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Erbengemeinschaft: Miterben verhindern Erbauseinandersetzung


| 28.12.2015 21:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Hallo!

Ich versuche möglichst direkt auf den Punkt zu kommen: ich bin Teil einer Erbengemeinschaft. Ich = Sohn der Verstorbenen, Anteil 50%. Die Miterben: 2 Söhne meiner verstorbenen Schwester, also ihre Rechtsnachfolger, Anteil je 25%. Der Nachlaß: mehrere Grundstücke, Festgeld, Konten, laufende Mieteinnahmen (private und gewerbliche Mieter), auch Rest-Darlehen

Der Nachlaß wäre ausreichend, um meinen Neffen und mir, und nach mir noch meinem Sohn, einordentliches Auskommen zu gewährleisten.

Meine Schwester erzog meine Neffen schon unter der Prämisse, ich als schwarzes Schaf der Familie hätte kein Recht auf einen Anteil des Vermögens.Was natürlich rechtlich nicht haltbar ist. Aber: durch konsequente Verweigerung jedweder Mitwirkung haben sie für nunmehr 1 Jahr verhindert, daß eine Teilung in Aussicht ist.

Und: Die Fälligkeit der Erbschaftssteuer hat die Aufteilung "überholt". Praktisch heißt das für mich, ich bin Eigentümer eines 50%igen Anteils eines Vermögens, kann aber über keinerlei Mittel selbständig verfügen und somit die Ende Oktober fällig gewordene Erbschaftssteuer nicht zahlen. Einen Kredit habe ich auch nicht erhalten, mit derselben Begründung, daß ich über keins der Konten, die für alles Erforderliche ausreichende Deckung aufweisen, allein verfügen darf. Kommunikation findet inzwischen innerhalb der Erbengemeinschaft nicht mehr statt. Ich habe 6 vergebliche Schlichtungsversuche hinter mir, 5 davon in aller Form mit Anwälten. Jedesmal erfolgeten Einigungen und Absprachen, mit Zustimmung von allen, und meine Neffen gingen zur Tür hinaus und machten genau das Gegenteil davon.

Die Gutachten für die Immobilien können nicht erstellt werden, weil meine Neffen die Mietverträge für Wohnungen und Stellplätze und Garagen mitgenommen haben und nicht herausgeben. Was sie abstreiten. Es wurde sogar schon behauptet, ich hätte die Verträge unter Verschluß. Es gibt hinreichende Anhaltspunkte dafür, daß meine Version stimmt. Aber: keine Gutachten, keine Erbaufteilung, keineTeilungsreife.

Ich war - genau wie meine verstorbene Schwester - Angestellter meiner Mutter, d.h. mein Einkommen ist mit ihrem Tod weggefallen. Lange halte ich, ehrlich gesgt, den Schwebezustand finanziell nicht mehr durch und vom Finanzamt habe ich bereits die Vollstreckungsankündigung / Zwangsversteigerung wegen der Erbschaftssteuer erhalten.

Ich wollte sofort nach Mutters Tod einen Nachlaßverwalter einsetzen. Meine Neffen lehnten das ab, es sei zu teuer, sie würden selber die Buchführung übernehmen. NICHTS tun sie auf dem Gebiet. Der Nachlaß wird nicht verwältet, der ist bald autonom. Meine Neffen sind damit heillos überfordert, das wußte ich, und ich wäre es eine ganze Weile genauso, deswegen wollte ich einen Profi.

Mit ihrer Verweigerungshaltung schaden sich meine Neffen durchaus selbst, vordergründig betrachtet in demselben Ausmaß wie mir. Vordergründig. Was ich jetzt sage, kann ich nicht beweisen, sonst hätte ich das schon längst an anderer Stelle vorgetragen, doch meine Neffen leben mit diesem Schwebezustand nicht schlecht. Es gibt nämlich zahlreiche Möglichkeiten, um direkt Bargeld in Empfang zu nehmen. Absolut ausreichend für 2 Erwachsene Mitte 30, die nie ein eigenes Einkommen hatten (ewige Studenten bzw. ewige angebliche Studenten)

Meine Frage: kann es sein, daß meine Neffen mich auf diese Weise finanziell ausbluten lassen dürfen, ohne daß es wirksame Rechtsmittel dagegen gibt? Daß durch die Zwangsversteigerung eine Lebensgrundlage zerstört wird, ich aber trotzdem den vollen Steuerbetrag für die Lebensgrundlage schuldig bin?

Ich kann mir das nicht vorstellen, ich kann mir nur gut vorstellen, daß ich bisher schlecht beraten worden bin. Mir ist inzwischen klar geworden, daß ein Anwalt sich auf dem Streitwert auch ausruhen kann - nichts für ungut, doch aus eigenem Anstoß wäre ich niemals darauf gekommen, daß es so etwas gibt, DAS haben mir 2 Anwälte "beigebracht", durch ihr Verhalten und ihr nicht vorhandenes Engagement.

Für eine Antwort auf meine Frage biete ich das unten vorgegebene Mindestgebot. Denn eigentlich suche ich mehr als nur eine Antwort auf diese Frage, nämlich einen richtig motivierten und kreativen Rechtsbeistand für die Nachlaßabwicklung, der knallhart meine Interessen vertritt und DURCHSETZT. Die Anwaltsgebühren richten sich nach dem Streitwert, ich weiß, und der bietet schon gute Verdienstmöglichkeiten über die 59€ hinaus. Doch als Gegenleistung für gutes Geld erwarte ich auch gute Arbeit, das muß ich mittlerweile einfach betonen. Denn genau das habe ich bisher nicht bekommen.

Der Text kann ruhig öffentlich erscheinen. Ich denke, ich bin ohne persönliche oder sensible Daten ausgekommen. Dies ist ohnehin eine drastisch gekürzte Version dessen, was tatsächlich los ist, bestimmt 90% durchaus wichtiger Details warten noch auf Klärung. Doch das hier hat Priortität. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Streitigkeiten zwischen Erben sind immer ärgerlich, allerdings auch sehr häufig. Mit einer effektiven Strategie zur Vermeidung von Konflikten ist man meist am besten bedient - erbrechtliche Auseinandersetzung sind häufig von Emotionen geprägt.

Aber selbst wenn eine solche Stragie scheitern sollte bzw. verhindert werden sollte, steht der Erbe nicht machtlos da.

Die Erbengemeinschaft i.S.d. § 2032 BGB ist stets nur auf Zeit angelegt. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft i.S.d. § 2043 ff. BGB. Hierzu wird der Nachlass entlang der Erbquote auf die Erben verteilt.

Aus der Bruchteilsgemeinschaft, in der allen alles gehört, werden Eigentümer ganz konkreter Gegenstände bzw. Rechte.

Diese Auseinandersetzung, die aufgrund eines Teilungsplanes vollzogen wird, kann von einem Erben jederzeit verlangt werden, § 2042 Abs. 1 BGB.

Die Auseinandersetzung kann nur unter der engen Bedingungen der §§ 2043 - 2045 BGB aufgeschoben werden, selbst wenn also die Nachlassgläubiger aufgefordert wurden, nachlassverbindlichkeiten i.S.d. § 2061 Abs. 1 BGB anzumelden, so wäre diese Frist nach sechs Monaten verstrichen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass der Erblasser die Auseinandersetzung i.S.d. § 2044 Abs. 1 BGB ausgeschlossen hat.

Somit wäre die Auseinandersetzung zu fordern. Dieser Anspruch ist im Zweifel auch gerichtlich durchsetzbar. Hier wären die Miterben zur Zustimmung zu einem konkreten Teilungsplanes zu verklagen. Dies scheint mir der für Sie einzig gangbare Weg zu sein.

Übrigens, über Nachlassgegenstände können die Erben aus § 2040 Abs. 1 BGB nur gemeinschaftlich verfügen. Ein Abführen von Werten durch die Neffen, wie Sie es vorgetragen haben, ist unzulässig und könnte zu Schadensersatzansprüchen führen, wenn so Ihr Anteil am Nachlass verkleinert wird.

Erbschaftssteuer ist eine leidige Angelegenheit, außerhalb der Freibeträge aber nicht zu vermeiden. Die Steuer entsteht i.S.d. § 9 Abs. 1 ErbStG mit Erwerb von Todes wegen, also mit dem Anfall der Erbschaft.

Die Erbschaftssteuer muss nicht aus dem Nachlass getragen werden, wird daher von den Finanzämter regelmäßig auch nicht nicht davon abhängig gemacht, ob eine Auseinandersetzung bereits stattgefunden hat oder nicht.

Gerne berate ich Sie über die Möglichkeiten dieser Homepage hinaus. Schicken Sie mir eine Email an mail@kanzlei-park.de, dann können sie mir auch weitere Details des Falls nennen. Hier erscheint es mir sinnvoll den Druck auf die Neffen zu erhöhen, schriftsätzlich an diese heranzutreten, aber auch dann zeitnah in die Klage zu gehen.

Aber alles weitere dann per Email.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 04.01.2016 | 06:53


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FRAGESTELLER 04.01.2016 5/5.0
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