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Steuerrecht bei Erbschaft

23.01.2018 10:01 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.


Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ich bitte um eine kurze rechtliche Einschätzung zum nachfolgenden Fallbeispiel.

Der Erblasser (A) vererbt seinem Enkel (B) sein Vermögen in 2012. Die Tochter (C) des A bzw. Mutter des B wurde testamentarisch enterbt, und der Pflichtteil entzogen.

Kurze Zeit nach dem Tod des A erhält B von der Finanzverwaltung einen Ausfüllbogen mit der Bitte um Angabe des Wertes des Nachlasses des A.
Der B gibt die Daten nach bestem Wissen und Gewissen an. Es besteht ein Haus sowie etwas Bargeld.

In 2013 findet eine außergerichtliche und anwaltliche Auseinandersetzung zwischen B und C wegen Erbansprüchen statt.
Auf anwaltliches Raten hin, zahlt B dann circa 25% des Wertes des Erbes an C aus.
B nimmt hierfür einen Kredit mit Grundschuldsicherung auf.

In 2017 verkauft B das in 2012 geerbte Haus zu einem höheren Betrag, als damals im Ausfüllbogen angegeben. Es sei gesagt, dass B auch einige tausend Euro in das Haus investiert hat. Belege liegen aber leider keine mehr vor.

Frage 1: wird das Erbe durch die Auszahlung der 25% an C im Allgemeinen gemindert? Auch gegenüber der Finanzverwaltung?

Frage 2: Muss B mit einer steuerlichen Nachzahlung rechnen? Wenn ja, um welche Art der Nachzahlung?

Sofern Frage 1 bejaht wird, wäre B trotz höherem Verkaufserlös noch unter der Erbschaftsfreigrenze.


Einsatz editiert am 24.01.2018 13:52:52

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Frage 1:

Der Nachlass ist aus § 12 ErbStG nach dem Bewertungsgesetz (BewG) zu bewerten und wird, abzüglich der Freibeträge des § 16 ErbStG dann versteuert.

Ihr steuerpflichtiger Erwerb aus § 10 Abs. 1 ErbStG ist aber nur der Teil des Nachlasses, der Ihnen zugeflossen ist. Da 1/4 des Nachlasses an Dritte ausbezahlt wurden, sind diese 1/4 auch heraus zu rechnen. Diese bei der Berechnung des steuerpflichtigen Erwerbs nicht zu berücksichtigen.

Frage 2:

Die Immobilie wurde 2012 geerbt und 2017 veräußert. Hier liegt schon begrifflich kein steuerbares privates Veräußerungsgeschäft vor, da Sie hier innerhalb der Dreijahresfrist des § 23 Abs. 1 Nr. 1 S. 3 EStG liegen. Jedenfalls dann, wenn die Immobilie zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.

Haben Sie nicht selber darin gewohnt, so können Sie sich dennoch die Zeit anrechnen lassen, die der Erblasser die Immobilie in seinem Eigentum hatte, da Sie der Rechtsnachfolger des Erblassers geworden sind.

Kommen Sie insgesamt auf 10 Jahre, so wäre der Verkauf steuerfrei und es wäre mit keiner Nachzahlung oder Nachforderung zu rechnen.

Gleiches gilt in Bezug auf die Bewertung des Nachlasses. Hier ist der Wert der Immobilie in 2012 entscheidend, nicht in 2017. Hier würde man nicht zu einem höheren Wert des Nachlasses kommen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2018 | 21:00

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe einen der beiden Wohnungen des Hauses selbst bewohnt, die andere vermietet, um das Haus insoweit halten zu können. Der Erblasser war bereits Jahrzehnte Besitzer des Hauses.
Dies würde dann bedeuten, dass mit keiner steuerlichen Nachzahlung zu rechnen ist?
Ich danke herzlich für Ihren Rückinfo.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2018 | 21:02

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Ganz recht, hier liegt kein steuerbares privates Veräußerungsgeschäft vor, hier wäre nichts zu versteuern. Auch der Wert des Nachlasses würde sich nachträglich nicht vergrößern.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

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