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Anerkennung häusliches Arbeitszimmer


09.05.2006 15:43 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

nach dem Umzug innerhalb von Berlin, möchte das nun zuständige Finanzamt die Kosten für mein Arbeitszimmer nicht mehr voll anerkennen. Ich legte beim Finazamt folgenden Einspruch ein, der nun zurückgewiesen wurde:

„Hiermit lege ich EINSPRUCH gegen den Bescheid für 2004 über Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag ein, da Sie die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer von 2.838 € nur bis zum Pauschalbetrag von 1.250 € anerkannt haben.

Ich bin als Beratungsingenieur für Steuerungs- und Netzwerktechnik in der Region Berlin / Brandenburg und Sachsen tätig. Wie Sie wissen, ist mein Arbeitgeber in NRW ansässig. Die umfangreichen technischen wie kaufmännischen Ausarbeitungen erledige ich aus meinem eigens dafür eingerichteten Büro in meiner Wohnung. Ein Arbeitsplatz in unserer Zentrale steht uns Vertriebsingenieuren nicht zur Verfügung. Eine entsprechende Bescheinigung liegt diesem Schreiben bei.
Da dieses Arbeitszimmer den beruflichen Mittelpunkt meiner Arbeit darstellt, bitte ich um vollständige Berücksichtigung aller angefallenen Kosten.“

Ich zitierte noch den Bundesfinanzhof, der unter den folgenden Aktenzeichen: VI R 82/01, VI R 104/01 und VI R 28/02 für die volle Absetzbarkeit in vergleichbaren Fällen entschieden hat.

Auf diese Entscheidungen geht die Begründung aber nicht ein. Es wird unterstellt, dass mein Tätigkeitsschwerpunkt in der Beratung vor Ort liegt.
Den genauen Text der Einspruchsentscheidung würde ich gern nachreichen, per Fax ???

Fragen:
1. Ist es möglich, dass ein zweites Finanzamt in Berlin zu einer anderen Gesetzesauslegung kommt?
2. Habe ich Chancen die gesamten Kosten vor dem nun zuständigen Finanzgericht durchzusetzen, da auch meine Kollegen in anderen Teilen Deutschlands dies so tun?

Vielen Dank im Vorfeld für Ihren Rat.
Volker
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Grundsätzlich kann es unterschiedliche Auffassungen verschiedener Finanzämter zu dem selben Vorgang geben. Den Finanzbehörden steht jeweils ein „Ermessen“ zu, vgl. § 5 Abgabenordnung (AO) . Steuerverwaltungsakte entfalten mit ihrer Bekanntgabe eine Selbstbindungswirkung (nur) für die erlassende Behörde. Insoweit kann nicht – als solches – gerügt werden, dass das jetzt zuständige Finanzamt eine andere Auffassung vertritt, als das zuvor zuständige.

II. Die von Ihnen geltend gemachten Kosten werden Sie nur dann „anerkannt bekommen“, wenn Sie beharrlich Ihren Standpunkt weiter verfolgen.
In Ihrem Fall ist es im Kern entscheidend, dass Sie nachwiesen können, dass das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet. Sie haben bereits in Ihrer Einspruchsbegründung entsprechende Entscheidungen des BFH zitiert; wirklich entscheidungserheblich sind aber die konkreten Umstände, die bei Ihnen vorliegen. Deshalb ist es wichtig, gerade diese anzuführen und „auszuschlachten“. Sie müssen plausibel machen, dass in Ihrem Fall aufgrund Ihrer ganz speziellen (beruflichen und betrieblichen) Situation sich der Mittelpunkt in Ihrem häuslichen Arbeitszimmer befindet. Können Sie dies nicht, so werden Ihnen auch die (einschlägigen) Entscheidungen des BFH nicht helfen können. Insoweit kann also die ablehnende Entscheidung des FA „falsch“ sein, muss es aber nicht.

III. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine Prüfung der (kompletten) Einspruchsentscheidung des FA in diesem Rahmen gerade angesichts des ausgelobten Einsatzes nicht möglich ist. Falls Sie weiteren Bedarf an anwaltlicher Beratung/Vertretung sehen, so suchen Sie bitte einen Kollegen vor Ort auf. Alternativ stände auch ich dafür zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.05.2006 | 16:51

Sehr geehrter Herr Schmidt, vielen Dank für die schnelle Bearbeitung. Eine Nachfrage habe ich dann doch noch:

Kann ich als Privatperson vor dem Finazgericht ohne anwaltliche Unterstützung auftreten?

Nochmals Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.05.2006 | 20:44

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage beantworten:

Vor den Finanzgerichten ist der prozessfähige Beteiligte postulationsfähig, d.h. er kann selbst auftreten und Verfahrenshandlungen vornehmen. Mit anderen Worten: Sie können vor dem Finanzgericht ohne anwaltlichen Beistand auftreten, also selbst Klage erheben, usw.
Ausnahme: Vor dem Bundesfinanzhof besteht ein Vertretungszwang.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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