Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Eigenheimzulage in der Trennung und danach


| 28.03.2007 00:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers



Sehr geehrte Frau Anwältin, sehr geehrter Herr Anwalt,

ich bitten Sie, zu beschriebenen Sachverhalt Auskunft zu geben.

Meine Frau und ich haben 2004 eine DHH gekauft (jeder 50% Miteigentum und 50% Darlehnsnehmer).

Die Eigenheimzulage wurde ab 2004 mit Grundbetrag und zwei Kinderzulagen gewährt.

In 2006 haben wir uns entschlossen, uns zu trennen. Im Oktober 2006 ist meine Ehefrau aus unserem gemeinsamen Haus mit beiden Kindern in eine Mietswohnung ausgezogen. Seit diesem Zeitpunkt wohne ich allein im Haus und habe die Kinder neben den Ferien in der Regel aller 14 Tage von Freitag bis Sonntag zu Besuch.

In unserer Scheidungsfolgenvereinbarung haben wir den Verkauf des Hauses geplant. Bisher hat sich kein Käufer gefunden, so das ich an eine weitere Eigennutzung denke. Die Darlehnsverbindlichkeiten werden hälftig von uns beiden getragen.

Meine Frau hat mir das Haus lt. Scheidungsfolgenvereinbarung mietfrei überlassen. Ich zahle neben der Hälfte der Darlehnsraten, auch alle verbrauchsabhängigen Kosten sowie Unterhalt. Alle weiteren anfallenden Hauskosten für Wartung oder auch Grundsteuer werden hälftig von uns beiden getragen.

Ich würde gern das Haus und die Finanzierung zu 100% übernehmen, alleiniger Eigentümer des Hauses werden.

Eine Scheidung ist nach Beendigung des Trennungsjahres im September 2007 geplant.

Für mich stellen sich nun folgende Fragen:
1. Ich gehe davon aus, dass ich für 2007 weiterhin Anspruch auf Eigenheimzulage habe. In welcher Höhe besitze ich einen Anspruch, bzw. was bedeutet die Aussage „in Höhe des Miteigentumsanteils“? Sind es 50% der Eigenheimzulage oder werden 50% des Kaufpreises als Berechnungsgrundlage bei einer Neuberechnung herangezogen?
2. Hat meine Frau noch Anspruch auf die Eigenheimzulage und wenn ja, in welcher Höhe?
3. Gelten für eine Neuberechnung das Einkommen von 2004 oder wird mein aktuelles Einkommen berücksichtigt?
4. Habe ich allein Anspruch die Kinderzulage? Wenn ich keinen alleinigen Anspruch habe, welchen Anspruch hat dann meine Frau?
5. Ist eine Übertragung des Miteigentumsanteils meiner Frau auf mich für die Gewährung der Eigenheimzulage notwendig?

Vielen Dank!
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

zu 1.
Da Sie und Ihre Ehefrau sich im Jahr 2006 getrennt haben, liegen im Jahr 2007 die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung nicht mehr vor. Für die Eigenheimzulage bedeutet dies: Sie wird zukünftig für jeden Ehepartner entsprechend seinem Miteigentumsanteil getrennt festgesetzt. Da nach Ihren Angaben Ihr Miteigentumsanteil 50% beträgt, steht Ihnen die Eigenheimzulage auch nur noch in halber Höhe zu.

zu 2.
Da Ihre Ehefrau Ihnen die Wohnung unentgeltlich zur Nutzung überläßt, steht dieser ebenfalls noch die Eigenheimzulage zu, und zwar entsprechend deren Miteigentumsanteil zu 50%.

zu 3.
Ihre aktuellen Einkommensverhältnisse sind für die Neufestsetzung der Eigenheimzulage unerheblich.

zu 4.
Der Ehepartner, der weiterhin die Eigenheimzulage erhält, weil er in der geförderten Wohnung bleibt (hier: Sie) oder diese Wohnung an den getrennt lebenden / geschiedenen Ehegatten unentgeltlich überläßt (hier: Ihre Ehefrau), behält grundsätzlich seinen Anspruch auf die Kinderzulage. (Ausnahme: Kommt er seiner Unterhaltsverpflichtung nicht nach, dann verliert er im Regelfall seinen Anspruch auf Kindergeld / den Kinderfreibetrag und damit auch auf die Kinderzulage.) Bei Miteigentum erhält jeder Ehepartner dann die halbe Kinderzulage.

zu 5.
Eine Übertragung des Miteigentumsanteils Ihrer Ehefrau an Sie ist danach also nicht erforderlich. Eine solche Übertragung von einem Ehegatten auf den anderen bewirkte bisher, dass der übernehmende Ehegatte die Förderung des anderen Ehegatten fortführen konnte (§ 6 Abs. 2 Satz 5 EiGZulG).Nach Abschaffung der Eigenheimzulage seit dem 01.01.2006 stellt sich allerdings die Frage, ob diese Förderung für Übertragungen ab dem 01.01.2006 weitergewährt wird. Jedenfalls nach Auffassung des Bayerischen Landesamts für Steuern (EZ 1150-1 St 32/St 33 vom 09.01.2006) soll diese jedoch weiterhin in Anspruch genommen werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Achim Schroers
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2007 | 20:46

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Ergänzend möchte ich folgendes fragen:

1. Ich plane allein für die Hausraten aufzukommen.
2. Zusätzlich zu 1. möchte ich einen Mietvertrag mit einem Untermieter abschließen.

Wie ist für die beiden genannten Situationen die rechtliche Lage für mich und meine Frau bzgl. der Eigenheimzulage, wenn sich keine weitere Rahmenbedingung ändert?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2007 | 15:30

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich ist es für die Gewährung der Eigenheimzulage unbeachtlich, wenn Sie die Zins- und Tilgungsleistungen vollständig übernehmen. Dies darf aber nicht dazu führen, dass, sollte Ihre Noch-Ehegattin Ihnen gegenüber unterhaltspflichtig sein, sich deren Unterhaltsverpflichtung dadurch entsprechend mindert. Dann läge keine unentgeltliche Wohnungsüberlassung vor und Ihrer Noch-Ehefrau stünde die (hältige) Eigenheimzulage nicht zu.

Voraussetzung für die Eigenheimzulage ist, dass Sie während des 8-jährigen Förderzeitraums die Wohnung zu Wohnzwecken entweder selbst nutzen oder unentgeltlich an einen Angehörigen überlassen (§ 4 EigZulG). Vermieten Sie einen Teil der Wohnung ist die Bemessungsgrundlage, nicht aber der Förderhöchstbetrag gem. 9 Abs. 2 EigZulG, um den hierauf entfallenden Teil zu kürzen, vgl. § 8 Satz 3 EigZulG (BMF-Schreiben vom 21.12.2004, BStBl. I 2005, S. 305, Tz. 52).

Mit freundlichen Grüßen

RA Schroers

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die kompetenten Antworten! "