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Laptop Gewährleistung

01.05.2011 11:51 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Hallo,
ich habe ein Problem mit meinem Laptop, dieser ist mittlerweile 2 Jahre alt und hatte, kurz bevor die Garantie abgelaufen ist, einen Defekt. Ich habe Ihn dann gleich an den Hersteller zur Reperatur geschickt. Er kam dann eine Woche später zurück mit einem Reperaturbericht wo man mir mitteilte es sei kein Fehler gefunden worden, da allerdings das Display defekt war und sich überhaupt nicht mehr angeschalten hat war es m.E. ein schwerer Defekt und hätte gefunden werden müssen. Ich habe das Gerät dann noch mal eingeschickt, worauf ein Kabel ausgetauscht wurde. Nach dieser Reperatur ging dann auf einmal die Stromzufuhr nicht mehr, ich habe das Gerät wieder eingeschickt. Man teilte mir dann mit, dass das Mainboard ausgetauscht werden müsse und mich das 350 Euro kosten würde, auf diesen Kostenvoranschlag habe ich einen Widerspruch geschickt weil es sich ja nach wie vor um Folgereparturen gehandelt hat.Diesem Widerspruch wurde stattgegeben, dass Gerät kam mit neuem Mainboard und vermeintlich in Ordnung wieder zurück. Nur besteht nach wie vor das Problem mit der Stromzufuhr und seit heute fährt das GErät jetzt auch nicht mehr hoch.
Meine Frage an Sie: Was kann ich noch tun? Ich habe wirklich keine Lust mehr das Gerät ständig einzuschicken und es wird immer schlimmer. Hab ich Anrecht auf Schadensersatz oder ein Ersatzgerät? Oder kann ich das Gerät hier vor Ort auf Kosten des Herstellers reparieren lassen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

-- Einsatz geändert am 01.05.2011 12:42:28

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Sie müssen vorab zwei Dinge unterscheiden, die in der Umgangssprache häufig vermengt werden: Garantie und Gewährleistung (= Mängelhaftung).


1. Garantie: Rechte gegenüber dem Hersteller

Die Garantie ist eine rein freiwillige Leistung, im Rahmen derer der Garantiegeber (hier Hersteller des Laptops) verspricht, dass die gekaufte Sache für eine bestimmte Dauer (in Ihrem Fall: 2 Jahre) eine bestimmte Beschaffenheit BEHÄLT (Haltbarkeitsgarantie).

Da der Hersteller gesetzlich nicht verpflichtet ist, eine solche Garantie einzuräumen, darf er die Bedingungen, zu denen er diese einräumt, im Ergebnis nach Gutdünken bestimmen. Wenn es daher um die Frage geht, wann Sie welche Rechte gegenüber dem Hersteller aus der Herstellergarantie haben, ist ALLEIN die Garantieerklärung (Garantiebedingungen) des Herstellers maßgeblich. Ohne diese einzusehen, lässt sich die Frage also nicht beantworten, welche Rechte Ihnen aus der Garantie zustehen.

Wenn Sie aber nachweisen können, dass das Problem mit der Stromzufuhr noch während der Garantiezeit aufgetreten war und der Hersteller die Möglichkeit hatte, es vor Ablauf der Garantiezeit zu beheben, dann stehen Ihnen die in der Garantieerklärung genannten Rechte auch zu. In der Regel dürfte nach den einschlägigen Garantiebedingungen dann nur eine Reparatur geschuldet sein. Sie müssten aber, sollte Ihnen ein solches Recht aus der Garantie noch zustehen, dem Hersteller zunächst eine Frist setzen, den Mangel zu beheben. Hierzu müssten Sie das Gerät leider wieder einschicken, es sei denn, die Garantieerklärung sieht einen Vor-Ort- oder Abholservice vor. Erst nach erfolglosem Ablauf der von Ihnen gesetzten, angemessenen Frist (2 bis 3 Wochen) oder bei vorheriger Weigerung des Herstellers zur Reparatur dürften Sie einen Reparaturbetrieb mit der Mängelbeseitigung beauftragen und die Kosten hierfür vom Garantiegeber einfordern.


2. Mängelhaftung: Rechte gegenüber dem Verkäufer

Die Gewährleistung/Mängelhaftung ist etwas anderes als die Garantie. Hier geht es um die Rechte des Käufers bei Mängeln gegenüber dem VERKÄUFER. Sie sind in den §§ 434, 437 ff. BGB geregelt.

Der entscheidende Unterschied zur Haltbarkeitsgarantie besteht darin, dass die gekaufte Sache gerade NICHT für eine bestimmte Dauer eine bestimmte Beschaffenheit (= Freiheit von Mängeln) BEHÄLT, sondern diese Beschaffenheit NUR ZUM ZEITPUNKT des sog. Gefahrübergangs (in der Regel = Zeitpunkt der Übergabe der Sache an den Käufer) BESITZT.

Um seine Rechte bei Mängeln geltend zu machen (aufgezählt in § 437 BGB), muss der Käufer also beweisen, dass der Mangel schon bei Übergabe der Sache vorhanden war. Zeigt sich ein Mangel innerhalb von 6 Monaten nach Übergabe der Sache, gibt es zu Gunsten des Käufers, der Verbraucher ist, eine gesetzliche Vermutung, dass die Sache von Anfang an mangelhaft war (§ 476 BGB). Da dieser Zeitraum in Ihrem Fall längst abgelaufen ist, müssten Sie, wenn Sie den VERKÄUFER in Anspruch nehmen wollen, den vollen Beweis darüber erbringen, dass die Stromzufuhr schon bei Übergabe des Laptops defekt bzw. der Mangel in einem bestimmten Bauteil damals zumindest schon angelegt war. Dieser Nachweis dürfte Ihnen nicht gelingen. Ohnehin wäre die Frist für die Geltendmachung von Ansprüchen aus der Gewährleistung (2 Jahre) bereits abgelaufen, so dass Sie sich weiterhin wie unter 1. aufgezeigt an den Hersteller wenden müssten.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen für das weitere Vorgehen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

_________
Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Nachfrage vom Fragesteller 01.05.2011 | 18:57

Entschuldigung ich glaube sie haben meine Frage nicht richtig verstanden. Der Hersteller hatte mir während der dritten Reperatur einen Kostenvoranschlag geschickt dem ich widersprochen habe, da es sich um eine Folgereparatur handelt. Diesem Widerspruch wurde stattgegeben, d.h. der Hersteller hat doch zugegeben das es ein Garantiefall bzw. Gewährleistungsfall ist. Meine Frage ist nach wie vor, ob ich immer noch dem Hersteller die Möglichkeit zur Nachbesserung geben muss, was mittlerweile das 4. mal wäre.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.05.2011 | 23:13

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich habe Ihre Frage NICHT falsch verstanden, sondern Sie waren offensichtlich nicht in der Lage, meinen Ausführungen zu folgen bzw. die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Das ist schade, da ich mir viel Mühe gegeben habe, die rechtliche Seite für Sie so verständlich wie möglich darzustellen.

Also hier nochmals für Sie zusammengefasst: Wenn die Garantiebedingungen (das Kleingedruckte, das dem Laptop als Anlage zur Bedienungsanleitung beilag) nicht vorsehen, dass Sie ein Ersatzgerät bekommen oder dass das Gerät zurückgenommen wird, DANN BEKOMMEN SIE VOM HERSTELLER AUCH NICHTS! Er schuldet Ihnen dann nur eine Reparatur. Die Reparatur kann auch 100 mal schiefgehen.

Das, worauf Sie wahrscheinlich hinauswollen, ist das Recht, die Ware zurückzugeben, wenn die Reparatur zweimal gescheitert ist (fehlgeschlagene Nacherfüllung). Dieses Recht ist aber ein Recht, das dem Käufer im Rahmen der GEWÄHRLEISTUNG = Mängelhaftung gegenüber dem VERKÄUFER zusteht. Vom Verkäufer können Sie aber nichts (mehr) verlangen, da etwaige Mängelrechte verjährt sind, siehe meine obigen Ausführungen zu 2.

Jetzt verstanden? Es tut mir leid, dass die Rechtslage im Ergebnis wohl nicht zu Ihren Gunsten ist, aber meine Möglichkeiten, daran etwas zu ändern, sind arg begrenzt, auch wenn ich das gerade für Sie natürlich liebend gerne tun würde.

Selbst wenn ich Sie missverstanden hätte – was ich wie gesagt nicht getan habe –, wäre es an sich kein Problem gewesen, im Rahmen der Nachfragefunktion den Sachverhalt richtigzustellen, so dass ich dann auf der Grundlage der korrigierten Angaben eine rechtliche Neubewertung hätte vornehmen können. Gerade dafür ist ja die Nachfragefunktion auf dieser Plattform geschaffen worden.

Diese Möglichkeit haben Sie mir nicht gegeben, sondern haben meine ursprüngliche Antwort gleich mit einer sachlich ungerechtfertigten Bewertung bedacht, was mehr als UNANSTÄNDIG ist. Ein solches Verhalten legt den Verdacht nahe, dass Sie von vornherein nicht an einer an objektiven Maßstäben ausgerichteten Bewertung des Sachverhalts interessiert waren, sondern nur Ihr subjektives Wunschdenken bestätigt bekommen wollten. Diesen Wunsch kann ich meinen Mandanten leider nicht immer erfüllen, auch wenn ein defekter Laptop natürlich sehr ärgerlich ist. Das verstehe ich wiederum sehr gut. Aber bedenken Sie bitte, dass ich weder der Hersteller noch der Verkäufer bin und auch nicht die Gesetze gemacht habe, die für Ihre Scheißlage verantwortlich sind.

Wenn sich Ihr Frust erst mal gelegt hat, werden Sie das sicherlich nachvollziehen können und Ihre Bewertung, die sachlich in keinster Weise zu rechtfertigen ist, überdenken. Wenn Sie so weit sind, schreiben Sie bitte eine E-Mail an info@123recht.net und bitten Sie darum, die Bewertung zu ändern oder zu entfernen. Das ist problemlos möglich.

Andernfalls zwingen Sie mich dazu, wegen der mit der Bewertung einhergehenden Rufschädigung zivilrechtlich gegen Sie vorzugehen, worauf Sie sich dann auch verlassen dürften.

Mit freundlichen Grüßen

RA Safadi

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