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Umsatzsteuer in USA - Firmensitz Deutschland

| 18.03.2021 11:42 |
Preis: 70,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

Ich betreibe seit April letzten Jahres einen Onlineshop in Deutschland und Österreich. Ich verkaufe digitale Produkte: Meditationsaufnahmen als MP3-Datei und eBooks als PDF-Datei. Nachdem der Kunde gezahlt hat, können sie ihre Produkte herunterladen.

Ich würde gerne dieses Jahr expandieren und in die USA verkaufen. Wie verhält es sich mit der Umsatzsteuer in den USA. Ich weiß, dass jeder Bundesstaat oder sogar Gemeinde seine eigene Steuersätze hat. Muss ich mich in all diesen Finanzämter registrieren lassen und monatlich die Umsatzsteuer in jedem Finanzamt der USA abführen? Wie soll das funktionieren, gibt es spezielle Steuerbüros, die das machen?

Oder sind die US-Umsätze nicht steuerbar und muss ich letztendlich in den USA keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen?

Wenn ja, gilt dies als Straftat aus amerikanischer Sicht? Es ist so, dass ich nächstes Jahr in die USA auswandern möchte und dieses Jahr eine Reise dorthin unternehmen will. Mein Steuerberater befürchtet, dass ich Probleme bei der Kontrolle im Flughafen haben werde, wenn ich einreise.

Sind diese Ängste und Befürchtungen berechtigt?

Meine Kunden sind Nichtunternehmer, also Privatpersonen. Ich bin Einzelunternehmer und der Firmensitz ist in Deutschland.

Die Kunden bekommen von mir immer eine Bestellbestätigung. Ich schicke nur dann Rechnungen, wenn meine Kunden danach fragen. Bis jetzt gab es keinen einzigen.

Einsatz editiert am 18.03.2021 12:43:33

Einsatz editiert am 19.03.2021 11:50:00

Einsatz editiert am 19.03.2021 19:36:17

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre steuerrechtliche Frage wie folgt:

Wenn Sie in Deutschland ansässig sind und digitale Produkte über das Internet in die USA verkaufen, dann kann zwar eine Sales/Use Tax anfallen, diese ist aber grundsätzlich vom Empfänger zu tragen, so dass Sie (weiterhin) eine Netto-Rechnung an den privaten Endverbraucher stellen.

Ob Ihre Produkte überhaupt steuerbar sind, wäre auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten gesondert zu prüfen - dazu müssten Sie sich an die Deutsch-Amerikanische Handelskammer wenden oder einen amerikanischen Steuerberater kontaktieren.

Wie Sie richtig sagen, existiert eine - derjenigen in Deutschland oder auf europäischer Ebene vergleichbare - Umsatzsteuer auf Bundesebene in den USA nicht. Die Umsatzsteuer in den USA wird auf Ebene der Bundesstaaten erhoben, das heißt jeder Bundesstaat kann seine eigene Sales and Use Tax erheben. In manchen Bundesstaaten gibt es auch gar keine Sales and Use Tax, andererseits kann sogar auf der Ebene der einzelnen Städte und Gemeinden eine Sales and Use Tax erhoben werden.

Geregelt wird die Sales and Use Tax in den jeweiligen Gesetzen der Bundesstaaten. Es ist unrealistisch, dass Sie eine solche Prüfung selbst übernehmen, es ist aber auch nicht erforderlich, denn die Sales and Use Tax wird grundsätzlich dem Verkauf beweglicher Sachen (tangible property) auferlegt, in manchen Bundesstaaten auch auf Dienstleistungen und beim Kauf z. B. von Software. Sie aber verkaufen ja keine Hard- oder Software, sondern digitale Endprodukte.

Eine Steuerpflicht als Verkäufer beweglicher Sachen entsteht auch nur in dem Bundesstaat, in dem ein sogenannter Nexus vorliegt. Jeder Bundesstaat kann dabei den Nexus selbst definieren. Aber grundsätzlich gilt: Ein Nexus liegt dann vor, wenn eine Betriebsstätte oder eine Tochtergesellschaft unterhalten wird. In dem Staat, in dem ein Nexus vorliegt, ist dann eine entsprechende Registrierung für die Sales and Use Tax vorzunehmen. Auch das kommt für Sie ja nicht in Frage.

Ihre Frage: "Oder sind die US-Umsätze nicht steuerbar und muss ich letztendlich in den USA keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen?" ist daher aus meiner Sicht mit "Nein, müssen Sie nicht" zu beantworten.

Wenn Sie hier ganz sicher gehen wollen, dann fragen Sie bei der Handelskammer nach oder wenden sich an das Bundeszentralamt für Steuern (BStZ) in Bonn.

Wie ein Immigration Officer bei der Einreisekontrolle allerdings überprüfen können sollte, dass Kunden von ihnen keine Umsatzsteuer in den USA abgeführt haben könnten, erscheint mir doch sehr weit hergeholt. Auch wenn die USA mit der NSA einen riesigen "big brother" beschäftigen, glaube ich doch nicht, dass es mit der Überwachung so weit gekommen ist, dass hier eine Zusammenführung von Steuerdaten einzelner Kunden und Ihrem Internetunternehmen überhaupt denkbar ist.

Ich sehe daher nicht, wie Ihnen bei der Einreise in die USA eine möglicherweise durch einzelne Ihrer Kunden bewirkte Steuerverkürzung vorgeworfen werden könnte.

Aber wie gesagt, wenn Sie hier absolute Sicherheit haben wollen, dann fragen Sie bei den staatlichen Stellen nach. Tun Sie dies am besten per E-Mail, dann haben Sie etwas Schriftliches in der Hand, falls es hier jemals zu Nachfragen kommen sollte. Von einem Steuerbürger ist insofern nur zu erwarten, dass er sich - insbesondere bei komplexen steuerlichen Sachverhalten - ordentlich informiert.

Bitte fragen Sie nach, wenn noch etwas unklar ist. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 23.03.2021 | 13:26

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