Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Stalking/Mobbing/Belästigung Nachbarn

20.04.2015 23:25 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,
ich wünsche mir eine rechtliche Beratung über das Thema Stalking/Mobbing seitens unserer Nachbarschaft. Wir befinden uns in eine Situation, die schon vor 10 Jahren angefangen hat und mit der Zeit immer stärker und unangenehmer geworden ist. Hier unten habe ich unsere Situation beschrieben. Die Fragen habe ich am Ende geschrieben:
Es ist mir wichtig zuerst zu erklären, dass wir freundlichen Menschen mit Sinn für Humor, Offenheit und Toleranzsind - sagen uns unsere Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen. In unsere direkte Nachbarschaft. Wir sind eine Familie mit 3 Kindern und wohnen in ein Einfamilienhaus mitten in ein neues Wohngebiet (seit 10J) in Baden-Württemberg. Es ist also sehr seltsam, dass unsere Kontakte zu der Nachbarschaft schon beim Bau unseres Hauses problematisch waren und immer noch sind. Warum? wissen wir ehrlich NICHT: wir haben manchen Stunden, Abend mit meiner Frau gerätselt und an uns gezweifelt: keine AHNUNG! Wir haben ins besonderem mit 1 Nachbarn-Ehepaar mehr Probleme als mit anderen gehabt – gehabt weil wir uns jetzt gegenseitig ignorieren. Na ja, sie waren auch nicht sonderlich freundlich zu uns gewesen: andauernd Übelnachreden über „die Russen", „die Türken" in der Nachbarschaft (ich bin übrigens Ausländer, habe allerdings seit mehrere Jahren die deutsche Stadtangehörigkeit), über unsere schlecht erzogene Kinder, unserem nicht gepflegter Garten, Auto und so weiter: egal was wir gemacht haben, es war schlecht! Also irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten - immerhin haben wir dieser unbegründete und nervige Bemerkungen 5J lang fast tagtäglich geduldig ertragen - und habe meine Meinung gesagt: was einen Streit vom Zaun gelöst hat und den Anfang unserem Untergang unterschrieben hat…
Leider zeigte sich, dass anderen Leute in der Nachbarschaft derselbe Meinung waren und leider verstehen sie sich ganz gut mit dieser Nachbarin. Schritt zu schritt sind wir von 3 Familie in der direkte Nachbarschaft ausgegrenzt worden - zum Glück nicht bei alle.
Vor allem hat sich einen Nachbarn ins Herz genommen, die beleidigte Dame auf seiner eigene Art zu rächen - ich spreche von unserem Stalker und von der hauptsächliche Grund, warum wir dieser Beitrag stellen. Dieser Nachbar ist immer zuhause und verbringt einen großen Teil des Tages auf der Straße hin- und her- zu laufen. Dabei beobachtet er genau, was alles bei uns oder anderen Nachbarn passiert. Seiner "Bereich" ist die Straße, wo unsere Kinder jeden Nachmittag spielen, genau gegenüber unserem Garten. Sobald wir uns auf die Straße befinden, fangt er an uns zu belästigen. Auszug aus seinem Repertoire - Vorsicht, „strange":

- Brummen in unserem Anwesenheit. Dabei sind nur Satzfetzen zu verstehen, die aber irgendwie immer mit dem zu tun haben, was wir machen oder gemacht haben. Manchmal sind das direkte Anspielung an etwas, was nur unsere Nachbarin wissen konnte, die aber komischerweise ein bis zwei Tage später von ihm „gebrummt" werden.
- Am Anfang: Nachhaffen meiner Frau, z.B. wenn die Kinder nicht zuhören wollen. Jetzt geniert er sich nicht sie richtig zu spotten. Bei direkte Nachfrage, warum er sowas macht, antwortet er: „ich habe nichts gemacht", „ich weiß nicht, was sie meinen", oder noch besser „das wissen Sie doch" (???)
- Starrt uns oft UNUNTERBROCHEN an und probiert uns zu provozieren. Sobald er merkt, dass wir ihn sehen (ein Blick reicht, auch unabsichtlich), grinst er hämisch, kichert, dreht sich um und macht spottische Bemerkungen ("Oh, heute will draußen gehen! Heute ist schön", "Na!!! Wenn haben wir denn da").
- Freut sich sehr demonstrativ über die kleinste Unheil, die uns passieren kann (unsere Kinder streiten, Gang im Auto nicht richtig eingerastet => böse Geräusche von Zahnräder => Lachkrampf...)
- es bedeutet also, dass er noch Kommentar, Brummer und Geräusche macht über dass, was auf unserem Grundstück passiert.
- ruft gern laut und freundlich anderen Nachbarn, nach dem er uns seiner Verachtung gezeigt hat.
- vorletzte Woche durfte ich noch mich anhören „Lassen Sie mich in Ruhe, Sie „Ausländer".
- u.s.w…
- körperlichen Kontakt, Verfolgung auf der Straße, Anruf auf Handy, Telefon, SMS oder Email, Eintreten unserem Haus/Grundstück, Zerstörungen unserem Eigentum hat er nicht gemacht – und hoffentlich kommt er nicht auf die Idee.
Wenn niemand in der Nähe ist (also ihn nicht sehen oder hören kann) außer wir, dann macht er immer irgendwas. Es kommt aber immer unerwartet, sodass man NIE weißt was kommt und wann. Es ist so fürchterlich nervenraubend und beängstigend und lässt uns gedanklich keine Minute Ruhe, auch wenn er nicht da ist oder wir zuhause sind: Es fühlt sich an, wie eine Folter. Wenn anderen Menschen in der Nähe sind, da sind es eben die andere Nachbarn die uns vielleicht nicht angreifen aber auf jeden Fall uns nicht sehen mögen. Da trauen uns also noch weniger.


Was wir dagegen gemacht haben:
- Wir haben eine Zaun mit Pflanzen und Sichtschutz um unseren Garten herum gepflanzt [Kosten]
- Hilfe bei der Mobbing-Hotline zu holen: betrifft leider "nur" die Arbeitswelt.
- Hilfe bei Schlichtungsvereine in unsere Region: in der Nähe gibt es kein. Alle anderen sind zu weit und möchten den Fall nicht übernehmen.
- Eine Moderation hat in meinem Auge wenig Erfolgschance: der Mann hat gar kein Interesse und fühlt sich in seiner Rolle anscheinend ganz wohl.
- Letztes Jahr hat meine Frau 2- ihn 2xmal deswegen angesprochen => hat nur Spott geerntet und er den guten Rat: „sie soll meditieren"
- Mein Frau hat ihn eine dritte Mal auf einen Nachbarfest vor alle Leute angesprochen => wieder mal Spot. Allerdings ist es für das erste und einzige Mal, wo unsere Nachbarn zugegeben haben über die "Unverträglichkeit" zwischen wir und der Mann zu wissen und, dass es sogar einen Problem sei.
- Mit seiner Frau und Tochter habe ich gesprochen => sie geben zu, dass es er uns als Feind deklariert hat und haben sich schon mehrmals furchtbar "wegen uns" mit Ihm gestritten, aber es würde nichts nützen und wir sollten ihn einfach ignorieren.
- Nicht alle aber schon viele Vorkommnisse/Beleidigungen dokumentieren wir seit mehreren Jahren. Allerdings haben wir keine Zeuge, keine Tonband oder Bilder oder Filme, also keine Beweise.
- Hilfe haben wir bei verschiedenem Forum gesucht aber bis jetzt hat sich noch niemand gemeldet.
- Ich habe mit ihm 2x reden wollen => hat jeder Kommunikation sehr grob - diplomatisch gesagt - abgelehnt und hat sich als Opfer dargestellt. Allerdings habe ich ihm klar und deutlich informiert über die Konsequenz, falls er seinen Verhalten fortsetzen würde: Briefe von Anwalt („Jaaa, dann manchen Sie es den!").
Sein Verhalten hat sich insofern geändert, dass er völlig ausgeblüht ist und jetzt keine Scheu mehr zeigt. Fakt ist, dass wir immer noch keine Ahnung haben, was wir dieser Mann gemacht haben. Dass er uns nicht mag ist offensichtlich und damit können wir leben, aber warum muss er uns so peinigen? Kann er uns nicht einfach ignorieren so wie wir es jahrelang gemacht haben?
Meine Frau möchte einfach so weiter leben und hat schon die Straße an unsere Nachbarschaft „überlassen". Es macht sie sehr traurig aber sie ist der Meinung, wir haben keine Chance irgendetwas zu ändern.
Mir ist total unangenehm draußen sogar in meinem Garten zu gehen und ich muss mich richtig überwinden um z.B. die Pflanze zu gießen. Wir haben auch unsere Kinder manchmal verboten draußen mit anderen Kindern spielen zu gehen, da wir nicht genügend Kraft und Mut hatten; es ist so einen beschämendes Gefühl…


Rechtliche Fragen:
Unsere Kommunikationsversuche mit ihm sind nicht erfolgreich gewesen. Er lehnt jeder Dialog mit uns ab und wird sehr wahrscheinlich einen Moderation genauso ablehnen. Seiner Familie hat uns gegenüber bestätigt, was wir seiner „Feinde" wären aber, ob sie diesen Aussage vor einem Gericht wiederholen würden ist sehr fraglich – sie scheinen auch von der Situation sehr belastet zu sein aber meinen es wäre unmöglich etwas zu ändern. Bei der Nachbarschaft, die wir haben, erwarte ich auch keine Wunder: sie würden auch nichts erzählen, zudem die meiste Beleidigung macht er nur von niemand in der Nähe ist.
- gibt es überhaupt eine Möglichkeit irgendetwas Rechtliches zu tun, was eine gute Chance hätte unsere Situation zu verbessern: Stalking, Beeinträchtigung des privates Lebens?
- wir können wir Beweise „sammeln", die auch rechtlich anerkannt werden? Wir führen z.B. einen „Stalking"-Tagebuch. Es beinhaltet aber nicht alle Beleidigungen sonst würden wir jeden Tag eine Seite schreiben.

21.04.2015 | 00:03

Antwort

von


(71)
Heßstraße 90
80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Die von Ihnen geschilderte Situation ist in der Tat kurios und sicherlich extrem belastend.

Eine Mediation kann nur dann gelingen, wenn beide Parteien dies aktiv wollen. Durch Zwang lässt so etwas leider nicht bewerkstelligen.

Das Problem bei der Sache ist, dass Ihr Nachbar offensichtlich sehr geschickt vorgeht. Insbesondere hält er bislang die strafrechtlichen Grenzen ein, indem er nicht ihr Grundstück betritt, vor Zeugen agiert oder gar körperlich aktiv wird. Dies macht es in der Tat schwierig juristisch gegen sein Verhalten vorzugehen.

Ob hier bereits eine Strafbarkeit im Sinne des § 238 StGB (Stalking) gegeben ist wage ich zu bezweifeln, da keine der dort aufgezählten Tatbestandsvarianten zutrifft.

Nichts desto trotz könnte eine Anzeige bei den Behörden erstattet werden. Die Polizei würde dies zum Anlass für ein Gespräch mit Ihrem Nachbarn nehmen. Ob dadurch allerdings ein positiver Effekt eintritt ist wohl fraglich. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Situation dadurch noch weiter angeheizt wird und eine Anzeige sich als kontraproduktiv herausstellen könnte.


Eine andere Alternative wäre es, den Nachbarn zivilrechtlich auf Unterlassung zu verklagen (§ 1004 BGB). Dies setzt voraus, dass Ihr Nachbar durch sein Verhalten Ihr Eigentumsrecht beeinträchtigt. Um hier einen Nachweis führen zu können benötigen Sie jedoch aussagekräftige Beweise. Das von Ihnen geführte Tagebuch ist ein guter Ansatz. Weitere Beweismittel wie etwa Zeugenaussagen wären jedoch hilfreich. Mit Videoaufnahmen ist es schon schwieriger, da diese streng genommen nicht als Beweismittel verwendet werden dürfen, wenn sie ohne die Einwilligung des Nachbarn hergestellt werden.
Daher bleiben Ihnen im Endeffekt wohl nur das Tagebuch und die Hoffnung auf Zeugenaussagen anderer Nachbarn oder sonstigen Personen.


Eine "Musterlösung" für Ihre Situation kann ich Ihnen leider nicht präsentieren, da es eine solche nicht gibt. Erst wenn Ihr Nachbar gewisse Grenzen überschreitet (z.B. Betreten des Grundstücks, Telefonanrufe, Sachbeschädigung, Beleidigung, Körperverletzung) kann mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden agiert werden.


Eine andere, erfolgversprechende Alternative wäre sicherlich ein Umzug. Ich verstehe jedoch, dass dies nach 10 Jahren schwer fällt. Sollte die psychische Belastung jedoch zu groß werden, kann dies auch befreiend sein.


Es tut mir leid, Ihnen keine bessere Mitteilung machen zu können.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Grasel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mathias Grasel
Fachanwalt für Strafrecht

ANTWORT VON

(71)

Heßstraße 90
80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Betäubungsmittelrecht, Strafrecht, Jugendstrafrecht, Verkehrsstrafrecht, Fachanwalt Strafrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70800 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
So habe ich diesen Service gedeutet, als ich mich für die Nutzung entschieden habe. Auf meine konkrete Anfrage erhalte ich gut verständlich eine klare und kompetente Auskunft. Diese habe ich erhalten. Ein klares positives Votum ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde exakt beantwortet. Vielen Danke für diesen tollen Service. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle Reaktion auf die Frage und Rückfrage und was wichtiger ist, Verständliche und nachvollziehbare Antwort. ...
FRAGESTELLER