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Mobbing durch Arbeitgeber

10.02.2013 11:36 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde in meinem Betrieb von meinen Vorgesetzten seit ca. einem Jahr massiv gemobbt (Das sieht dann aus wie Mülleimer auf meinem Arbeitsplatz im Lager ausleeren herabwertende Bemerkung zum bsp Religion etc). Ich habe sämtliche Mobbing Aktivitäten in einem Tagebuch fest gehalten mit Fotos. Dazu kommt das die Lagerhallen zu klein sind ich gezwungen werde Fluchtwege und Feuerlöscher zuzustellen ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren was wenn etwas passiert? Mittlerweile habe ich starke psychische Probleme. Deswegen bin ich zu einem Arzt gegangen und habe ihm alles geschildert. Er hat mich krank geschrieben und sagte er würde mir auch ein Attest ausstellen vor Gericht und empfahl mir einen Anwalt.
Zum Anwalt bin ich dann gegangen mein Tagebuch habe ich vorher ins reine geschrieben und ausgedruckt. Doch der Anwalt hat es nicht gelesen ( 6 DIN A4 Seiten). Statt dessen meinte er ich soll es kürzen, ich habe ihm das ins reine geschrieben damit er auch meine Gedanken versteht, damit er ein Bild von meinem Leben hat und das ggf. juristisch verfasst. Er hat den Betrieb jetzt kontaktiert und will mit mir zu einem Integrationsamt da ich eine (Schwerbehinderung) habe. Er hat auch mit der Personalchefin telefoniert und sagte mir dann auch noch "Ich hatte ein nettes Gespräch mit ihr. Sie können dich in eine andere Abteilung zuordnen" Der Anwalt hat nicht verstanden das ich den Betrieb nie wieder sehen will geschweige denn dort weiter arbeiten, nach allem was sie mir angetan haben. Das Mobbing geht auch hauptsächlich von meinen Vorgesetzten aus, das weiß der Anwalt. Daher verstehe ich jetzt überhaupt nicht sein vorgehen und habe das Vertrauen zu ihm verloren und möchte ehrlich gesagt jetzt auch nicht zu diesem Integrationstermin. Ist das Verhalten des oben genannten Anwalts normal? Er liest sich nichts durch nur oberflächlich, lässt mich das Tagebuch kürzen, arbeitet darauf das ich weiter im Betrieb arbeite was ich ja gar nicht mehr will, führt NETTE Gespräche mit der Personalchefin die es ja am meisten auf mich abgesehen hat und will mich in eine andere Abteilung stecken mit der selben Personalchefin???Daher will ich das jetzt selber in die Hand nehmen und habe dazu folgende fragen:

1. Wie gesagt ich habe beweise das gegen mich gemobbt wurde und möchte nicht mehr dort arbeiten. Ist es dann richtig zu einem Integrationsamt zu gehen mit meinem Anwalt und dem Arbeitgeber? Ehrlich gesagt fühle ich mich auch momentan (überhaupt) nicht in der Lage die (Personalchefin & Co.) sehen. Wie würden Sie vorgehen?

2. Ich würde lieber meinen Arbeitsvertag mit Abfindung auflösen lassen (Ich bin seit 10 Jahren dort beschäftigt) sollten wir dann nicht direkt zum Arbeitsgericht gehen und mir eine zustehende Abfindung einklagen wie sind meine chancen?

3. Würde mir in so einem Fall auch Schmerzensgeld (oder sonstige Vergütung) zustehen und muss ich dass dann auch beim Arbeitsgericht einklagen oder muss ich zu einem anderen Gericht gehen und ein separates Verfahren eröffnen? Ich werde seit ca 1Jahr gemobbt eine Tagebuch schreibe ich seit 5moanten stimmt das das man min 6monate eine tagebuch führen muss und jede woche min 1mal eine mobbing attacke sein muss für ein Schmerzensgeld (oder sonstige Vergütung)?

Ich bitte sie auch höfflichst mir (Keine Kommentare) zuschreiben.

Vielen Dank für ihre Mühe

Sehr geehrter Ratsuchender,

besten Dank für die Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes gerne wie folgt beantworten möchte.

1. Integrationsamt

Das Integrationsamt kommt immer ins Spiel, wenn es um die Kündigung von Schwerbehinderten geht.

Das Integrationsamt ist zuständig für die Zustimmung zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber.

Das Interationsamt bemüht sich auch um die Möglichkeit, den Schwerbehinderten, wenn es notwendig erscheint und möglich ist, um eine Umsetzung im Betrieb.

Sie wollen aber nicht mehr in dem Betrieb verbleiben, so dass die Einschaltung des Integrationsamtes nicht sinnvoll erscheint, zumal Sie von sich aus gehen wollen.

2. Ausscheiden mit Abfindung

Einen Anspruch auf Abfindung ist im Gesetz nicht vorgesehen, aber hat sich in der Praxis eingebürgert.

Man muss nicht den gerichtlichen Weg wähen, da Sie als Schwerbehinderter ohnehin einen besonderen Kündigungsschutz genießen, sollten Sie zunächst eußergerichtlich ein für Sie gutes Ergebnis aushandeln, wobei Sie etwaige Sperrzeiten bei der Arbeitsagentur mit einkalkulieren sollten.

Erst wenn diese Verhandlungen scheitern, sollten Sie den gerichtlichen Weg einschlagen.

Nur wird man Ihnen bei einer Eigenkündigung eine Abfindung verweigern.

3. Ansprüche wegen des Mobbings

Bei den gemeinhin als Mobbing bezeichneten Handlungen können Ansprüche gegen die Arbeitskollegen und den Arbeitgeber entstehen. Ansprüche wegen Mobbings setzen voraus, dass der in Anspruch Genommene in den zu bezeichnenden Einzelfällen entweder arbeitsrechtliche Pflichten, ein absolutes Recht des Arbeitnehmers (§ 823 BGB: Schadensersatzpflicht ) oder ein Schutzgesetz (§ 823 BGB: Schadensersatzpflicht ) verletzt oder eine sittenwidrige vorsätzliche Schädigung i. S. d. § 826 BGB: Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung begangen hat (Schaub Arbeitsrechtshandbuch).

Der Arbeitnehmer, der Ansprüche wegen einer unangemessenen Behandlung geltend macht, muss im Prozess die beanstandeten Verhaltensweisen so konkret darlegen und ggf. beweisen, dass in jedem Einzelfall beurteilt werden kann, ob diese Verhaltensweisen rechtswidrige, diskriminierende Handlungen darstellen und ob diese die Erkrankung des Arbeitnehmers verursacht haben. Das vom benachteiligten Arbeitnehmer darzulegende Verschulden des Arbeitgebers muss sich nicht nur auf die einzelnen „Tathandlungen" beziehen, sondern auch auf die hierdurch verursachte Erkrankung beim Arbeitnehmer.

In der Praxis hat sich die Führung eines Mobbingtagebuches über 6 Monate eingebürgert, ist aber nicht Bedingung. Auch muss nicht eine wöchentliche Mobbingattacke erfolgt sein.

Entscheident ist, dass Sie den Nachweis erbrungen können, dass Mobbinghandlungen über einen längeren Zeitraum vorliegen und dass sich diese dann in medizinischer Sicht ausgewirkt haben.

Ich möchte abschließend darauf hinweisen, dass Antworten im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Orientierung darstellen, deren Einschätzung auf Ihren Angaben beruht.

Rückfrage vom Fragesteller 10.02.2013 | 13:49

Personalchefin die mich auch gemobbt hat will mich in eine andere abteilung versetzten wird das Intigrationsamt dem zustimmen (gegen) meinen Willen? Das macht ja kein sinn da sie trotzdem einer meiner Vorgesetzte bleibt Versteh ich nicht.
Muss ich zu dem Termin beim Intigrationsamt hingehen wirkt sich das beim (Intigrationsamt negativ aus) wenn ich nicht dahin gehen sollte wie ich ihnen schon sagte ich (bin grad Gesundheitlich nicht in der Lage) mit meinen Vorgesetzten die mich gemobbtt haben dort ein Gepräch zuführen?

Meine frage zu dem schmerzensgeld habe ich auch nicht verstanden würde mir eine (sonstige Vergütung) zustehen
Ist schmerzengeld, persönlichkeitsrecht, Schadensersatz das gleiche? sie haben mir auch nicht gesagt ob bzw wie sie mit mir eventuell vogehen würden was sie mir empfehlen würden? ich würde sie bitten meine fragen etwas detaillierter zubeantworten bevor ich den Anwaltswechsel stattfindet

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.02.2013 | 14:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

das Integrationsamt ist FÜR den Schwerbehinderte, nicht gegen ihn.

Sie müssen da nicht hingehen, wenn Sie das nicht wollen und das wirkt sich auch nicht negativ aus.

Ihnen würde keine sonstige Vergütung zustehen nur Schadensersatz in Form von Schmerzensgeld. Das Personlichkeitsrecht ist ein eigenständiges Recht jeder Person und wenn dieses verletzt ist, dann kann man enssprechenden Schadensersatz verlangen.

Wie sollten Sie weiter vorgehen?

Da Sie bereits einen Anwalt beauftragt haben, sollte dieser einen Auflösungsvertrag aushandeln, bei dem die Betriebszugehörigkeit,sowie der Umstand des Mobbings finanziell abgegolten werden.

Sie könnten natürlich auch die Angelegenheit aussitzen und sich weiter krank schreiben lassen und auf eine Kündigung hoffen und gegen diese dann im Rahmen einer Kündigungsschutzklage vorgehen. Dann würde das Gericht im Rahmen einer Abwägung und einer Abfinung auch die Betriebszugehörigkeit berücksichtigen. Eine solche Kündigungsschutzklage ließe sich dann auch mit einer Schadensersatzforderung wegen des Mobbings verbinden.

Die dritte Möglichkeit wäre - fällt aber aus, da Sie mit der Personalchefin nicht reden können - , dass Sie mit einem Zeugen ein Gespräch mit dieser Person suchen und das Problem offensiv ansprechen. Diese Möglichkeit schließen Sie aber selber aus.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet haben zu können.

Einen schönen Sonntag wünsched

Grübau-Rieken LL.M., M.A.
Rechtsanwalt

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