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Darlehnskündigung

20.06.2009 07:11 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von


Wir haben ein Baufianzierung bei einer Bank für ein MFH. Der Darlehensvertrag sowie die Zinsbindung sind abgelaufen. Ich betone
der Darlehensvertrag ist abgelaufen. Die Bank will das Darlehen
nicht verlängern. Darf die Bank das Objekt jetzt den Vertrag
kündigen bzw. das Objekt Zwangsversteigern. ?
Die Darlehensraten sind alle pünktlich gezahlt worden. Es gibt
keine Rückstände auf den Darlehenskonten. Aber die Bank ist
nicht kompromissbereit.
Wenn es zu einer Zwangsversteigerung kommt in welchem
Zeitrahmen ist das normalerweise üblich.

-- Einsatz geändert am 21.06.2009 08:06:47

21.06.2009 | 13:34

Antwort

von


(445)
Tannenforst 3
47551 Bedburg-Hau
Tel: 02821 8995153
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung ist davon auszugehen, dass es sich um ein endfälliges Darlehen handelt (Darlehensvertrag ist ausgelaufen). Die Rechtsfolge ist in diesem Moment der Eintritt der Fälligkeit. Diese Fälligkeit erfasst die gesamte Restschuld also die in diesem zeitpunkt noch offene Darlehensvaluta. Fälligkeit bedeutet hierbei, dass der vollständige Saldo sofort zur Rückzahlung "fällig" ist, also in einer Summe zurückzuzahlen ist.

Die Bank hat also insoweit ohne Kündigung des Darlehensvertrages - denn dieser ist ja durch Zeitablauf ausgelaufen - einen fälligen Anspruch. Ein Anspruch gegen die Bank einen neuen Vertrag abzuschliessen, also im Ergebnis eine Verlängerung des Darlehens zu erreichen besteht nicht. Die Bank kann frei entscheiden, ob sie ein Kreditgeschäft macht oder nicht.

Rechtsfolge der Fälligkeit ist weiter, dass die Bank die zur Absicherung bestellten Grundpfandrechte verwerten kann. Voraussetzung für eine Verwertung von Kreditsicherheiten ist die Fälligkeit der Forderungen für die sie gestellt worden sind. Nur aufgrund von fälligen Forderungn kann eine Bank Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, wie die Versteigerung eine ist, beantragen.

Wenn es tatsächlich zu einer Zwangsversteigerung kommen sollte, sind hierfür regional unterschiedliche Verfahrensdauern zu berücksichtigen. In Ihrem Fall ist von ca. 1 bis 1,5 Jahren Verfahrensdauer auszugehen.

Letztendlich sind Sie aber während des gesamten Verfahrens frei einen Käufer für das Objekt zu finden. Die Bank muss die Löschung der Grundpfamdrechte bewilligen, wenn der Kaufpreis dem Verkehrswert entspricht.

Sie sollten prüfen, ob Sie die Finanzierung nicht von einer anderen Bank ablösen lassen können. Geht dies nicht so sollten Sie mit Ihrer Bank versuchen einen Ausweg zu finden. Wenn diese nach wie vor auf eine sofortige Rückzahlung besteht, so sollten Sie ihr anbieten das Objekt freihändig zu veräußern und der Bank die Vermarktung zu überlassen. Im Gegenzug sollte die Bank stillhalten. Der Erlös bei einer freihändigen Veräußerung ist regelmäßig höher als bei einer Zwangsversteigerung.


Rückfrage vom Fragesteller 23.06.2009 | 16:55

Vielen Dank für diese Einschätzung.

Das es Rückstände auf dem Zinskonto gab die aber zwischenzeitlich
ausgeglichen sind hat die Bank im März die Vollstreckbareausfertigung
jedoch nur für ein Teildarlehen zugestellt.

Wenn die Bank jetzt eine mögliche Zwangsvollsteckung betreiben will muss Sie für die anderen Darlehen auch die Urkunde zustellen und nach welchen Zeitraum kann die Bank dann einen Zwangsversteigerungsvermerk eintragen ?

Muss die Bank bei einem endfälligen Darlehen welches immer wieder verlängert wurde den Vertrag nochmals kündigen ?

Nach welchen Zeitraum kann die Bank in andere Darlehen bei
anderen Kreditinstituten rein pfänden ?

Haben die anderen Kreditinstiute das Recht dann die Darlehensverträge zu kündigen ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.06.2009 | 20:50

Gerne beantworte ich Ihre Nachfragen:

1.
Die Zustellung eines Titels ist Voraussetzung für die Einleitung jedweder Vollstreckungsmaßnahmen. Wenn verschiedene Titel für verschiedene Forderungen bestehen, so muss der der Forderung zuzuordnende Titel zugestellt werden. Letztlich ist diese Frage aber nicht entscheidend. Wenn ein Titel über besipielsweise 100.000,-- EUR zugestellt worden ist, dann kann wegen dieses Betrages vollstreckt werden. Aus welchem Schuldgrund der Titel stammt ist für die Haftung gleich. Die Bank trägt keinen Zwangsversteigerungsvermerk ein. Dieser wird vom Amtsgericht eingetragen sobald dieses die Zwangsversteigerung anordnet. Die Zwangsversteigerung ist eine Vollstreckungsmassnahme und bedarf eines Antrages des Gläubigers an das Gericht. Dieser Antrag ist auch Vollstreckungsmassnahme und deswegen müssen die Vollstreckungsvoraussetzungen vorliegen. Dazu gehört auch die Wartefrist nach erfolgter Zustellung bei Privatpersonen. Diese beträgt 2 Wochen.

2.
Eine Kündigung ist nicht erforderlich, denn Vollstreckungsvoraussetzung ist eine fällige Forderung und diese entsteht mit Erreichen der Endfälligkeit.

3.
Unabhängig von der Frage ob eine Pfändung ein ein Darlehen Sinn macht (was sollte die Bank davon haben??? eine Pfändung macht ja nur Sinn wenn in Vermögenswerte des Schuldner vollstreckt wird.) ist eine Vollstreckung gegen Privatpersonen nach einer 2-wöchigen Wartefrist nach Zustellung des Titels möglich.

4.
Die bloße Pfändung gibt an sich noch keinen Kündigungsgrund wenn das Engagement ansonsten störungsfrei bedient wird. Wenn aber beispielsweise das Girokonto gepfändet wird, von dem die Darlehen bedient werden, kann sich durch diese Blockade bzw. Pfändung ein Rückstand ergeben der zur Kündigung berechtigt.

ANTWORT VON

(445)

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