Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachträgliche Insolvenz OHG und Verfahrenskosten

| 28.10.2010 11:21 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Meine Firma ist seit März 2009 geschlossen aber nicht zur Insolvenz angemeldet, da man mich damals wohl falsch beraten hat. Ich bin nach Schliessung der Firma nach England gegangen und habe nach 1 Jahr dort die Privatinsolvenz angemeldet. Das Verfahren läuft noch bis Dezember diesen Jahres.

Jedenfalls hat ein Gläubiger nicht aufgegeben und sein Verfahren weiter geführt, da das Verfahren nicht nach §250 ZPO eingestellt worden ist, da sich die OHG ja nicht in Insolvenz befindet.
Es kam jetzt zu einem Versäumnisurteil und zum Kostenfestsetzungsantrag auch auf die OHG und mich als pers. haftender Gesellschafter und gesetzl. Vertreter der OHG.

Meine Frage ist ob die Kosten des Verfahrens in die Insolvenzmasse meiner privaten Insolvenz fliesst und die Summe beim Versäumnissurteils ebenfalls, da diese Forderung bei meiner Privatinsolvenz mit angeben worden ist.
Oder muss ich mir dabei jetzt Gedanken machen ?

Meine zweite Frage ist ob es nicht sinnvoll ist die OHG noch in die Insolvenz zu schicken ? Meine Befürchtung ist nur, das dann noch ein Insolvenzverwalter bestellt wird und der noch alle Unterlagen und Bilanzen etc. haben will ?! Das ist fast nicht mehr möglich nach so langer Zeit. Oder gibt es da ein einfacheres Verfahren ?

Sehr geehrter Fragesteller,

anhand des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Alle Forderungen gegen Sie als Privatperson, die bereits bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind, sind Insolvenzforderungen.
Dazu gehören auch Forderungen, die aufgrund Ihrer Haftung als OHG-Gesellschafter bestehen.
Wenn das Verfahren bei Insolvenzeröffnung schon bei gericht anhängig war, dann wird sowohl die geltend gemachte Forderung als auch die im Kostenfestsetzungsbeschluss festgesetzte Forderung vom Insolvenzverfahren umfasst.

Wenn Sie die Restschuldbefreiung im englischen Verfahren erhalten haben, müssen Sie die Bescheinigung darüber übersetzen und apostillieren lassen. Die deutschen Gerichte und Behörden müssen die Restschuldbefreiung dann anerkennen.

Statt des Insolvenzverfahrens können Sie durch Gesellschafterbeschluss die OHG gemäß § 131 Abs.1 Satz 2 HGB auflösen und anschließend gemäß den §§ 145 HGB ff. liquidieren. Schließlich wird die Löschung der OHG im Handelsregister angemeldet gemäß § 157 HGB.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Fragen weiterhelfen. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2010 | 10:00

Sehr geehrter Herr Buder,

vielen Dank für ihre Antwort. Das gibt mir erstmal Hoffnung.

Eine kurze Frage habe ich noch :

Ist für die Liquidierung der OHG zwingend ein Anwalt oder Notar notwendig oder geht das auch ohne bzw. durch entsprechende Anträge beim Amtsgericht etc.

Vielen Dank für ihre Antwort im voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.11.2010 | 14:49

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich ihre Anfrage.
Zunächst bitte ich um Nachsicht, dass ich wegen einer Geschäftsreise erst jetzt hierzu gekommen bin.

Grundsätzlich sind im Falle einer Liquidation die Gesellschafter der OHG als Liquidatoren berufen, § 146 Abs.1 HGB. Durch Gesellschafterbeschluss können aber auch einzelne Gesellschafter oder auch andere Personen bestellt werden.

Gemäß § 148 HGB sind der oder die Liquidator/en in das Handelsregister anzumelden. Diese Anmeldung bedarf gemäß § 12 HGB der öffentlichen Beglaubigung nach § 129 BGB, welche in der Regel der Notar vornimmt. Sie kann aber auch durch eine notarielle Urkunde erfolgen, § 129 Abs.2 BGB.

Falls möglich, ist außerdem empfehlenswert, dass der Liquidator Kenntnisse in der Bilanzbuchhaltung hat, denn gemäß § 154 HGB haben die Liquidatoren bei Beginn sowie bei Beendigung der Liquidation eine Bilanz aufzustellen. Es aber auch möglich diese Bilanzen durch einen beauftragten Dritten, z.B. durch einen Steuerberater, erstellen zu lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ben Buder
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 06.11.2010 | 10:50

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnelle und sehr genaue Antworten. Danke"