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Übertragung eines geschenkten Hauses auf Ehemann

| 25.09.2014 11:45 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Zugewinn bei Erwerb eines Hauses während bestehender Ehe

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde in naher Zukunft ein Haus von meinen Großeltern geschenkt (vorzeitig vererbt) bekommen. Für diese Übertragung des Hauses wird es einen Vertrag geben, der einen Kaufpreis von 70.000€ beinhaltet, welche meine Großeltern als Erbe an Ihre Kinder auszahlen wollen. Das Haus werden wir nach dem Umbau gemeinsam als 4 Köpfige Familie bewohnen.

Nun fragt uns der Notar, ob der Kaufvertrag auf mich oder auf beide Ehepartner ausgestellt werden soll.

Um diese Frage für uns optimal beantworten zu können, möchte ich folgendes wissen:
1. Wenn ausschließlich ich im Grundbuch stehe:
Welcher Zugewinn zählt im Falle einer Scheidung, wenn das Haus eine Wertsteigerung von 50T€ durch Umbau erfährt? Dieser Umbau ist für einen Einzug notwendig und wird mit einem Kredit von beiden zu gleichen Teilen bezahlt.

2. Wenn wir beide als Käufer auftreten und von Beginn an im Grundbuch stehen (laut dem Notar ist es für mich mit 50% des Marktwertes weiterhin Erbe und für Ihn mit 50% Kauf):
Wie stellt sich die Zugewinnrechnung für beide dar, wenn eine Wertsteigerung von 50T€ angenommen wird?

3. Wenn ich zunächst im Grundbuch alleine stehe und ihm aber im Laufe der Ehe 50% des Hauses schenke (mit Eintragung von beidem im Grundbuch):
Wie stellt sich hier die Zugewinnrechnung für beide dar.

In jedem Fall ist davon auszugehen, dass bei Eheschließung keine Partei ein Anfangsvermögen hatte und neben dem Haus inkl. Wertsteigerung kein Endvermögen und keine Schulden bestehen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

J.R.

Einsatz editiert am 25.09.2014 12:12:51

25.09.2014 | 13:19

Antwort

von


(755)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Beim Zugewinnausgleich wird für jeden Ehegatten das Anfangsvermögen (AV) und das Endvermögen(EV) bestimmt. Eine Differenz stellt den Zugewinn dar. Der Ausgleich erfolgt, in dem die Hälte der Differenz an den Ehegatten ausgezahlt wird, der den niedrigeren Zugewinn während der Dauer des Güterstandes erzielt hat.

Für die Rechenbeispiele gehe ich einmal fikitv von einem Wert des Hauses von 100.000 EUR - einschliesslich Wertsteigerung 150.000 EUR- aus. Ausserdem wird vorausgesetzt, dass es sich um ein erbschaftsbezogenen Erwerb handelt ( wie dies offenbar auch der Notar sieht).

1.
AV Ehefrau: 100.000,-
EV Ehefrau: 150.000,-

Zugewinn: 50.000,-

AV Ehemann: 0
EV Ehemann: 0

Zugewinn 0

Ausgleichsforderung Ehemann: 25.000,-

2.
AV Ehefrau: 50.000,-
EV Ehefrau: 75.000,-

Zugewinn: 25.000,-

AV Ehemann: 0
EV Ehemann: 75.000,-

Zugewinn: 75.000,-

Ausgleichsforderung Ehefrau: 25.000,-

3.
AV Ehefrau: 100.000,-
EV Ehefrau: 125.000,-

Zugewinn: 25.000,-

AV Ehemann: 0,-
EV Ehemann: 75.000,-

Zugewinn: 75.000,-

Ausgleichsforderung Ehefrau: 25.000,- EUR


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

Bewertung des Fragestellers 25.09.2014 | 13:33

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ANTWORT VON

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24105 Kiel
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