Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

.Kann ich Ehegattenunterhalt beantragen?


16.08.2006 22:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Guten Abend sehr geehrte Damen und Herren.
Ich bin zur Zeit verheiratet und lebe ohne irgend welche Verträge mit meinem Mann und meiner 17 jährigen Tochter in einem uns gehörenden Mehrfamilienhaus. Die 19 jährige Tochter möchte ab September studieren. Ich werde keinen Antrag auf Sorgerecht stellen. Mein Mann arbeitet als Vorarbeiter in einem Werk und hat ein Einkommen von ca. 1.600,00 Euro Netto. Ich selbst bin Selbstständige mit einem Nettoeinkommen von ca. 500 Euro im Monat.
Ich würde mich nicht an Sie wenden, wenn meine Ehe super laufen würde und trage mich deshalb mit dem Gedanken der Scheidung.
Nun zu meinen Fragen:
1. Um mich von meinem Mann zu trennen, möchte ich mich auch räumlich verändern. Dabei trage ich mich mit dem Gedanken ca. 600km weit weg zu ziehen. Wann ist dafür der richtige Zeitpunkt? Sollte ich erst den Scheidungsantrag in meinem Heimatort stellen und dann wegziehen oder spielt es für den Scheidungsantrag keine Rolle?
2.Wo kann ich wohnen, wenn ich in meinem Heimatort den Antrag stelle, da er mir in unserem Haus sicherlich den Tag zur Hölle machen wird? Kann er mich einfach rausschmeißen?
3.Kann ich Ehegattenunterhalt beantragen?
4.Wie verhält es sich bitte mit der Vermögensteilung (Einrichtung,Haus und Fahrzeuge)?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich anhand Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten darf:

1.
Eine Scheidung ist nicht an einen bestimmten Wohnort geknüpft. Sie können selbstverständlich auch schon vor dem Scheidungsantrag umziehen. Die Zuständigkeit des Familiengerichts bei einer Ehescheidung richtet sich nach § 606 ZPO:


(1) Für Verfahren auf Scheidung oder Aufhebung einer Ehe, auf Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens einer Ehe zwischen den Parteien oder auf Herstellung des ehelichen Lebens (Ehesachen) ist das Familiengericht ausschließlich zuständig, in dessen Bezirk die Ehegatten ihren gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt haben. Fehlt es bei Eintritt der Rechtshängigkeit an einem solchen Aufenthalt im Inland, so ist das Familiengericht ausschließlich zuständig, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit den gemeinsamen minderjährigen Kindern den gewöhnlichen Aufenthalt hat.

(2) Ist eine Zuständigkeit nach Absatz 1 nicht gegeben, so ist das Familiengericht ausschließlich zuständig, in dessen Bezirk die Ehegatten ihren gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt zuletzt gehabt haben, wenn einer der Ehegatten bei Eintritt der Rechtshängigkeit im Bezirk dieses Gerichts seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Fehlt ein solcher Gerichtsstand, so ist das Familiengericht ausschließlich zuständig, in dessen Bezirk der gewöhnliche Aufenthaltsort des Beklagten oder, falls ein solcher im Inland fehlt, der gewöhnliche Aufenthaltsort des Klägers gelegen ist. Haben beide Ehegatten das Verfahren rechtshängig gemacht, so ist von den Gerichten, die nach Satz 2 zuständig wären, das Gericht ausschließlich zuständig, bei dem das Verfahren zuerst rechtshängig geworden ist; dies gilt auch, wenn die Verfahren nicht miteinander verbunden werden können. Sind die Verfahren am selben Tag rechtshängig geworden, so ist § 36 entsprechend anzuwenden.

(3) Ist die Zuständigkeit eines Gerichts nach diesen Vorschriften nicht begründet, so ist das Familiengericht beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin ausschließlich zuständig.

DerScheidungsantrag kann grds. erst nach Ablauf des sog. Trennungjahres gestellt werden, d.h. ein Jahr nach dem Sie sich von Ihrem Mann getrennt haben, was zwar nicht durchweg durch eine räumliche Trennung geschehen muss, aber empfehlenswert ist.

2.
Sofern das Haus in Ihrem Miteigentum steht, haben Sie ebenfalls einen Nutzungsanspruch. Ein Räumungsanspruch besteht grds. nicht. Es ist jedoch ratsam, hierüber schnell eine Einigung zu finden. Wird das Haus alleine vom Ehemann genutzt und Sie sind Miteigentümerin besteht ein Anspruch auf Nutzungsentschädigung, wenn die Wohnung oder das Haus von Ihrem Ehegatten genutzt wird.

3.
Ehegattenunterhalt können Sie vor der Scheidung in Form sog. Trennungsunterhalts und nach der Scheidung in Form des nachehelichen Unterhalts verlangen, sofern Sie anspruchsberechtigt und Ihr Ehegatte leistungsfähig ist.

4.
Hier kommt es speziell auf die Vermögens- und Eigentumsverhältnisse von Ihnen und Ihrem Ehegatten an. Eine Berehnung kann hier aufgrund der von Ihnen nicht angegebenen Informationen und auch angesichts Ihres Einsatzes nicht vorgenommen werden. Gerne können Sie sich aber hier weiter an mich wenden oder an einen RA Ihres Vertrauens, der Ihnen auch im Rahmen der Scheidung zur Seite steht.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben und stehe Ihnen weiterhin gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.rechtsbuero24.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER