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Gewährleistung Sachmangel Bremsen


11.04.2006 23:16 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo,
ich habe einen 1,5 Jahre alten Audi A3 Sportback. Dieser ist am 21.09.2004 erstzugelassen.
Bei diesem sind jetzt nach gerade mal 29500 km die Bremsscheiben hinten verformt (nicht mehr rund in sich) und daher gibt es durch das "eiern" ein pulsieren beim Bremsen.
Audi hat Garantieleistung vorerst abgelehnt weil Bremsen über 7500 km als Verschleißteile angesehen werden. Wobei man dazu sagen muss weder die Scheiben noch die Beläge sind abgelaufen oder haben Beschädigungen. Lediglich die Scheibe ist in sich nicht mehr plan und läuft daher unrund gegen die Bremsbacken. Für mich liegt da eher ein Material oder Montagefehler vor. 2 Jahre Gewährleistung wäre ja auf das Auto und die vorgeschriebenen Inspektionen wurden ausgeführt im Audi Betrieb. Bremsen sind doch nunmal zum Bremsen da, und bei 30.000 km sind keine normalen Bremsen abgelaufen etc. so dass man von Verschleiß sprechen könnte.

Technischer Hintergrund:
Ein Bekannter (Kfz-Meister) sagte mir dass eine solche Verformung lediglich eintreten kann (aber normal nicht darf) wenn man sehr heftig bremsen muss , somit die Scheiben heiss werden und dann das Stück der Bremsscheibe welches dann hinter der Bremsbacke sitzt ungleichmässig abkühlt. Weiterhin ist es aber unüblich da hinten lediglich 30% der Bremsleistung eines Autos übernommen werden. Der Fall dass Bremsen heiss werden kann somit nur eintreten wenn man ständig heftig bremsen muss und dann bei der "Abkühlung" der Scheibe aber wiederrum auf einmal gar nicht mehr bremsen muss weil dann ja die Scheibe wieder woanders stehen müsste. Also Beispiel man bremst an einem Stauende und dann aber die nächsten 15 Minuten gar nicht mehr. (eigentlich für mich sehr unwahrscheinlich weil man immer irgendwann bremsen muss und ich bin kein Fahrer der ne Vollbremsung vor der Garage macht). Wenn man mit angezogener Handbremse kilometerlang fährt würden Bremsen auch heiss werden es wären aber auch Schäden ersichtlich und erhöhte Abnutzung der Bremsbeläge (bei mir nicht der Fall). Weiterhin hat mein Auto eine akustische Warnung und piept durchgehend. Eine solche Verformung lässt eigentlich auf einen Materialfehler hindeuten.
Ich würde sogar eidesstattlich erklären dass ich das nicht verursacht habe durch unsachgemässe Behandlung.

Weiterhin hat Audi lt. Aussage nicht sehr gute Erstausrüstungsqualität bei den Teilen (natürlich sehr schlecht nachweisbar) und auch Audi TT, Audi A4 und Audi A6 haben Bremsenprobleme. Wieso sollte das bei einem A3 auf einmal anders sein?
Gerade der Fall dass es die Bremsen hinten betrifft wurde von dem Meister auch als unüblich betrachtet. Was kann ich machen um nachzuweisen dass hier ein Sachmangel im Sinne von Gewährleistung vorliegt. Normalerweise sind keine Bremsen nach 30.000 Kilometer defekt. Nicht mal ein Serviceplan sieht dann einen Wechsel vor.
Was kann ich machen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

einen Nacherfüllungsanspruch hätten Sie, falls ein Sachmangel vorliegen sollte. Ein Sachmangel liegt vor, wenn die tatsächliche Beschaffenheit der Kaufsache negativ abweicht von der vereinbarten Beschaffenheit.

Der benutzungsbedingte Verschleiß einer Sache stellt keinen Sachmangel dar. Sollte die Abnutzung der Bremsen aber auf einem Montagefehler oder einem Materialfehler beruhen, so weicht die tatsächliche Beschaffenheit des Fahrzeugs von der vereinbarten negativ ab (=Sachmangel).

Klarheit wird in Ihrem Fall allein ein Sachverständigengutachten bringen. Wenn Sie dieses privat in Auftrag geben, wird es aber in einem eventuellen späteren Prozess als Parteivortrag angesehen, so dass das Gericht möglicherweise ein weiteres gerichtliches Gutachten in Auftrag geben wird. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass Sie den Anspruchsgegner allein durch Vorlage des Gutachtens dazu bringen, den Schaden im Rahmen der Nacherfüllung zu beseitigen. Falls das Gutachten Ihre Ansicht bestätigt, müßte der Anspruchsgegner auch die Kosten des Sachverständigen übernehmen.

Mit freundlichen Grüssen

Kamil Gwozdz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2006 | 11:08

Ein Sachmangel liegt meiner Ansicht schon ganz klar vor. Habe ich ja auch beschrieben bzw. durch die auskünfte von Meistern in meinem Bekanntenkreis erhalten. Auf welchen Gesetzesparagraphen etc. kann ich mich beziehen bei einem entsprechenden Schreiben an Audi?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2006 | 12:21

Einschlägig sind die nachfolgenden Bestimmungen des BGB:

BGB § 437 Rechte des Käufers bei Mängeln
Ist die Sache mangelhaft, kann der Käufer, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,
1. nach § 439 Nacherfüllung verlangen,
2. nach den §§ 440, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach
§ 441 den Kaufpreis mindern und
3. nach den §§ 440, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

BGB § 434 Sachmangel
(1) Die Sache ist frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache
frei von Sachmängeln,
1. wenn sie sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet,
sonst
2. wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine
Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.
Zu der Beschaffenheit nach Satz 2 Nr. 2 gehören auch Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers, des Herstellers (§ 4 Abs. 1 und 2 des Produkthaftungsgesetzes) oder seines Gehilfen insbesondere in der Werbung oder bei der Kennzeichnung über bestimmte Eigenschaften der Sache erwarten kann, es sei denn, dass der Verkäufer die Äußerung nicht kannte und auch nicht kennen musste, dass sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses in gleichwertiger Weise berichtigt war oder dass sie die Kaufentscheidung nicht beeinflussen konnte.

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