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Umgangsrecht - gemeinsames Sorgerecht

29.05.2018 08:45 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich bin seit Februar 2018 geschieden, wohne jetzt in der Nähe von Würzburg und habe 3 Kinder. Wir haben gemeinsames Sorgerecht und das Umgangsrecht wurde vom Jugendamt geklärt. Dachte ich!
Ich fahre fast 300 km alle 2 Wochen um meine Kinder für ein Wochenende zu holen, oder meine Familie holt die Kinder von Schule und Kindergarten und wir treffen uns auf der Hälfte der Strecke.
Meine Ex-Frau kennt leider keinerlei Gesetze und Rechte. Sie macht das, was Sie will und das Jugendamt schaut mal wieder weg.
Sie verbraucht den Unterhalt für sich und die Kinder bekommen kaum anständiges Essen. Jedesmal wenn sie bei mir sind, freuen sie sich und sagen "endlich was gescheites zum Essen". Worte der Kinder!
Es war vereinbart, dass ich die Kinder die 2. Pfingstferienwoche habe. Am Sonntag war vereinbart (da es das Wochenende meiner Ex-Frau war), dass ich die Kinder um 18.00 Uhr abhole. Wie immer weinte die Kleine (4 Jahre), sobald sie aber im Auto saß hörte sie auch auf. Meine Ex-Frau stürmte dann zum Auto und holte alle Kinder mit einer Brutalität aus dem Auto, die ich überhaupt nicht verstehen kann. Ich wollte dies verhindern daraufhin biss meine Ex-Frau mich in den Finger (musste ärztlich versorgt werden). Ihr Vater kam dann dazu und gab mir eine Ohrfeige. Das alles vor den Kindern.
Der Finger wurde im Krankenhaus verarztet und ich machte Anzeige bei der Polizei. Meine Ex-Frau war auch im Krankenhaus (warum weiß ich nicht; sie wurde von mir in keinster Weise geschlagen etc. - meine Lebensgefährtin und ihre Tochter waren Zeugen)
Am nächsten Tag informierte ich das Jugendamt. Die erklärten mir, dass ich so weiter machen soll wie bisher. D. h. alles über mich ergehen lassen, mich beleidigen lassen, mich schlagen lassen, Hauptsache die Klappe halten.
Seit dem Urteil des Umgangsrechtes hat meine Ex-Frau sehr viele Verstöße gegen das Umgangsrecht. Das alles interessiert das Jugendamt überhaupt nicht. Warum gibt es dann dieses Umgangsrecht, wenn sich die Mutter nicht dran halten muss?
Jetzt wurde von der Polizei ein Kontaktverbot für beide Parteien für 2 Wochen ausgesprochen.
Ich weiß inzwischen nicht mehr wie ich mich noch verhalten soll und machen soll. Die Kinder sind die ganze Zeit (Ferien) in einer Tageseinrichtung oder bei den Eltern meiner Ex-Frau. Das wären die ersten Ferien gewesen, wo ich meine Kinder mal gehabt hätte.
Hat der Vater, der immer nur zum Wohle seiner Kinder handelt überhaupt keine Rechte?

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die Frage des Umgangsrechts und vielleicht auch des Sorgerechts ist in rechtlicher Hinsicht keine allzu komplizierte Materie, jedoch zeigt die tägliche Praxis des mit Familiensachen befassten Rechtsanwalts, dass gerade die Umsetzung einer Umgangsrechtsregelung erhebliche Schwierigkeiten bereitet, wenn sich ein Elternteil nicht an Vereinbarungen hält.

Deshalb macht es wenig Sinn, einen derartig komplexen Sachverhalt zu versuchen "für kleines Geld" im Internet zu lösen.

Vor diesem Hintergrund kann ich Ihnen, insbesondere zum Wohl Ihrer Kinder, nur dringend raten, einen Rechtsanwalt vor Ort aufzusuchen und mit ihm die Sachlage zu besprechen und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Genau das kann dieses Forum definitiv nicht leisten.


2.

Deshalb einige Hinweise:

Sorgerecht und Umgangsrecht sind zwei rechtliche Materien, die streng voneinander zu trennen sind.

In Ihrem Fall geht es nach der Sachverhaltsschilderung um die Ausübung und Umsetzung des Umgangsrechts. Sorgerechtliche Fragen sind in Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht angesprochen.

Sie haben in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt mit der Kindesmutter ein Umgangsrecht vereinbart. D.h., das Umgangsrecht ist nicht durch einen gerichtlichen Beschluss tituliert, vielmehr handelt es sich um eine freiwillige Regelung verbunden mit der Hoffnung, dass diese Regelung umgesetzt wird. Funktioniert die Umsetzung der Umgangsregelung nicht, werden Sie, jedenfalls im Regelfall, vom Jugendamt keine zielführende Unterstützung erhalten.

Deshalb wird zu überlegen sein, ob Sie einen Antrag bei Gericht stellen, dass das Umgangsrecht definitiv und verbindlich geregelt wird. In einem solchen Fall wird die Umgangsrechtsregelung tituliert, entweder durch Beschluss oder durch Vergleich, mit der Folge, dass Sie dann, wenn die Ausübung des Umgangsrechts nicht funktioniert, Vollstreckungsmaßnahmen ergreifen könnten.

Auch sind Dinge, wie Sie sie beschreiben, Angelegenheiten, die dem Wohl der Kinder mit Sicherheit nicht zuträglich sind.


3.

Ihre Ehefrau hat gezeigt, dass sie nicht willens ist, sich an die unter Mitwirkung des Jugendamts getroffene Umgangsvereinbarung zu halten. Demzufolge haben Sie nur die Möglichkeit, einen gerichtlichen Titel (siehe oben) zu erwirken.

Aufgrund Ihrer (traurigen) Schilderung habe ich den Eindruck, dass die Angelegenheit, was die Kommunikation mit der Kindesmutter angeht, dermaßen festgefahren zu sein scheint, dass jegliche Besprechung oder Abrede schon im Vorfeld scheitert.

Ein Gericht hat, wenn es einen derartigen Sachverhalt zur Entscheidung vorgelegt bekommt, zahlreiche Möglichkeiten. Unter anderen kann das Gericht veranlassen, dass bezüglich der Kinder ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit der Eltern eingeholt wird.

Wenn Sie also etwas erreichen wollen, und wenn Sie den status quo nicht beibehalten möchten, bleibt Ihnen nur der Weg, über einen Rechtsanwalt gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Alternative sehe ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung definitiv nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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