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Ehegattenunterhalt bei Ehe von kurzer Dauer


| 24.10.2007 22:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Hallo,

mein Mann und ich haben vor fast zwei Jahren geheiratet und davor führten wir fast vier Jahre lang ein eheähnliches Verhältnis. Wir haben ein jetzt zweijähriges Kind zusammen.
Vor über einem Jahr hat er mich aus der ehelichen Wohnung "hinausgeworfen" (bestreitet dies aber, behauptet ich wäre ohne Grund ausgezogen) und ich lebe seitdem von ihm getrennt. Einige nochmalige Versöhnungsversuche sind gescheitert. Vor einem Monat hat er die Scheidung eingereicht.
Wir haben nun vereinbart - um Kosten zu sparen - uns aussergerichtlich zu einigen. Ich habe mit meinem Arbeitgeber nur zwei Jahre Erziehungurlaub vereinbart (wir hatten bei Entdecken der Schwangerschaft schon große Beziehungsprobleme, wir waren nicht verheiratet u ich hatte Angst drei Jahre lang von Sozialhilfe leben zu müssen, deswegen die Verkürzung), und arbeite seit ein paar Monaten nun halbtags. Während unserer Ehe hatte ich keine Einkünfte, da ich im Erziehungsurlaub war.
Bzgl. dem Unterhalt hat mein Mann mir eine Summe vorgeschlagen mit der ich soweit einverstanden bin, ich soll 500 Euro Ehegattenunterhalt erhalten und zusätzlich Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle (er verdient ca. 2700 Euro, ich ca. 1000). Entspricht diese Summe dem normalen Unterhalt?
Wie ist das, ich habe mal gelesen, wenn die Frau arbeitet, obwohl sie das aus Kinderbetreuungsgründen nicht müsste, würde nur die Hälfte des Verdienstes der Frau den Unterhaltsverpflichtungen angerechnet? In seiner Berechnung wird aber mein gesamter Verdienst angerechnet.
Ausserdem werden von seinem Nettolohn vor Berechnung des unterhaltes noch sämtliche Versicherungen abgezogen, von meinem aber nicht. Ist das korrekt?
Die mir am wichtigsten Frage: Den nachehelichen Unterhalt will er mir nur bezahlen, bis mein Kind in die Schule kommt, danach würde er nur noch den Kindesunterhalt bezahlen, keinen Ehegattenunterhalt mehr.
Ich soll diesem zustimmen, bin mir aber unschlüssig.
Kann er von mir verlangen, daß ich Vollzeit arbeite, um meinen Unterhalt allein bestreiten zu können, sobald mein Kind in die Schule kommt? Gerade dann braucht es doch meine Hilfe bei Hausaufgaben, benötigt ein Mittagessen und muss betreut werden etc. Mein Mann kann sich beruflich bedingt nicht um unser Kind kümmern und zu den Großeltern kann es voraussichtlich auch nicht.
Evtl. gäbe es noch die Möglichkeit das Kind in einem Hort betreuen zu lassen, aber ich gehe davon aus, daß dies sehr kostspielig ist und diese Kosten hätte ich dann alleine zu bestreiten meint er. Ist das richtig, daß ich diese Kosten dann selbst bestreiten muss?
Ich bezahle ausserdem momentan 200 Euro für die Kindergrippe. Ich bat ihn sich zur Hälfte daran zu beteiligen. Er meint das sei mit dem Kindesunterhalt und dem Kindergeld abgedeckt. Ist das richtig, oder muss er sich an den Kosten beteiligen? Das Kind ist schliesslich erst zwei und meiner Meinung nach bin ich noch nicht verpflichtet arbeiten zu gehen und tue es trotzdem. Ich habe meine Erziehungszeit nicht verlängert, da ich sonst Ärger mit ihm bekommen hätte und ich wollte das schon zum Wohle des Kindes vermeiden.

Schonmal vielen Dank im voraus für die Beantwortung meiner Fragen.
MFG

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Sehr geehrte Fragestellerin,

angesichts Ihrer Situation und der gravierenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Ihnen und Ihrem Mann möchte ich Sie dringend davor warnen, "aus Kostengründen" auf anwaltliche Vertretung zu verzichten. Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Ihr Mann sehr zu seinen Gunsten gerechnet hat. Wenn Sie sich auf solch eine Regelung einlassen, verzichten Sie möglicherweise in den kommenden Jahren auf einen Betrag, der in der Summe wesentlich höher ist als die "gesparten" Anwaltskosten.

Bei einem so kleinen Kind ist davon auszugehen, dass nicht Ihr gesamtes Einkommen angerechnet werden muss. Ihr Mann kann keinesfalls verlangen, dass Sie die Krippe selbst bezahlen und dann Ihr gesamtes Einkommen anrechnen, da Sie dieses Einkommen ja nur erzielen können, wenn das Kind in die Krippe geht. Ausserdem müssen auch bei Ihnen Versicherungsbeiträge abgezogen werden.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine Unterhaltsberechnung im Rahmen dieser Online-Erstberatung nicht erfolgen kann, abgesehen davon, dass für eine Berechnung detaillierte Angaben erforderlich wären.

Einer Befristung des Ehegattenunterhalts bis zum Beginn der Schule sollten Sie nicht ohne weiteres zustimmen, denn Sie können heute noch nicht wissen, welche Rechtslage dann gelten wird (das neue Unterhaltsrecht wird demnächst in Kraft treten) und wie sich Ihre persönliche und finanzielle Situation entwickeln wird. Nach aktueller Rechtslage besteht ab dem 8. Lebensjahr des Kindes die Verpflichtung der Mutter, halbtags zu arbeiten. Dann würde Ihnen immer noch ein restlicher Unterhalt zustehen. Erst ab dem 16. Lebensjahr des Kindes können Sie zu einer Vollzeittätigkeit verpflichtet werden. Diese Regelung soll durch das neue Unterhaltsrecht zu Lasten der Mütter verschärft werden, aber der nacheheliche Unterhalt wird keinesfalls ab dem Schulbeginn des Kindes ganz entfallen, sondern es wird noch ein Teilanspruch bleiben.

Deshalb empfehle ich Ihnen dringend, die Berechnung Ihres Mannes von einem Anwalt vor Ort zumindest überprüfen zu lassen. Besser wäre es, wenn Sie sich auch anwaltlich vertreten lassen. Im Unterhaltsrecht gibt es derart viele Einzelheiten zu berücksichtigen, dass es sehr riskant sein kann, dies selbst auszuhandeln.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de


Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2007 | 18:23

Sehr geehrte Frau Plewe,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Welche Versicherungsbeiträge werden von meinem Verdienst bei der Unterhaltsberechnung abgezogen - nur die zur Altervorsorge oder auch andere ... Gesundheitsvorsorge, Haftpflicht, Bausparevertrag, KFZ, Berufsunfähigkeit?
Es stimmt, daß man nach der aktuellen Rechtslage erst halbtags arbeiten muss wenn das Kind zwölf ist und Vollzeit wenn das Kind 16 ist.
Aber trifft das auch bei einer Ehe von kurzer Dauer zu? Ich habe gehört hier sei es anders geregelt. Stimmt das und wie? Wir haben uns nach nicht ganz einem Jahr Ehe getrennt.
Die Scheidung wird aber nicht vor nächstem Jahr stattfinden, das heisst wir wären dann 2 Jahre+ verheiratet gewesen.
Wie sieht es aus, wenn ich mit meinem Freund zusammen ziehe? Ich habe gehört dann müsste mein Mann keinen Unterhalt mehr für mich bezahlen. Allerdings verdiene ich nur ca. 1000 Euro + Unterhalt Kind + Kindergeld, mein Freund verdient derzeit nur 1400 Euro.
Müsste sich mein Mann an den Unterbringungskosten meines Kindes (Hort, Tagesmutter etc)beteiligen oder sogar ganz übernehmen, wenn er ab dem Alter des Kindes von 6 Jahren keinen Unterhalt mehr bezahlt? Wie sieht es hier aus, wenn ich
1. weiter halbtags
2. Vollzeit beschäftigt bin?

Vielen Dank im voraus!

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2007 | 18:24

Sehr geehrte Frau Plewe,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Welche Versicherungsbeiträge werden von meinem Verdienst bei der Unterhaltsberechnung abgezogen - nur die zur Altervorsorge oder auch andere ... Gesundheitsvorsorge, Haftpflicht, Bausparevertrag, KFZ, Berufsunfähigkeit?
Es stimmt, daß man nach der aktuellen Rechtslage erst halbtags arbeiten muss wenn das Kind zwölf ist und Vollzeit wenn das Kind 16 ist.
Aber trifft das auch bei einer Ehe von kurzer Dauer zu? Ich habe gehört hier sei es anders geregelt. Stimmt das und wie? Wir haben uns nach nicht ganz einem Jahr Ehe getrennt.
Die Scheidung wird aber nicht vor nächstem Jahr stattfinden, das heisst wir wären dann 2 Jahre+ verheiratet gewesen.
Wie sieht es aus, wenn ich mit meinem Freund zusammen ziehe? Ich habe gehört dann müsste mein Mann keinen Unterhalt mehr für mich bezahlen. Allerdings verdiene ich nur ca. 1000 Euro + Unterhalt Kind + Kindergeld, mein Freund verdient derzeit nur 1400 Euro.
Müsste sich mein Mann an den Unterbringungskosten meines Kindes (Hort, Tagesmutter etc)beteiligen oder sogar ganz übernehmen, wenn er ab dem Alter des Kindes von 6 Jahren keinen Unterhalt mehr bezahlt? Wie sieht es hier aus, wenn ich
1. weiter halbtags
2. Vollzeit beschäftigt bin?

Vielen Dank im voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2007 | 20:04

Sehr geehrte Fragestellerin,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die kostenlose Nachfragefunktion nur der Beseitigung von Unklarheiten dienen soll, nicht der kostenlosen Einstellung neuer Fragen.

Nach § 1579 Nr. 1 BGB ist der Unterhaltsanspruch bei kurzer Ehedauer zwar eingeschränkt, jedoch steht der Ehedauer die Zeit gleich, in der Sie wegen Kindesbetreuung Unterhalt verlangen können. In Ihrem Fall wird sich die kurze Ehedauer daher wohl kaum auswirken.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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