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Erbschaftssteuer USA/Deutschland: Hawaii nonresident estate tax; tax treaty

| 05.09.2017 04:25 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich wollte mich erkundigen wieviel eine Rechtsberatung zu der folgenden Situation kosten würde:

Meine Eltern sind deutsche Staatsbürger und haben Ihren Wohnsitz in Deutschland (Sie sind „non-residents" in den USA). Sie haben Wohnungen und laufende Hypotheken in Deutschland und auch Wohnung in den USA (im Staat Hawaii; welche durch Hypotheken auf die Besitztümer in Deutschland finanziert sind). Beide Kinder sind deutsche Staatsbürger, wobei eines der Kinder einen festen Wohnsitz in den USA hat (Greencard) und das andere Kind nicht.

Soweit Ich es verstehe würden In den USA im Todesfall Erbschaftssteuern anfallen auf die dortigen Besitztümer. Für „non-residents" scheint der Freibetrag nur etwa 60.000 USD zu sein (Hawaii estate tax for nonresidents: https://www.thebalance.com/overview-of-hawaii-estate-tax-laws-3505220). Meine Frage bezieht sich auf die „tax treaty" zwischen den USA und Deutschland zur Erbschaftssteuer:

Könnten die Hypotheken-schulden in Deutschland gegengerechnet werden auf den Wert des Besitzes in den USA so daß sich die steuerpflichtige Erbschaftssteuersumme in den USA verringert? Falls ja, welche Dinge müssen berücksichtigt werden und welcher Paragraph in der deutsch-amerikanischen „tax treaty" bezieht sich auf diesen Fall?

Mit freundlichen Grüßen
08.09.2017 | 15:39

Antwort

von


(83)
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04318 Leipzig
Tel: 015731344210
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs sind die Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig. Dies sind:

-die Schulden des Erblassers (Hypotheken-, Grund-, Darlehens- und Steuerschulden sowie Schulden aus Miet- und Pachtverhältnissen)
-Verbindlichkeiten aus Verhältnissen, Pflichtteilen und Erbersatzansprüchen,
-die sog. Überlasten bei einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude (R 28 ErbStR 2003),
-die durch den Sterbefall entstandenen Erbfallkosten (Bestattungskosten und Kosten für die landesüblichen kirchlichen und bürgerlichen Leichenfeierlichkeiten, Kosten der üblichen Grabpflege und Nachlassregelungskosten).
Diese Kosten können in der tatsächlich entstandenen Höhe abgezogen werden.

Grundsätzlich gilt:

Voller Schuldenabzug im Zusammenhang mit Schulden bei Grundeigentum.
Voller Schuldenabzug im Rahmen pauschaler Freibeträge für Gegenstände (z.B. Hausrat).
Eingeschränkter Schuldenabzug, wenn die belasteten Vermögensgegenstände bei der Besteuerung nicht angesetzt werden oder teilweise befreit sind. (R 31 Abs. 3 ErbStR 2003).
Kein Schuldenabzug für Auwendungen für die Nachlassverwaltung und vom Erwerber zu entrichtende Erbschaftssteuer.
Schulden sind mit dem Nennbetrag abzugsfähig.
Unverzinsliche Schulden sind nach ihrer Laufzeit mit einem Zinssatz von 5,5 % abzuzinsen.

Bei Hypotheken- und Grundschulden ist die am Stichtag noch offene Restschuld maßgeblich.


Des weiteren wird die Doppelbesteuerung gemäß Art. 11 DBA-USA-ErbSt durch Anrechnung vermieden:
Erheben die USA Steuern auf Grund der Tatsache, dass der Erblasser dort seinen Wohnsitz hatte oder Staatsangehöriger der USA war, so wird die Doppelbesteuerung gemäß Art. 11 (2) DBA-USA-ErbSt wie folgt vermieden:
Besteuert Deutschland Vermögen auf Grund des Artikels 5, 6 oder 8, so rechnen die USA auf die nach ihrem Recht festgesetzte Steuer von diesem Vermögen einen Betrag in Höhe der in Deutschland auf dieses Vermögen gezahlten Steuer an.
War der Erblasser Staatsangehöriger der USA und hatte er im Zeitpunkt des Todes Wohnsitz in Deutschland, so gewähren die USA die Anrechnung der gezahlten deutschen Steuer auf die nach ihrem Recht festgesetzte Steuer darüber hinaus für die Steuer von allem Vermögen, das nicht auf Grund des Artikels 5, 6 oder 8 in den USA besteuert werden kann.
Erhebt Deutschland Steuern auf Grund des Wohnsitzes des Erblassers oder der Erben, so wird die Doppelbesteuerung gemäß Art. 11 (3) DBA-USA-ErbSt wie folgt vermieden:
Besteuern die USA Vermögen auf Grund des Artikels 5, 6 oder 8, so rechnet Deutschland auf die nach ihrem Recht festgesetzte Steuer von diesem Vermögen einen Betrag in Höhe der in den Vereinigten Staaten von Amerika auf dieses Vermögen gezahlten Steuer an.
Hatte der Erblasser oder der Erbe im Zeitpunkt des Todes seinen Wohnsitz in Deutschland, so gewährt Deutschland die Anrechnung der gezahlten amerikanischen Steuer auf die nach ihrem Recht festgesetzte Steuer über Buchstabe a hinaus für die Steuer von allem Vermögen, das nicht auf Grund des Artikels 5, 6 oder 8 in der Bundesrepublik Deutschland besteuert werden kann.

Anteilige Gewährung des allgemeinen Freibetrags:

Nur beschränkt in den USA Steuerpflichtige haben nur einen Freibetrag (Credit) von USD 60.000,-. Das Doppelbesteuerungsabkommen gewährt solchen Personen eine Vergünstigung:
Bei der Festsetzung der US-Nachlasssteuer wird auf den Nachlass eines in Deutschland wohnhaften Erblassers ohne US-Staatsangehörigkeit ein Anrechnungsbetrag (unified credit) in Höhe des größeren der folgenden Beträge gewährt:

des Betrags, der das gleiche Verhältnis zu der nach dem Recht der USA auf den Nachlass eines US-Staatsangehörigen gewährten Anrechnung ergibt wie der Wert des Teils des Brutto-Nachlasses des Erblassers, der sich im Zeitpunkt seines Todes in den USA befindet, zu dem Wert des gesamten Brutto-Nachlasses des Erblassers, ungeachtet dessen, wo er sich befindet; oder
der Anrechnungsbetrag, der nach dem Recht der USA auf den Nachlass einer nicht ansässigen Person gewährt wird, die kein Staatsangehöriger der USA ist.

Beispiel: Erblasser E, deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz Köln, hinterlässt eine Wohnung in USA mit einem Wert von $2 Million. Der Wert seines deutschen Vermögens beträgt $4 Million. Es entfällt also 1/3 seines Nachlasses auf die USA. Daher kann 1/3 des allgemeinen US-Freibetrags in Anspruch genommen werden.

Wichtig zu wissen ist noch:

In den USA wird der Nachlass besteuert, nicht die Erben. Für die Besteuerung kommt es somit nicht auf das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Erblasser und Erben an, sondern auf die Höhe des Nachlassvermögens. Ein Erbe, der mit dem Erblasser nicht verwandt ist, wird somit in derselben Höhe und mit demselben Steuersatz besteuert wie ein Kind des Erblassers. Nur für Ehegatten bestehen weitreichende Steuervergünstigungen.

Das Schulden in Abzug gebracht werden können ergibt sich nicht aus dem tax treaty. Dies ergibt sich daraus, dass für die Ermittlung der Nachlasssteuer das Reinvermögen genutzt wird. Und dieses ermittelt sich letztlich auch aus dem Abzug der Schulden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Bewertung des Fragestellers 27.09.2017 | 22:18

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