich für relativ leichte Entstellungen und Schmerzen in einer Tabelle im Internet gefunden hatte , die für Frankreich gilt. Ich bin allerdings der Meinung,dass es sich eher um mittelschwere Beeinträchtigungen handelt. Ich war insgesamt 2 Wochen krank geschrieben.
Als Antwort schickte man mir ein Formular, auf dem mein Arzt mir bescheinigen soll, ob die Sache abgeheilt ist und ob noch Schäden kommen könnten. Dieses Formular habe ich noch nicht zurückgesandt, weil es meiner Ansicht nach so nicht korrekt ist. 1. Wem sollte ich das vorlegen? Einem plastischen Chirurgen, oder dem Augenarzt oder dem Hausarzt? Außerdem weiß ich nicht, was man daraus macht. Zudem hatte ich ja den Regress an meine Versicherer abgetreten.
Nun zu meinen Fragen:
Muss ich den Zeitwert der Brille akzeptieren oder den Wiederbeschaffungswert? Die Verordnung für eine neue Brille zeigte die gleiche Sehstärke an.
Muß ich franz. Recht akzeptieren, auch , wenn die Sache in Deutschland von einer deutschen Gesellschaft abgewickelt wird?
(Der Staatsanwalt, der das Verfahren gegen die Schädigerin eingestellt hat, teilte mir mit, dass ich zivilrechtliche Forderungen stellen kann, 'Gerichtsstand sei Colmar).Ich erinnere mich im Internet einen franz. Text gefunden zu haben, der -wenn ich ihn recht verstanden habe, es dem Geschädigtren überlässt, nach welchem Recht er bearbeitet wird, wenn es zu "Kollisionen" kommt. Ich vermute es handelt sich um Kollision zweier nationaler Vorgehensweisen. Vieles ist ja schon EU-mäßig reguliert.
Kann ich keinen entgangenen Urlaub geltend machen?
Welches Schmerzensgeld kann ich (auch nach franz. Recht) geltend machen? Und wie kann ich die Gothaer zu einer Stellungnahme bzw. zur Zahlung des Schmerzensgeldes veranlassen? Sollte/muss ich eine Klage einreichen? In Deutschland oder gleich in Frankreich unter Verzicht auf die Vermittlerrolle der Gothaer, die ich eingeschaltet habe, weil ich glaubte, es ginge dann schneller?
Sehen sie eine Möglichkeit eine Klage zu vermeiden?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Ratsuchende,

ich gehe davon aus, dass die Unfallgegnerin Fransösin ist, jedenfalls keine Deutsche, so dass sich die Abwicklung des Unfallschadens nach französischem Recht richtet. Seit dem 01.01.2003 muß jedes ausländische Versicherungsunternehmen einen Regulierungsbeauftragten für die Schadenbearbeitung in Deutschland benennen. Dies vereinfacht die Schadensabwicklung in der Regel deutlich, zumal nach französischem Recht der Versicherer nicht zum Ersatz etwaiger anwaltlicher Kosten für die Schadensabwicklung verpflichtet ist. Bereits hierin liegt ein Unterschied zum deutschen Recht.

Der Beauftragte der französischen Versicherung muß den Unfallschaden ab Anmeldung des Schadensfalles innerhalb von drei Monate bearbeiten.

Insbesondere bei der Geltendmachung von Schmerzensgeldansprüchen sind nach französischem Recht teilweise höhere Abfindungen zu erzielen, als dies nach deutschem Recht möglich wäre.

Insoweit empfiehlt sich in der Schadenssache generell die weitere Korrespondenz mit dem beauftragten deutschen Versicherer. Speziell wegen des Schmerzensgeld sollte Sie so vorgehen, dass Sie den Versicherer von der ärztlichen Schweigepflicht
entbinden, die Ärzte, bei denen Sie in Behandlung standen und stehen benennen und den Versicherer bitten, ärztliche Atteste von dort aus einzuholen. Man wird Ihnen dann die
Atteste zuschicken und Sie können dann die Höhe des Schmerzensgeldes beziffern. Hier sollten Sie dann auch erwägen, ob die erlittenen Verletzungen noch in der Zukunft zu Einschränkungen führen können. Sie sollten daher zunächst einen Vorschuss auf das Schmerzensgeld verlangen und bei zu erwartenden zukünftigen Schäden die Sache wegen des Schmerzensgeldes nicht gleich endgültig abschließen.

Einigen Arten von Ansprüchen, wie sie das deutsche Recht kennen werden nach französischem Recht geringer, bzw. nicht ersetzt oder nur unter bestimmten Voraussetzungen. Hier könnte es wegen des entgangen Uralubes sicherlich Probleme geben.

Wegen der Brille sollte die Sache nochmals eingehend geprüft werden. Grundsätzlich ist hier der erlittene Schaden zu ersetzen, also der Zeitwert. Allerdings sollte hier das Gutachten noch eingehend weiter geprüft werden, und zwar hinsichtlich Alter, Veränderung der Sehstärke, etc. Ggf. sollten Sie hier Ihren Optiker ansprechen.

Grundsätzlich könnten Sie z.B. in Erwägung ziehen: Brillengläser können des öfteren in ein neues Gestell eingearbeitet werden, so dass es angebracht scheint Brillenfassung und Brillengläser gesondert zu bewerten. Die Fassung ist aufgrund modischer Trends einer Wertminderung unterworfen, hier werden öfters 25% pro Jahr als Abzug berechnet. Bei den Brillengläsern gibt es grundsätzlich keinen Zeitabschlag. Hier kommt es auf den Zustand der Gläser und den Nutzen nach den vorliegenden bzw. aktuell benötigten Stärken an. Sollte der Zustand auch nach Jahren der Gläser noch sehr gut sein und sich keine Änderung in den Stärken ergeben haben, so entspricht der Gebrauchswert der Gläser dem Wiederbeschaffungswert.

Zur Frage einer Klage zum jetzigen Zeitpunkt: Da die Vorgehensweise zum Schmerzensgeld und zur Brille noch die endgültig außergerichtlich abgeschlossen sind, sollte die Sache zunächst außergerichtlich weiter betrieben werden.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63621 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführlich, gut verständlich und vor allem eine hilfreiche Antwort da absolut nachvollziehbar. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare Antwort! Und gute Beratung für künftige Fälle. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare und kompetente Antwort. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER