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Darf ein Arbeitgeber die Beschwerden eines Arbeitnehmers wegen Mobbing ignorieren?


01.07.2005 18:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren
von 01.07.2003 bis 31.05.2005 war ich als Krankenschwester mit befristetem Vertrag im öffentlichén Dienst beschäftigt, wurde jedoch von Anfang an von meinen beiden älteren Kolleginnen massiv gemobbt. Ich versuchte diese auf die Problematik anzusprechen, wurde jedoch harsch gemaßregelt. Als die eine Kollegin nach ca. 4 Monaten auch noch handgreiflich mír gegenüber wurde, habe ich mich erstmals bei der Pflegedienstleitung beschwert. Doch man gab mir eher zu verstehen, wer sich beschwert fliegt raus. Ich versuchte ohne weitere Beschwerde die Zeit durchzuhalten, da ich als Alleinerziehende mit 3 Kindern und Alleinverdiener auf die Arbeit angewiesen bin. Doch man machte sich offensichtlich noch einen Sport und Spaß daraus es immer noch schlimmer zu treiben bis ich schließlich mit Weinkrämpfen auf der Arbeit zusammenbrach. Meine Hausärztin schrieb mich krank, verordnete Antidepressiva. Tagtäglich ging ich mit Angst zur Arbeit, hatte ständig Selbstmordgedanken, hätte ich nicht die Verantwortung für meine drei Kinder, würde ich wahrscheinlich nicht mehr leben oder wäre ausgewandert. Ein Versuch in eine andere Abteilung zu wechseln hintertrieb die zweite Kollegin durch eine innerbetriebliche Beurteilung, die so schlecht war, dass mich damit niemand einstellt. Letztendlich habe ich meine gesundheitliche und nervliche Verfassung ruinieren lassen in der vagen Hoffnung auf Weiterbeschäftigung, die sich aber nicht erfüllt hat.
Meine Frage :
Gibt es jetzt noch irgendwelche rechtlichen Möglichkeiten, da der Arbeitsplatzverlust und mein schlechter gesundheitlicher Allgemeinzustand voll zu Lasten des Arbeitgebers gehen.
Mit freundlichen Grüßen
01.07.2005 | 19:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der bekannten Informationen beantworten möchte.

Selbstverständlich darf ein Arbeitgeber Ihre Beschwerden wegen des Mobbings nicht ignorieren. Vielmehr wäre er sogar gehalten gewesen, die betreffenden Kolleginnen zu befragen und gegebenenfalls sogar abzumahnen beziehungsweise zu kündigen. Spätestens in dem Moment, wo Handgreiflichkeiten gegen Sie vorlagen, wäre dies definitiv ein Kündigungsgrund gegenüber Ihren Kolleginnen gewesen.

Ferner hätten sie zum Zeitpunkt des noch bestehenden Arbeitsverhältnisses gegen die betreffenden Kolleginnen einen strafgeldbewehrten Unterlassungstitel erwirken können. Leider ist es dafür, wie Ihnen sicherlich klar ist, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu spät.

Natürlich stehen Ihnen auch Schmerzensgeldansprüche zu, sowohl gegen Arbeitgeber wie auch gegen die Kolleginnen. Es ist der in der Tat ein starkes Stück, was Ihr Arbeitgeber Ihnen da entgegengehalten hat. Allerdings dürfte die Durchsetzung dieser Ansprüche schwierig sein, da Sie die volle Darlegungs-und Beweislast haben für die Äußerung des Arbeitgebers beziehungsweise die Mobbing-Handlungen Ihrer Kolleginnen. Erfahrungsgemäß stehen für solche Handlungen beziehungsweise Äußerungen keine Beweismittel zur Verfügung.

Ferner dürfte es schwierig sein, da ein befristetes Arbeitsverhältnis vorlag, einen wie auch immer gearteten Anspruch auf Weiterbeschäftigung wegen der von Ihnen erhobenen Vorwürfe geltend zu machen. Sie müssten dann konkret darlegen und beweisen, dass die unterlassene Verlängerung ihres Beschäftigungsverhältnisses kausal darauf zurückzuführen war, dass sie sich gegen das Mobbing gewehrt haben. Hinzukommt, dass die dreiwöchige Klagefrist, die nach Kündigungsschutzgesetz besteht, inzwischen verstrichen ist.

Es tut mehr leid, dass ich Ihnen keinen positiver Bescheid geben kann; ich hoffe jedoch Ihnen weitergeholfen zu haben. Für ihre Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute, insbesondere eine baldige Genesung.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-
www.anwaltskanzlei-hellmann.de


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

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