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Herausgabeantrag / Frau und Kinder im Frauenhaus

16.07.2018 17:23 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Meine Frau leidet seit mehreren Monaten unter Angstzuständen, die sich auf meine Person beziehen.
Im Anschluss an einen stationären Krankenhausaufenthalt (wegen akuter Panikattacken) ist sie quasi direkt aus dem Krankenhaus mit beiden Kindern in ein Frauenhaus gegangen.
Dort hat sie dem Vernehmen nach angegeben, unter psychischer - nicht körperlicher - Gewalt von meiner Seite zu leiden (bezieht sich wohl auf Streits im letzten Winter) und sich daher von mir trennen zu wollen.

Mir ist klar, dass das Vorgehen dem Straftatbestand Kindesentzug entspricht.
Mir ist auch klar, dass ich beim Familiengericht einen Herausgabeantrag stellen kann.
Allerdings wurde ich seitens einer lokalen Anwältin in der Erstberatung darauf hingewiesen,
dass dies in einer üblen Schlammschlacht enden würde, da die Gegenseite (Frau und Frauenhaus-Berater) mir dann sehr wahrscheinlich Gewalt unterstellen würden, um den Kindesentzug nachträglich zu legalisieren
und den Herausgabeantrag abzuwehren.
Diese Art der Falschbeschuldigung sei wohl eine übliche "Abwehrreaktion" bei Herausgabeanträgen, um das Verfahren einerseits in die Länge zu ziehen und Fakten (vor allem Kindesentwöhnung) zu schaffen.
Sie hat mir trotzdem geraten, einen Herausgabeantrag zu stellen.

Ich habe kein Interesse an einer langwierigen Schlammschlacht, sondern an einer möglichst zeitnahen sinnvollen Lösung.
Falls entgegen meiner starken Hoffnung die Ehe nicht mehr zu retten sein sollte, bin ich trotzdem an einem möglichst guten Verhältnis zu meiner Frau interessiert, da wir ja zwei Kinder zusammen haben.
Ich würde daher ungerne nun vors Familiengericht ziehen und nun eine langwierige und schmerzhafte Prozessserie beginnen.

Allerdings hat mich die lokale Anwältin gewarnt, dass ich durch das "Nichtstun" ja quasi die Kinder "aufgebe", damit einerseits im weiteren Verlauf ein Umgangsrecht vereinbaren müsste
und quasi implizit einem Residenzmodell (mit Kindern bei ihr) zustimmen würde und damit auch unterhaltspflichtig (Betreuungsunterhalt) gegenüber meiner Frau würde.
Was mich aktuell massiv stört: In den drei Wochen seitdem das passiert ist, habe ich meine Kinder nicht sehen können, daher bin ich mir nicht sicher, ob das weitere Vorgehen auch von Seiten meiner Frau konstruktiv sein wird.

Ich hätte hier daher gerne eine Einschätzung zu folgenden Punkten:

1. Ist mein Verhalten ("Nicht-Auf-Herausgabe-Klagen") und die Gründe dafür plausibel, oder wäre aus juristischer Sicht - wie von der lokalen Anwältin empfohlen - in jedem Fall zu einem Herausgabeantrag zu raten?
Ist es überhaupt möglich, einen erfolgreichen Herausgabeantrag hinterher in der Praxis durchzusetzen, wenn die Frau und Kinder sich in einem Frauenhaus befinden?

2. Welche Nachteile können mir in einem späteren Sorgerechtsstreit entstehen, falls ich jetzt keinen Herausgabeantrag stelle?
Würde dies z.B. meine Position schwächen, wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt eine gleichberechtigte Kindesbetreuung ("Wechselmodell" o.ä.) durchsetzen möchte?

3. Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt einen Umgang mit meinen Kindern auch anderseitig durchsetzen?
Mit dem Jugendamt hatte ich bereits gesprochen, die können meine Frau nur "beraten", mir den Umgang zu ermöglichen (was sie auch schon getan haben, allerdings ohne Erfolg).

Herzlichen Dank im Vorraus!

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Sehr geehrter Fragesteller,




Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


1. Ihre Gründe sind sicher plausibel, nachvollziehbar und berücksichtigen auch das Kindeswohl. Gleichwohl besteht die Gefahr einer Entfremdung zwischen Ihnen und den Kindern, während sich die Bindung zur Mutter zwangsläufig verfestigt. Das könnte einem späteren Herausgabeantrag dann entgegenstehen.

2. Bei einer späteren Entscheidung ist der dann vorherrschende Zustand bei der Kindeswohlabwägung zugrunde zu legen. Wenn die Mutter bis dahin die einzige Bezugsperson ist, müssen Sie damit rechnen, dass die Entscheidung allein deshalb zugunsten der Mutter fällt.

3. Wenn weder über das Jugendamt noch außergerichtlich über Ihre Anwältin ein angemessener Umgang durchgesetzt werden kann, sollten Sie ernsthaft an eine gerichtliche Durchsetzung zumindest des Umgangsrechts denken. Dies kann zumindest der Entfremdung entgegenwirken, gleichzeitig können Sie etwas sicherer erfahren, wie es Ihren Kindern geht und was sie bewegt. Ob ein Herausgabeantrag oder ein Sorgerechtsantrag sinnvoll sind, können Sie möglicherweise bei regelmäßigem Umgang besser beurteilen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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