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Arbeit Mobbing

| 13.04.2010 17:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich Arbeite seit Oktober 2009 in VW Werk Wolfsburg ( Zeitarbeit )
Bin seit 1 Monat in einer anderen Halle versetzt worden wegen Personalumstrukturierung. Seit ein paar Wochen bin ich hin und wieder Erkrankt mit Herzprobleme und ich bat dann übergangsmässig bis ich die Tablettenumstellung gut verkraftet habe um einen schonplatz. Den bekam ich dann auch den ich dann auch bis Heute ohne Probleme ausüben konnte . Jedoch hatte mich Heute ganz unverhoffter Weise mein Chef angesprochen ihn wurde von einen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin über den Schichtleiter ging die Propaganda mein Deo versage doch und auf Deutsch das ich stinke ...oder riche ... usw.. ich möchte das doch bitte abändern im gleichen Moment bin ich in ein Tiefes Thal gefallen wovon ich mich bis jetzt nicht erholt habe den ich schreibe ihnen als erstes mein Problem bevor ich Morgen zur Wob AG gehen möchte wollte ich doch im vorfeld einmal wissen was ich Rechtlich tun kann um mich gegen diese üble Nachrede zu wehren , denn ich kann nicht mehr schlafen habe Bauchschmerzen und bin Depressiv da ich diese Situation nicht verkraften kann. Ich werde mich wohl noch in Psychatriche behandlung geben weil ich mit der Situation überfordert bin. Was mich am meisten Ärgert ist das mein Chef es so runterspielen will als ob nichts gewesen währe doch muss ich mit den Arbeitskollegen Tag tälich Arbeiten was ich einfach nicht mehr kann. Kann ich Rechtlich Kündigen ohne vom Arbeitsamt eine Sperre zu bekommen oder was kann ich tun um da nicht mehr hin zu müssen denn mein Vertrag geht noch bis 30.06.10. Muss die Wob Ag darauf Reagieren und mich einen andren Arbeitsplatz anbieten oder wie ist die Rechtliche Situation . Ich brauche dringend Hilfe .. weil ich dort nicht mehr hingehen kann bin völlig verzweifelt da ich ein leider sehr sensibler Mann bin und mit solchen üblen Nachreden nicht klarkomme.

Für eine schnelle Antwort danke ich ihnen schon mal sehr

Mfg

Sehr geehrte(r) Fragesteller/in,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es wird ausschließlich das Ziel verfolgt, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf der Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen im Rahmen Ihrer Schilderung kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Nachfolgend nehme ich zu der/den von Ihnen gestellten Frage(n) Stellung, die ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Zunächst möchte ich voran stellen, dass Sie den Hinweis des Arbeitgebers sich nicht allzu sehr zu Herzen nehmen sollten.

Maßgeblich kommt es auf die Tatsache an, ob tatsächlich ein Kollege durch einen Körpergeruch beeinträchtigt ist oder nicht. Dies hat in erster Linie nichts mit Ihnen zu tun.

Ich bin zwar kein Mediziner, jedoch ist mir aus Erfahrung bekannt, dass es regelmäßig der Fall sein kann, dass sich Mitarbeiter sozusagen „nicht riechen“ können.

Dies hat noch nichts mit einer unzureichenden Körperhygiene oder dergleichen zu tun, sondern kann auch auf die medikamentöse Umstellung oder dem Gesundheitszustand zurück zu führen sein.

Bevor Sie daher in depressive Stimmung verfallen oder eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen, sollten Sie vorerst einmal Ihren Hausarzt auf dieses Thema ansprechen und anschließend mit dem Arbeitgeber ein klärendes Gespräch suchen.

Möglicherweise lässt sich dadurch der arbeitgeberliche Hinweis aufklären und spezifizieren, was den Kollegen im eigentlichen Sinne stört. Möglicherweise ist es auch ein ganz anderes Problem.

Von einem Mobbing würde ich an dieser Stelle noch nicht sprechen. Bitte verstehen Sie mich insoweit nicht falsch.

Der Arbeitgeber ist aus dem Gebot der Führsorgepflicht verpflichtet, derartigen Sachverhalten im zwischenpersonellen Bereich nachzugehen. Sofern daher Beschwerden der Mitarbeiter über Kollegen, aus welchem Grund auch immer, an ihn herangetragen werden, hat er dafür zu sorgen, dass dem nachgegangen wird und der betroffene Mitarbeiter in Kenntnis gesetzt und aufgefordert wird, den sog. (ich nenne es mal laienhaft) Mangel abzustellen.

Dieser Hinweis des Arbeitgebers hat insoweit nichts mit einer verminderten Achtung vor dem Arbeitnehmer gerade in diesem sensiblen Bereich zu tun. Im Gegenteil kann dies nur als Hinweis gedeutet werden.

Sofern jedoch eine sog. betriebsinterne Propaganda gegen Sie herauf beschworen wird, dann sollten Sie auch dann das Gespräch mit dem Arbeitgeber klären, da dann mit der Zeit eine mobbing-ähnliche Situation entstehen kann, die zur Ehrkränkung in Ihrer Person geeingnet ist..

Jedenfalls sollten Sie zunächst erst einmal mit Ihrem Arbeitgeber über diese Angelegenheit, möglicherweise auch über Ihren „Vertrauensmann“ oder dem Betriebsrat sprechen.

Eine Eigenkündigung sollte immer die letzte Option sein, zumal wie Sie schildern das Arbeitsverhältnis ohnehin zum 30.06.2010 offensichtlich beendet ist.

Hinsichtlich der Rechtslage zur Eigenkündigung kann ich nur insoweit Ihre Fragestellung beantworten, dass bei einer Eigenkündigung die Agentur für Arbeit zunächst regelmäßig erwägen wird eine Sperrfrist nach dem SGB zu verhängen.

Die Verhängung einer Sperrfrist ist jedoch keine zwingende Maßnahme, sondern es kommt vielmehr auf die Konstellation des Einzelfalls an.

Die Eigenkündigung eines Arbeitnehmers führt regelmäßig zur Verhängung einer Sperrfrist, jedoch gelten hierbei auch gewisse Ausnahmen, denn für die Verhängung einer Sperrfristverhängung ist es erforderlich, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis bzw. dessen Beendigung verursacht/verschuldet haben.

Ein Verschulden liegt jedoch dann nicht zwangsläufig vor, wenn die zur Beendigung führenden Umstände nicht in Ihrer Person zu finden sind, sondern in einem Verhalten des Arbeitgebers.

Dies wäre zum Beispiel in den sog. Mobbingfällen der Fall.

Sofern der Arbeitsplatz durch Mobbing bedroht ist und damit auch die Gesundheit des Arbeitnehmers leidet, insbesondere die Weiterbeschäftigung bzw. die Aufrechterhaltung des Arbeitsplatzes unzumutbar ist, wird in der Regel keine Sperrfrist verhängt werden.

Jedoch müssen Sie die Gründe entsprechend gegenüber der Agentur für Arbeit nachweisen und plausibel machen, dass die Gründe nicht in Ihrer Person vorlagen bzw. nicht Sie schuldhaft Ihr Arbeitsverhältnis aufs Spiel gesetzt haben.

Ob daher insoweit die Beeinträchtigung Ihrerseits so gravierend und ob dieser Grundsatz auch auf Ihren geschilderten Sachverhalt zweifellos anwendbar ist, kann über dieses Rechtsportal kaum abschließend bewertet werden. Jedoch so wie Sie schildern und wenn Sie nur eine therapeutische Lösung sehen, könnte dies angenommen werden, dazu bedürfte es jedoch weiterer medizinischer Feststellungen und ggf. Atteste.

Ich kann Ihnen insoweit lediglich einen nicht juristischen Rat geben, als dass Sie bei Ihrem Hausarzt vorstellig werden und dort die Angelegenheit zur Sprache bringen. Ich will Ihnen insoweit nicht empfehlen sich grundlos krank zu schreiben, jedoch wenn ein triftiger Grund vorliegen würde, müssten Sie dann jedenfalls nicht zu Arbeit und könnten insoweit je nach Länge der Krankschreibung bis zum 30.06.2010 aushaaren.

Alternativ gäbe es im Gegensatz zu einer Eigenkündigung auch die Möglichkeit das Arbeitsverhältnis mittels eines Aufhebungsvertrages einvernehmlich zwischen den Parteien zu beenden. Jedoch kann ich die Modalitäten, welche für einen Aufhebungsvereinbarung notwendig wären, um einer auch dann drohenden Sperrfrist entgegen zu treten, von hier nicht abschließend beurteilen.

Unter diesem Gesichtspunkt kann ich Ihnen nur empfehlen, einen Rechtsbeistand vor Ort mit der Fertigung oder der Verhandlung oder Prüfung einer adäquaten Aufhebungsvereinbarung zu beauftragen.

Abschließend möchte ich Ihnen jedoch empfehlen mit dem Arbeitgeber ein Gespräch zu suchen und den ihnen „vorgeworfenen“ Sachverhalt hinsichtlich der Körperhygiene dort zur Ansprache und zur Aufklärung zu bringen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen helfen konnte, einen ersten Eindruck in dieser Rechtsangelegenheit gewinnen zu können. Sie können sich gerne bei Nachfrage über die entsprechende Option des Portals mit mir in Verbindung setzen.

Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2010 | 20:17

Sehr geehrter Herr Lembke ,

ich danke ihnen ersteinmal für den sehr ausführlichen Bericht.
Das Problem ist ich hatte im nachhinein schon mit dem Vorgesetzten gesprochen der mich darauf aufmerksam gemacht hat jedoch war er der Meinung das dies kein Grund zur Aufregung sei . Das sehe ich aber ganz anders denn ich muss mit den Kollegen oder Kolleginnen an einem Arbeitsplatz stehen und weiss nicht einmal von wem die Beschuldigungen kommen . Das andere was ich im ersten Brief nicht erwähnt hatte ist das vor mir eine Kollegin aus dem Bereich wo ich jetzt bin wegen Mobbings die Halle gewechselt hat weil die Kollegen mit ihr kein Wort gewechselt haben und bei mir ist es jetzt ebend der Geruch ... das ist für mich eine klare Mobbingfalle bitte verstehn Sie mich nicht Falsch aber ich habe in keinster Weise Körpergeruch an mir ich Dusche jeden Tag usw.. der Vorgesetzte meinte nur weil ich Rechtliche schritte schon angedroht hatte das ich dies tun könnte es würde nichts bei rauskommen das Ärgert mich ungemein. Ich habe hier mal ein § rausgesucht ?§ 186
Üble Nachrede

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Dies habe ich den Vorgesetzten auch schon gesagt das im Falle einer Abwendung meines Anliegens ich mir Rechtsbeistand einholen werde ??

Bitte nochmals um eine kurze Antwort ich danke ihnen schon mal sehr ..

Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2010 | 20:50

Sehr geehrte(r) Fragesteller/in,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen nachfolgend beantworten.

Ich kann Sie insoweit verstehen, wenn der Arbeitgeber die Angelegenheit herunterspielt und es demnach den Anschein hat, Sie mit dem Problem unkollegialer Mitarbeiter allein da stehen zu lassen.

Der Arbeitgeber ist rechtlich gehalten ein gegenüber einem Mitarbeiter feindliches Betriebsklima zu beseitigen. Insoweit muss er den von Ihnen vorgetragenen Hintergründen, insbesondere denen des Mobbings auch nachgehen.

Dies ist Inhalt seiner arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht.

Sofern Sie den Tatbestand der üblen Nachrede anzeigen, so kann dieser mitunter erfüllt sein. Es steht Ihnen diesbezüglich auch frei gegenüber dem jeweiligen Mitarbeiter Anzeige zu erstatten. Doch gleichwohl ist angemerkt, dass ein derartiges Vorgehen auch das ohnehin angespannte Betriebsklima belasten kann und damit dem Arbeitgeber auch zu weiteren Maßnahmen gegenüber Ihre Person führen kann.

Eine Anzeige sollte insoweit das letzte Mittel sein. Vielmehr sollten Sie die weiteren Möglichkeiten, die Sie haben, ausschöpfen. Dies wären, die Personalabteilung bzw. der Betriebsrat oder Vertrauensmitarbeiter.

Denn die Anzeige, deren Tatbestand im einzelnen erfüllt sein könnte, führt nicht zwangsläufig zu einer Verurteilung des betroffenen Mitarbeiters. Vielmehr stellt die Staatsanwaltschaft solle Verfahren rasch ein, so die hiesigen Erfahrungen, da diese umfangreiche Ermittlungen in Anbetracht des Tatvorwurfes gerne vermeidet. Insoweit kann eine Anzeige nicht zwangsläufig zu einer Genugtuungsfunktion führen.

Sie sollten dies daher als letztes Mittel betrachten.

Sofern sich Ihr Vorgesetzter weigert, dem Sachverhalt abzuhelfen, sollten Sie erwägen die Vorgesetztenleiter weiter hinaufzusteigen und dessen Vorgesetzten den Sachverhalt unter Bezugnahme betreffend der anderen Kollegin zu schildern und dort Abhilfe verlangen.

Ansonsten gilt hinsichtlich der Eigenkündigung das Gleiche, wobei ich die Chancen, dass Ihnen gegenüber eine Sperrfrist verhängt werden würde, unter diesen Umständen als gering ansehe. Gleichwohl sollten Sie die Agentur für Arbeit auch darüber in Kenntnis setzen, wenn auch das weitere Vorgehen bei den übrigen Vorgesetzten nicht von Erfolg gekrönt ist.

Ich hoffe, dass ich mit diesen Erläuterungen Ihre Nachfrage beantworten konnte und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 13.04.2010 | 21:00

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"ich kann diesen Bericht von Herrn Lembke nur als absolut top das heist 10 Sterne und mehr Bewerten. Für mich sehr überzeugend und ein angepasster Sachverhalt zum Thema..
danke nochmals für den Beitrag der mir sehr geholfen hat für meine weiteren schritte.

Mfg "
FRAGESTELLER 13.04.2010 5/5,0
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Super Anwalt, jederzeit wieder! ...
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