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Ständiger Aufenthalt in Brasilien, Einkommen in Deutschland


| 15.09.2006 00:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

zu meiner Situation:
- Ständiger Wohnsitz in Brasilien ( Daueraufenthalts- Erlaubnis durch Kind/Heirat )
- Keinen Wohnsitz in Deutschland
- Keinerlei Verpflichtungen in Deutschland ( Keine Unterhaltsverpflichtungen oder Eigentum )
- Gehalt wird von einer deutschen Firma in Deutschland ausgezahlt ( ca. 5000 Euro )

Dazu folgende Fragen:
- im welchen Maße sind in Deutschland Steuern fällig?
- welche Sozialabgaben müssen in Deutschland bezahlt werden ( Rente, Arbeitsversicherung, Krankenversicherung, Solidaritätsbeitrag, usw. )?

Bemerkung:
in Brasilien besteht eine generelle Steuerpflicht von 27,5% für weltweites Einkommen
Das Doppelbesteuerungsabkommen gilt mit Brasilien seit dem 01.01.2006 nicht mehr.
Es war früher möglich, dass die deutsche Firma Steuerbefreiung für ihren Angestellten beantragen konnte, da dieser in Brasilien seine Steuern, nachweislich, bezahlt

Alternativsituation:
- Eröffnung einer Firma in Brasilien nach brasilianischem Recht mit zusätzlichem Konto in Deutschland.
Rechnungen, die deutsche Firmen der brasilianischen Firma bezahlen müssten, würden auf das deutsche Konto eingehen.

Frage: Kassiert der deutsche Fiskus Steuern von der brasilianischen Firma, genauer gesagt von dem Geld, was auf diese Konto eingeht?

Freundliche Grüße und besten Dank für Ihre Beratung.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung der Angaben wie folgt beantworte:

Soweit Sie weder einen Wohnsitz noch Ihren gewöhnlichen Aufenthalt § 9 AO in Deutschland haben, sind Sie in Deutschland nur mit den in Deutschland erzielten Einkünften beschränkt steuerpflichtig gem. § 1 Abs. 4 EStG.

Die unter § 1 Abs. 4 EstG unterfallenden inländischen Einkünfte gem. § 49 Abs. 1 Nr. 4 EstG umfassen zwar auch Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit, jedoch nur wenn diese nach § 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG

a) im Inland ausgeübt oder verwertet wird oder worden ist.

Wenn Sie Ihre Arbeitsleistung in Brasilien erbringen und diese auch dort verwertet wird, unterliegen Sie mit Ihren Einkünften nicht der deutschen Steuer auch wenn das Einkommen auf ein deutsches Konto fleißt.

Sollte dies nicht der Fall sein, unterliegen Sie der beschränkten Steuerpflicht.

Bei Ausübung einer Angestelltentätigkeit erfolgt die Kranken- und Pflegeversicherung nach den Regularien in Brasilien.

Für Frage der Krankenversicherung mit internationalem Bezug können Sie sich für weitere Informationen an die "Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung (DVKA)" wenden.
Ansprechpartner. Pennefeldsweg 11-15, 53117 Bonn, Telefon: 0228 - 95 300, Fax: 0228 - 30 600, E-Mail: post@dvka.de.

Bei einem Auslandswohnsitz muss nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden. Gleichwohl ist eine freiwillige Beitragsleistung in die gesetzliche Rentenversicherung möglich, jedoch sind private Absicherungen für das Alter aufgrund der Renditeerwartung sicherlich vorteilhafter.

Eine weitere Einzahlung in die deutsche gesetzliche Rentenversicherung kann sich dann rentieren, wenn bestimmte Anwartschaftszeiten erreicht werden müssen.

Die Arbeitslosenversicherung richtet sich, soweit vorhanden, nach dem brasilianischen Vorgaben.

Hinsichtlich der Alternativlösung gilt ähnliches wie bei einer Angestelltentätigkeit. Soweit die Leistungen in Deutschland erbracht werden, spricht dies für eine Niederlassung des brasilianischen Unternehmens, mit der Folge, dass Umsatz-, Einkommens (Körperschaftssteuer) und Gewerbesteuer erhoben werden würde. Bei Zahlungen auf eine deutsches Konto könnte dies durch das zuständige Finanzamt als Indiz für eine entsprechende Niederlassung mit den dazugehörigen Steuerpflichten in Deutschland gewertet werden.

Bei einer solchen Gestaltung wäre, um die genaue Situation in die (steuerlichen) Überlegungen einzubauen, allerdings eine intensive Beratung durch einen Steuerberater oder einen Kollegen mit dem Schwerpunktgebiet Steuerrecht erforderlich. Gerne stehe ich Ihnen hierfür zur Verfügung.

Soweit noch Fragen bestehen oder ich einzelne Fragestellungen nicht ausreichend beantwortet haben sollte, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen
RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 16.09.2006 | 02:48

Danke für Ihre schnelle Antwort.

Da ich, wie Sie geschrieben haben, keine Sozialabgaben in Deutschland zahlen muß, ergibt sich für mich die Frage:
muß die Firma, die mir mein Gehalt überweisen wird, irgendwelche Lohnnebenkosten zahlen, oder beschränken sich ihre Kosten auf die reine Gehaltszahlung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2006 | 22:41

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst ist entscheiden, was Sie vertraglich mit Ihrem Arbeitsgeber ausgehandelt haben. Soweit hier keine Nebenkosten vertraglich durch den Arbeitsgeber zu zahlen sind, bzw. etwige Abgaben durch das Gehalt abgegolten werden, kann sich eine Pflicht für die Lohnnebenkosten dann nur aus den brasilianischen Bestimmungen ergeben. Ob die brasilianische Gesetzgebung solche Pflichtabgaben vorsieht, vermag ich nicht zu beurteilen. Dies sollten Sie vor Ort prüfen lassen.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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