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Hotel nicht fertiggestellt - Alternativangebote

14.03.2012 11:16 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


15:09
Unser RV ist FTI, wir haben einen Urlaub in den Sommerferien in die Türkei gebucht. Das Hotel wird nicht rechtzeitig fertig gestellt, hierüber haben wir auch schon eine Bestätigung. Wir möchten nun in ein anderes Hotel umgebucht werden, kosten- und zuzahlungsfrei. Der VA bietet lediglich ein Hotel (der gleichen Kette) an, daß schon vor diesem Angebot von uns abgelehnt wurde, weil wir es uns schon dachten. Es ist zwar von der Innenausstattung und dem Angebot ähnlich, aber das, was bei der Buchung für uns relevant gewesen ist, bietet es nicht. So z.B. einen breiten Strand und noch einiges mehr. Wir haben einen sehr geringen Preis gezahlt, 2.500,--€ für 2 E 2 K, 13/6, 14 Tage. Für diesen Preis ist jetzt natürlich kein anderes/vergleichbares Hotel mehr zu bekommen, auch Hotels mit niedrigerem Standard/Sternen sind erheblich teurer. Wir sollen, egal welches Hotel wir angeboten haben, stets eine Zuzahlung über mindestens 400,-€ leisten, wozu wir nicht gewillt sind. Wie ist die rechtliche Lage dieser Situation? Können wir wirklich, wenn wir nicht kostenfrei stornieren wollen (was angesichts der Ausbuchung vieler Hotels ja auch nicht gerade sinnvoll wäre), zu einer Zuzahlung gezwungen werden? Müssen uns nicht für uns akzeptable Alternativen angeboten werden ohne Aufschlag? Die Antwort eilt ein wenig, da ich eine Option auf eine völlig andere Destination laufen habe, die nur bis heute 17.00 Uhr besteht.
14.03.2012 | 12:31

Antwort

von


(37)
Gutenbergplatz 1
65187 Wiesbaden
Tel: 0611-991660
Web: http://reiserechtsexperte.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für Ihre Anfrage auf dem Portal 123recht.net

Gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

wenn der Reiseveranstalter die gebuchte und bestätigte Leistung nicht erbringen kann, so ist er zur Abhilfe verpflichtet. Es spielt hierbei auch keine Rolle, ob die gebuchte und bestätigte Leistung zu einem günstigen Preis bereitgestellt werden sollte. Die Abhilfe kann ausschließlich durch Bereitstellung einer vergleichbaren Leistung ohne, dass Zuzahlung verlangt wird, bewirkt werden.

Allerdings können Sie den Reiseveranstalter nicht zwingen, Ihnen ein Angebot zu unterbreiten, welches Ihre Zustimmung findet. Wenn der Reiseveranstalter Ihnen lediglich unangemessene Hotels zur Verfügung stellt, so bleiben Ihnen die Gewährleistungsrechte aus dem Reisevertrag.

Sie können beispielsweise von Ihrem Recht auf Rücktritt wegen Leistungsänderung Gebrauch machen. Die Bereitstellung eines Alternativhotels statt der gebuchten Leistung stellt in den meisten Fällen eine Änderung des Gesamtzuschnitt der Reise dar, so dass Sie kostenfrei vom Reisevertrag zurücktreten können. In diesem Fall besteht nach meiner Einschätzung auch Anspruch auf Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit. Denkbar ist beispielsweise auch eine Kündigung des Vertrages wegen Reisemangels, das setzt allerdings voraus, dass die fiktive Minderung des Reisepreises mindestens 50 % des Gesamtreisepreises erreicht. Ob diese Minderungsquote vorliegend erreicht ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aus diesem Grunde würde ich mit dem Reiseveranstalter über den Rücktritt vom Vertrag unter sofortiger Rückzahlung des Reisepreises verhandeln. Über die Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit könnten Sie theoretisch auch noch zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Reiseveranstalter verhandeln.

Eines steht sicher fest, nämlich dass eine Abhilfe gegen eine Zuzahlung nicht angeboten werden darf. Allerdings muss man in Ihrem Fall tatsächlich zugestehen, dass es mehr oder weniger unmöglich erscheint, den Reiseveranstalter zum vertragsgerechten Verhalten zu zwingen. Wie bereits mitgeteilt, bleiben Ihnen lediglich die Gewährleistungsrechte, die nach der Reise geltend gemacht werden müssen oder eben der Rücktritt vom Reisevertrag.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Einschätzung einen ersten und brauchbaren Überblick erteilt zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

Holger Hopperdietzel


Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2012 | 12:43

Sehr geehrter Herr Hopperdietzel,

vielen Dank für Ihre zügige Antwort. Daß ich kostenfrei stornieren kann, weiß ich, darum geht es mir auch nicht.

Sie haben meine eigentliche Frage mit diesem einen Satz beantwortet:

"Allerdings können Sie den Reiseveranstalter nicht zwingen, Ihnen ein Angebot zu unterbreiten, welches Ihre Zustimmung findet."

Reicht es denn aus, wenn der RV mir EIN EINZIGES Alternativhotel nennt, um seiner Pflicht auf Abhilfe nachzukommen? Muss er mir nicht wenigstens eine Auswahl mehrerer Hotels geben?

Bin ich also, will ich den Reisevertrag aufrecht erhalten, auf Gedeih und Verderb dem Veranstalter und seinen Umbuchungsplänen ausgeliefert? Also ist es alles eine Frage der Kulanz, was über das eine alternativ angebotene Hotel hinausgeht?

Wir würden natürlich eher stornieren als dass wir den Urlaub in einem Hotel verbringen was überhaupt nicht unserer Vorstellung entspricht, nur mit dem Hintergedanken, nach Rückkehr evtl. die Gewährleistungsrechte geltend zu machen, da sind uns die zwei Wochen Familienurlaub zu schade für!

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2012 | 15:09

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für Ihre Nachfrage. Sie haben Recht, dass ich die zentrale Frage nur mit einem Satz beantwortet habe, die allerdings den Kern der Sache trifft.

Nach der rechtlichen Lage ist der Reiseveranstalter natürlich verpflichtet, Ihnen die Abhilfe, welche gleichwertig sein muss, anzubieten. Hier reicht in der Tat ein einziges Angebot aus.

Nun zur Praxis: wenn der Reiseveranstalter Ihnen nur ein Angebot, welches Ihnen nicht gleichwertig vorkommt oder mehrere Angebote, die nicht gleichwertig sind, unterbreitet, sind Sie darauf angewiesen, eine Entscheidung zu treffen.

Sie können nicht im Vorfeld der Reise das Gericht anrufen, eine Klage erheben mit dem Ziel, dass der Reiseveranstalter per Urteil verpflichtet wird, Ihnen eine Ersatzreise anzubieten, die Ihren Vorstellungen entspricht. Andere Institutionen, die Zwang auf den Reiseveranstalter ausüben können, um Ihnen die gewünschte Ersatzreise zu ermöglichen, gibt es nicht. Das Gewährleistungsrecht im BGB sieht für den Reisenden das Abhilfeverlangen, für den Reiseveranstalter die Abhilfepflicht und für den Fall, dass dieser nicht nachgekommen wird, die Kompensation nach der Schlechtleistung vor. Im Ausnahmefall ist ein Rücktritt vor Antritt der Reise oder eventuell eine Kündigung des Vertrages möglich. Die Voraussetzungen hatte ich Ihnen bereits in der vorausgegangenen Antwort genannt.

Mir ist bewusst, dass ich Sie mit meiner Antwort nicht zufrieden stellen kann, allerdings sieht unser Recht andere Möglichkeiten nicht vor.

Gegebenenfalls wäre noch daran zu denken, dass Sie vom Reisevertrag zurücktreten und Sie sich bei einem anderen Veranstalter die Reiseleistung einkaufen, die Sie sich vorstellen. Mehrkosten könnten gegebenenfalls gegenüber dem ursprünglichen Reiseveranstalter geltend gemacht werden.

Bei Ihren Überlegungen sollte auch berücksichtigt werden, dass Sie gegen FTI in München klagen müssten. Das Amtsgericht München ist mir aus mehreren Verfahren, die ich dort geführt habe, eher als Veranstalter freundlich in Erinnerung.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Hopperdietzel
-Rechtsanwalt-

ANTWORT VON

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