Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Umzug der Kinder gegen Willen des Ehemannes

| 27.10.2008 10:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Ich (Ehemann) bin seit 9 Jahren verheiratet und wir haben 2 Söhne (5 Jahre und 3 Jahre). Wir haben das gemeinsame Sorgerecht für beide Kinder. Wir leben in Dresden.

Ende Januar 2008 haben wir auf ausdrücklichen Wunsch meiner Frau die gemeinsame Wohnung gekündigt. Mitte April ist meine Frau und ich jeweils in eine eigene 3-Raum-Wohnung gezogen. Sie bewohnt seitdem eine 3-Raum-Wohnung mit Kinderzimmer, ich wohne ebenfalls in einer 3-Raum-Wohnung mit Kinderzimmer in nächster Nähe. Wir wohnen nur ca. 2 km voneinander entfernt, um uns regelmäßig beide um die Kinder kümmern zu können. Die Trennung verlief harmonisch. In dieser Zeit sind wir im März und im Juli für jeweils eine Woche gemeinsam mit den Kindern in den Urlaub gefahren. Ich wohnte bis Mitte August mindestens 3 Tage in der Woche bei meiner Frau, wir waren an 3 von 4 Wochenenden im Monat zusammen mit den Kindern in meiner oder Ihrer Wohnung. Zusätzlich hatte ich die Kinder alleine noch jeden Mittwoch bis Donnerstag und an einem ganzen Wochenende im Monat in meiner Wohnung betreut. Ich habe die Kinder seit der Wohnungstrennung Mitte April bis Mitte August regelmäßig an mindestens 20 Tagen im Monat allein oder gemeinsam mit meiner Frau betreut. Man kann also von einem Wechselmodell sprechen.

Meine Frau hat seit Mitte August einen neuen Freund. Da ich seit Mitte August nicht mehr regelmäßig bei meiner Frau wohne und damit die Kinder betreuen kann, haben wir uns Mitte September auf einen wöchentlichen Wechsel der Kinder beim jeweils anderen Elternteil geeinigt. Die Kinder sind nun die Hälfte der Zeit also an 15 Tagen im Monat bei mir. Meine Frau und ich wechseln uns bei der Kindbetreuung im Wechselmodell für jeweils eine Woche ab. Ich habe die Kinder auch regelmäßig im Krankheitsfall betreut.

Der neue Freund meiner Frau kommt aus einem 60 km von Dresden entfernten Dorf. Vor 4 Wochen habe ich per Zufall erfahren, dass meine Frau beabsichtigt mit den Kindern in nächster Zeit zu Ihm zu ziehen. Der Ort ist ca. 60 km bzw. ca. eine Autostunde von unserem jetzigen Wohnort Dresden entfernt. Sie will von mir bis Ende November eine Vollmacht, damit sie mit den Kindern aus Dresden wegziehen kann.

Ich bin gegen einen Umzug der Kinder:

1. Das Wechselmodell das wir seit unserer Wohnungstrennung praktizieren, würde aufgrund der Entfernung und der im nächsten Jahr anstehenden Einschulung vom Großen nicht mehr möglich sein. Ich will für die Kinder jeder Zeit erreichbar sein und mich als Papa intensiv um meine Kinder kümmern, ich will sie aufwachsen sehen und dazu ist ein enger Kontakt erforderlich. Dieser enge Kontakt ist bei Umzug aufgrund der Entfernung nicht mehr zu realisieren.
2. Die Kinder sollen in Ihrem sozialen Gefüge, in Ihrem gewohnten Umfeld (Dresden) bleiben, hier wohnt der Papa, die Oma, hier ist die Kita und ihre Freunde.
3. Wenn meine Frau wegzieht, können die Kinder Ihren Papa aufgrund der großen Entfernung höchsten 2 mal pro Monat am Wochenende sehen. Die Kinder lieben Ihren Papa und weinen regelmäßig am Telefon, wenn Sie mit mir sprechen und sagen dass Sie mich sehr vermissen obwohl ich derzeit nur 2 km entfernt wohne und ich sie regelmäßig sehe. Nach Wegzug meiner Frau mit den Kindern werden die Kinder in einen großen seelischen Konflikt geraten und deshalb sehe ich auch hier das Kindeswohl gefährdet.
4. Das große Kind wurde hier in Dresden für nächstes Jahr für die Schule angemeldet, soll aber bei Umzug auf dem Dorf zur Schule gehen.
5. Meine Kinder werden ebenfalls regelmäßig von Ihrer Oma betreut, die auch hier in der Stadt wohnt. Die Kinder haben auch ein sehr enges Verhältnis zur Oma. Die Oma ist Rentnerin und nicht mobil. Der Wegzug der Kinder würde ebenfalls einen Entzug der Kinder von der Oma bedeuten.
6. Zeitproblem: Meine Frau hätte zukünftig einen Arbeitsweg von 2 Stunden täglich. Bei einer 35 Stunden Woche sehe ich Probleme sich ausreichend um die Kinder zu kümmern.
7. Aufgrund der kurzen Beziehung meiner Frau halte ich den Umzug für verfrüht.
8. Letztendlich sehe ich auch ein finanzielles Problem: Die Benzinkosten von 250 € pro Monat sind sehr hoch und ich fürchte, dass dann nicht mehr ausreichend finanzielle Mittel zum Wohl der Kinder zur Verfügung stehen.

Aus diesen Gründen bin ich gegen einen Umzug der Kinder. Ich möchte die Kinder weiterhin im Wechselmodell betreuen. Meine Frau möchte ab Januar umziehen und das Residenzmodell (Papa alle 2 Wochen am Wochenende die Kinder) durchsetzen. Wenn ich ihr die Umzugsvollmacht nicht unterschreibe, wird sie einen Anwalt beauftragen.

Fragen:


1. Ist meine Frau im Recht, kann Sie mit den Kindern machen was sie möchte und ich muss mich als Ehemann fügen, trotz bisherigem Wechselmodell?
2. Gibt es eine unter diesen Umständen eine reale Chance den Umzug der Kinder, weg vom Papa, zu verhindern, wenn ja, wie?
3. Wie entscheiden in diesem Fall im allgemeinen die Familiengerichte. Pro Mama oder pro Papa?

Danke.

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Da Sie das gemeinsame Sorgerecht haben, müssten Sie einem Umzug der Kinder zustimmen.
Sollten Sie diese Zustimmung verweigern, dann müsste Ihre Frau die teilweise Übertragung des Sorgerechts beantragen, um das Aufenthaltsbestinnungsrecht inne zu haben.

In allen Entscheidungen, die über die Alltagsangelegenheiten hinausgehen, wird nach § 1687 BGB eine gemeinsame Entscheidung der Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht verlangt. Hierzu zählt auch ein Umzug.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht umfasst die Befugnis, darüber zu entscheiden, wo die Kinder sich aufhalten sollen.

Die Entscheidung des Gerichts richtet sich danach, ob es dem Kindeswohl (und nur dem Kindeswohle) entspräche, wenn das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Ihrer Frau läge und damit ein Umzug ohne Ihre Zustimmung vorgenommen werden dürfte.
Gegen die Antragstellung könnten Sie zunächst einwenden, dass dadurch das Umgangsrecht erschwert würde. Bei einer Entfernung von lediglich 60 km ist dieser Punkt jedoch wohl nicht entscheidend, da erheblich höhere Entfernungen von Gerichten in der Vergangenheit noch als zumutbar angesehen wurde.
Auch könnte die Betreuung und der Kontakt mit Oma und Opa gegen den Umzug angebracht werden.
Wie das Gericht letztendlich entscheiden wird, hängt von allen Umständen des Einzelfalles ab und kann hier nicht abschließend geklärt werden.

Wenn Sie also weiterhin die Zustimmung zu dem Umzug verweigern, wird Ihre Frau gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Natürlich könnten auch Sie Ihrerseits das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen.
Sie sollten jedoch daran denken, dass ein solches Verfahren sehr langwierig sein kann und Ihre Kinder wohl darunter leiden würden, wenn sich das immer noch gute Verhältnis Ihrer Eltern hierdurch verschlechtern würde.
Für das Kindeswohl wäre damit eine außergerichtliche Lösung auf jeden Fall am Besten.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2008 | 10:57

Danke.
Eine Frage noch. Wir hatten bisher das Wechselmodell, also waren die Kinder jeweils eine Woche abwechselnd bei den Eltern. Habe ich nach Ihrer Einschätzung als Ehemann nicht eindeutig die besseren Argumente: 1. gewohnte Umgebung 2. Papa und Oma in Nähe 3.Kürzere Wege und damit mehr Zeit für die Kinder oder wird bei den Gerichten von vornherein das Recht der Mutter höher angesetzt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2008 | 11:24

Sehr geehrter Fragesteller,

sicherlich haben Sie gewichtige Argumente, warum eine Beibehaltung der jetzigen Regelung von Vorteil wäre. Andererseits kann man Ihrer Exfrau nicht verwehren, an einen anderen Ort zu ziehen. Daher stellt das Gesetz auf das Kindeswohl ab. Was das Beste für das Kind ist, entscheidet aber somit im Zweifel der Richter. Ob dieser dazu tendiert, grundsätzlich die Interessen der Mutter mit denen des Kindes gleichzusetzen, vermag ich nicht zu sagen; jedoch ist natürlich häufig gerade dann, wenn es noch um kleine Kinder geht, die Ansicht überwiegend, dass die Nähe zur Mutter wichtiger ist als andere Bindungen. Sollten Sie also keine Lösung mit der Exfrau finden, so muss das Gericht entscheiden; da hier die Entfernung nicht zu groß ist und sicherlich eine Lösung zu finden sein wird – z.B. fällt Ihrem Ältesten bei der Einschulung eine Eingewöhnung sicher leichter, als wenn er bereits mehrere Jahre in die selbe Schule gehen würde! -, müssen Sie leider auch mit einer für Sie negativen Entscheidung rechnen, auch wenn ich dies natürlich wie erwähnt nicht mit Sicherheit sagen kann. Sollte es aber zu einem gerichtlichen Streit kommen, rate ich Ihnen an, sich ebenfalls anwaltlich vertreten zu lassen, um nicht letztlich vollkommen übervorteilt zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2008 | 11:38

Danke.
Eins habe ich nicht verstanden. Wir hatten bisher das Wechselmodell, also waren die Kinder jeweils eine Woche abwechselnd bei den Eltern. Habe ich nach Ihrer Einschätzung als Ehemann nicht eindeutig die besseren Argumente: 1. gewohnte Umgebung 2. Papa und Oma in Nähe 3.Kürzere Wege und damit mehr Zeit für die Kinder oder wird bei den Gerichten von vornherein das Recht der Mutter höher angesetzt?

Bewertung des Fragestellers 27.10.2008 | 11:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"I.O. Danke."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.10.2008 4,2/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69200 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort war sehr veständlich und ausführlich. Ich bin sehr zufrieden und kann Herrn Geißlreiter weiterempfehlen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles , was ich wissen wollte, habe ich erfahren. Darüber hinaus habe ich Hinweise erhalten, die wichtig sind. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank! Schnell und kompetent weitergeholfen. ...
FRAGESTELLER