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Ist ein Raum im Raum ein Arbeitszimmer?

09.05.2018 10:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Der Unterschied und die Definition von einem häuslichen Arbeitszimmer und einem Arbeitszimmer.

Ich beabsichtige mir ein Arbeitszimmer einzurichten im Wohnzimmer. Es soll in der Art eines begehbaren Kleiderschrankes konzipiert sein mit Grundfläche 2 x 1,5 Metern, 2,3 Meter hoch, abschließbar und begehbar durch eine Tür, mit eigener Beleuchtung und auch nach oben hin abgetrennt vom restlichen Raum. Es ist sozusagen ein Raum im Raum der vollkommen und nach allen Seiten hin abgegrenzt ist vom restlichen Wohnzimmer und auch abschliessbar ist. Meine kleine Arbeitsbox wird Regale enthalten, Steckdosen, einen Schreibtisch, Arbeitslicht, einen Arbeitsstuhl und ein Ablagefach für Schreibmaterialien. Meine Frage: kann ich die Grundfläche 2 mal 1,5 qm als Arbeitszimmer absetzen wenn alle anderen nicht räumlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind?
Wenn ja, wäre es schädlich wenn ich die Tiefe des Arbeitszimmers etwas mindere (z.B. Tiefe 1,2 m) aber immer noch bei geschlossener Türe darin arbeite?

Bitte nennen Sie mir die Urteile und Textstellen auf der ihre Antwort basiert. Vielen Dank!
11.05.2018 | 11:23

Antwort

von


(111)
Hohenzollernring 57
50672 Köln
Tel: 0221 - 95279564
Web: http://www.wuebbe-rechtsanwalt.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die hier zu klärende Frage ist, ob überhaupt ein Arbeitszimmer im steuerrechtlichen Sinne gegeben ist. Hierzu ist zunächst das Einkommenssteuergesetz (EStG) heranzuziehen.
Grundsätzlich, laut Definition, das Arbeitszimmer ein Raum, in dem eine Tätigkeit ausgeübt wird, die mit einer steuerrechtlichen Einkunftsart im Zusammenhang steht. Dies ist bei Ihnen nicht der Fall, weshalb ich grundsätzlich nicht von einem häuslichen Arbeitszimmer ausgehen kann.
Der Bundesfinanzhof hat in ständiger Rechtsprechung die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer konkretisiert:
Das Arbeitszimmer muss nach seiner Funktion, Ausstattung und Lage in die häusliche Sphäre eingebunden sein und hauptsächlich der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten dienen. Weiterhin muss der Raum ausschließlich zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken genutzt werden. Das ist offensichtlich im Wohnzimmer nicht der Fall.
Ausgeschlossen worden sind zudem Räume wie eine Werkstatt oder auch Kanzlei, unabhängig davon, ob sie in die häusliche Sphäre eingebunden sind.
Informationen hierzu bietet die Webseite des Bundesfinanzministeriums: http://www.bundesfinanzministerium.de
Ferner bietet dieses Urteil einen Überblick: http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&;Art=en&nr=18924
Zudem auch der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts: http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20100706_2bvl001309.html

Sie haben natürlich weiterhin die Möglichkeit ihre Ausgaben für Arbeitsmittel und Werbungskosten geltend zu machen.

Soweit Sie ein Arbeitszimmer ansetzen möchten, muss dies in einem fremden Gebäude angemietet sein und darin zum Beispiel Publikumsverkehr stattfinden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Wübbe

Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2018 | 11:55

Sehr geehrter Herr Wübbe,

mir scheint dass Sie meine Frage missverstanden haben. Die geplante Arbeitsbox ist nicht das Wohnzimmer, sondern ein eigener komplett abgegrenzter Raum der in das Wohnzimmer hineingebaut ist. Insofern handelt es sich um einen eigenen Raum der alle Voraussetzungen die der Bundesfinanzhof stellt erfüllt. Ich nehme mit dem Bau meines kleinen Arbeitszimmers eine Änderung am Grundriss vor und schaffe einen eigenen kleinen Raum und meine Frage ist welche Anforderungen an eine Grundrissänderung gestellt werden.
Schlicht nicht richtig und im Widerspruch zu Ihrem Zitat des Bundesfinanzhofs zwei Absätze weiter oben (Def. Arbeitszimmer..."in häuslicher Sphäre eingebunden..." ) ist die Behauptung, ich müsse ein Arbeitszimmer in einem fremden Gebäude anmieten um es absetzen zu können. Auch wenn meine Arbeitsbox nicht anerkannt würde könnte ich genauso gut ein anderes Zimmer als Arbeitszimmer nutzen und ansetzen wenn alle anderen nicht räumlichen Voraussetzungen gegeben sind wie im meiner Frage spezifiziert.
Ich bitte um Konkretisierung und Beantwortung meiner Frage. Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2018 | 12:30

Sehr geehrter Ratsuchender,
wie Sie meiner Antwort entnehmen können, wird zwischen einem Arbeitszimmer und einem häuslichen Arbeitszimmer unterschieden. Aus diesem Grund habe ich Ihnen zuerst die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer und im Anschluss die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer. Ein Widerspruch kann darin beim besten Willen nicht gesehen werden.

Ich habe Ihre Frage schon richtig verstanden, jedoch verlangen die Finanzämter zumeist einen eigenen, abgrenzbaren Raum als Arbeitszimmer. Selbst wenn Sie dafür diese Box als eine Art begehbaren Kleiderschranks in das bestehende Wohnzimmer integrieren, wird das Problem weiterhin sein, dass der "Raum" in einen bestehenden Raum integriert ist. Jedenfalls ist das die oben genannte Beschreibung.
Nach meinem Kenntnisstand ist der Einbau von einem Schrank, oder in Ihrem Fall der Arbeitsbox, keine Änderung im Grundriss.
Sollte die geschaffene Fläche als eine neue Fläche und damit neuer Raum, was auch eine Änderung der Quadratmeterzahl mit sich bringt anerkannt werden, ist es sehr gut möglich, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, dass dieser Raum als häusliches Arbeitszimmer anerkannt werden kann.

Um Missverständnissen vorzubeugen: der Raum muss individualisiert sein und keinem anderen Zweck dienen, als der Arbeit nachzugehen. Die Einbindung in die häusliche Sphäre meint lediglich, dass die weiteren Räume Wohnzwecken dienen. Damit unterscheidet man dieses Zimmer von einem Arbeitszimmer, wie einem gemieteten Büro oder Werkstatt.

Wenn Sie also ein Vorhaben planen, benötigen Sie das Einverständnis des Vermieters. Wenn Sie selbst Eigentümer sind, richtet sich Ihr Vorhaben danach, ob es sich hierbei um ein genehmigungsfreies oder genehmigungsbedürftiges Vorhaben handelt. Im zweiten Fall benötigen Sie eine Baugenehmigung. Zum Beispiel ein An- oder Umbau, damit ein Eingriff in die Bausubstanz.

Viele Grüße,
M. Wübbe
(Rechtsanwalt)

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