Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.757
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Häusliches Arbeitszimmer - Kosten rückwirkend absetzen

| 18.05.2018 13:41 |
Preis: 48,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers


Sehr geehrter RA,

ich habe für das Steuerjahr 2016 meine Aufwendungen für das Häusliche Arbeitszimmer (=Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, weil Lehrer (verbeamtet), also Steuererklärung = Pflicht) nur für einen Monat anstatt für ein Jahr steuerlich geltend gemacht. Dies geschah in dem Irrglauben, die Steuersoftware würde die monatlichen Aufwendungen von 2016 von selbst verzwölffachen, also auf das ganze Jahr 2016 hochrechnen, was jedoch nicht geschah.
Dies bemerkte ich erst vor ca. 2 Wochen auf, als ich mich anschickte, die Steuererklärung für das Steuerjahr 2017 zu erledigen.
Dass Finanzamt sagte auf telefonische Nachfrage, ich hätte auf meinen Fehler 4 Wochen nach Bekanntgabe des Steuerbescheides für das Steuerjahr 2016 (der Bescheid ist mit dem 19.10.2017 datiert) hinweisen müssen. So äußerte sich auch ein lokale Lohnsteuerhilfeverein.

Meine Frage:
Ist es legal, in der Steuererklärung für das Steuerjahr 2017 die Mietzahlungen für 2016 mit einfließen zu lassen?
Die Eingabemaske der Software würde dies erlauben, denn hier wird nur nach einer Gesamtsumme gefragt. Da ich nur 2 Zimmer habe, wäre die Gesamtsumme der Monatsmieten 2016 + 2017 noch nicht einmal exorbitant hoch.
Ich würde ja nur zurückbekommen, was mir für das Steuerjahr 2016 sowieso legal zugestanden hätte.
Kann man es darauf ankommen lassen, ob das Finanzamt die Gesamtsumme akzeptiert, oder ist schon der Versuch (die Mietzahlungen des Vorjahres mit einfließen zu lassen) strafbar oder ordnungswidrig?
Bei Abschreibungen gehe ich ja ggf. auch um mehrere Jahre zurück.

Mit freundlichen Grüßen,

Der Fragesteller


Einsatz editiert am 18.05.2018 14:41:00

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist nicht legal, die in 2016 geleisteten Mietzahlungen in der Steuererklärung für 2017 anzusetzen. Dies verstößt gegen das in § 11 EStG normierte Zufluss-/Abflussprinzip.

Unerheblich ist, dass Ihnen der Werbungskostenabzug in 2016 zugestanden hätte. Denn die Vorschriften über die Abänderbarkeit von Steuerbescheiden gehen dem Bedürfnis nach materieller Steuergerechtigkeit vor. Im übrigen ist Ihre These, dass Sie nur die Steuer "zurückbekommen" würden, die Sie für 2016 zu viel gezahlt haben, unzutreffend. Ansonsten gegenüber 2016 gleichbleibende steuerlich relevante Umstände unterstellt, würde durch das Aufaddieren der außer Acht gelassenen Mietzahlungen wegen der Steuerprogression der Steuervorteil in 2017 - wenngleich wohl nur gering - höher sein als der in 2016 durch das Versäumnis erlittene Steuernachteil.

Mit dem Nachschieben der in 2016 gezahlten Mieten in der Steuererklärung für 2017, machen Sie dem Finanzamt unrichtige Angaben über steuerlich relevante Tatsachen. Das erfüllt den Tatbestand der Steuerhinterziehung gem. § 370 Abs. Nr. 1 AO.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.05.2018 | 12:45

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Klar auf den Punkt gebracht. Die Antwort hat mich vor einer Versuchung bewahrt. Ich antizipierte schon, dass ich keinen Erfolg mit meinen nachträglichen Forderungen an das Finanzamt in gefühlter Höhe von 1500 € haben würde und habe die Frage nicht zu hoch ausgelobt, um meiner Verluste nicht noch weiter zu erhöhen. Sorry."
Stellungnahme vom Anwalt: