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Alleiniges Sorgerecht beantragen? Vater kümmert sich nicht.

13.09.2007 08:31 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Bin seit 2004 geschieden, die Tochter ist 11 Jahre und habe eine Frage: Kann man das alleinige Sorgerecht beantragen, wenn der Vater des Kindes sich um gar nichts kümmert? Seit fast 2 Jahren hat das Kind ihren Vater eigentlich gar nicht gesehen, vielleicht 3-4 mal in dieser Zeit. Keine Geschenke oder Anrufe zum Geburtstag, Weihnachten u.s.w. Schulische Dinge interessieren ihn schon gar nicht, andere Dinge auch nicht. Man hört und sieht nichts von ihm. Wenn ich den Vater des Kindes anspreche, ob er sich nicht mal um seine Tochter kümmern möchte, kommt nur spöttisch: "Das Kind könnte sich ja bei ihm melden, wenn es was von ihm möchte". Unterhalt bezahlt er bis jetzt noch. Das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht habe ich seit der Scheidung.

Sehr geehrte Ratsuchende,

allein die Tatsache, dass sich der Vater sich "nicht um das Kind kümmert" reicht nicht zur Begründung eines Antrages auf Übertragung des Sorgerechts. Ein Antrag auf Übertragung der elterlichen Sorge steht immer unter dem Hauptgesichtspunkt des Kindeswohls.

Nur wenn das Kindeswohl durch das gemeinsame Sorgerecht gefährdet und/oder erheblich beeinträchtigt wird, kann ein Antrag Aussicht auf Erfolg haben.

Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Vater alle gemeinsamen Entscheidungen z.B.Schulwahl, Klassenfahrten etc. grundlos torpediert und es deswegen zu immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen kommt, die auch das Kind erheblich beeinträchtigen.

Allein das "Nichtkümmern" reicht meines Erachtens nicht.

Den Antrag könnten Sie aber damit bergünden, dass der Kontaktabbruch des Vaters dem Kindeswohl zu wider läuft. Auch die damit einhergehenden Kommunikationsschwierigkeiten können sich nachteilig auf das Kindeswohl auswirken. Das muss in Ihrem Einzelfall dann genau ausgeführt werden.

Da es offensichtlich bereits Schwierigkeiten (Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrecht) gegeben hat, könnte dieses Verfahren mit in die Begründung des Antrages einfliesen.


In diesem Zusammenhang möchte ich auf Folgendes hinweisen.

Auch wenn Sie geschieden sind und die Tochter bei Ihnen lebt, sind für diese beide Elternteile gleich wichtig. Sie benötigt beide Elternteile für Ihre Entwicklung. Leider wird dieses in Trennungssituationen zu wenig beachtet.

Der Entzug des Sorgerechts könnte für Ihre Tochter einem vollständigen Entzug des Vaters gleichkommen. Ist dieses der Fall, wäre der Sorgerechtsentzug dann zum Nachteil für ihre Tochter.

Mir sind die Hintergründe für das Verhalten des Vaters nicht bekannt. Eine Gesamtbeurteilung kann daher nur ansatzweise erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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