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Auszug Ehepartner


| 25.07.2006 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Ich bin seit 15 Jahren mit meiner Frau verheiratet. Da wir nichts besonderes vereinbart haben, leben wir - glaube ich - in einer Zugewinngemeinschaft. Wir haben drei Kinder im Alter von 15, 12 und 5 Jahren. Ich bin selbständig, z.Zt. aber „hauptberuflich“ als Hausmann tätig. Mein Arbeitszimmer habe ich in unserer ehelichen Wohnung. Mein Einkommen beträgt i.M. ca 5000€/im Jahr. Das ist nur grob geschätzt – eben der Auftragslage und meinen zeitlichen Möglichkeiten geschuldet entsprechend schwankend. Als Angestellter sah mein Einkommen noch vor fünf Jahren bedeutend besser aus und reichte aus, um die ganze Familie zu versorgen. Inzwischen ist meine Frau wieder berufstätig und verdient 1300,00 netto als Angestellte mit einer 32 Stunden/Woche. Außerdem besitzt meine Frau ein Einkommen aus einem anteilig überschriebenen Immobilienbesitz. (250 €/Monat). Unsere eheliche Wohnung kostet im Monat warm incl. Nebenkosten ca 800.00 €/Monat.
Mit der Geburt unseres dritten Kindes ergaben sich erhebliche Schwierigkeiten in unserer Ehe. Das Kind war von ihr ungewollt- von mir im Gegenteil. Ich bekomme das noch heute von ihr wegen meiner mangelndern Verhütung vorgeworfen.
Vor drei Jahren hatte sie dann eine Affäre mit einem anderen Mann. Wir haben dann jeder für sich eine Therapie angefangen. Nach zwei Jahren habe ich die nun beendet. Meine Beziehungs-probleme habe ich z.T. mit erheblichem Konsum von Bier kompensiert (4-5 0,5l-Flaschen pro Tag). Seitdem findet sie mich unerträglich.
Jetzt stehen wir vor dem endgültigem „Aus“. Sie möchte ausziehen und die Kinder mitnehmen, ich bin dagegen und möchte meinen Kindern ihr „zu Hause“ erhalten.

Meine Fragen im Einzelnen:

1. Meine Frau ist dabei, eine eigene Wohnung zu mieten – in räumlicher Nähe zur vorhandenen - die in etwa der jetzigen Wohnungsgöße entspricht, jedoch ohne mein Arbeitszimmer. Damit verbleibt mir kein finanzieller Spielraum, die jetzige eheliche Wohnung zu erhalten. Mein Büro bräuchte eine neue Adresse und neue Miete – das wäre alles mit einem erheblichen zusätzlichem finanziellem Aufwand verbunden. Ist dies zumutbar?

2. kann meine Frau das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht der Kinder wegen meiner von Ihr bezeichneten „Alkoholsucht“ erlangen?

3. Ich fühle mich ohnmächtig. Ich sehe keinen Versöhnungswillen bei meiner Frau. Die Scheidung scheint vorprogrammiert zu sein. Was sollte ich jetzt beachten?

4. Ich würde auch in eine Scheidung einwilligen, jedoch sehe ich mich als den großen Verlierer: Meine finanziellen Mittel sind in den 15 Jahren meiner Ehe aufgebraucht. Da waren mal ca. 50.000 € im plus, Jetzt 0,00 €. Meine Frau besitzt eine Immobilie und wird durch ihre Verwandten in der näheren Zukunft noch weitere Vermögenswerte erben. Ich nicht. Dafür habe ich in die Rentenkasse eingezahlt und habe eine Lebensversicherung und vermute, dass bei einer Scheidung auch noch die Hälfte an meine Frau ginge. Ist das so?

5. Kann ich den Verlust der Rentenansprüche per nachträglichem Ehevertrag noch ausschließen?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1.)
Gegen die Anmietung einer neuen Wohnung werden Sie rechtlich nichts einwenden können; es ist Ihnen nach der Gesetzgebung auch zumutbar, Kosten für eine eigene Anmietung zu tragen.


2.)
Theoretisch ja, da dabei allein das Kindeswohl entscheidend ist und eine mögliche Gefährung des Kindeswohl eine Rolle spielen kann.

Wichtig ist dabei aber, dass Sie nach Ihrer Schilderung in den letzen Jahren als Hausmann sicherlich auch die Kinder versorgt haben.

Wenn dann das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Frau zugesprochen werden sollte, müssten noch andere, gravierendere Dinge eine Rolle spielen.

Das Alkoholproblem ist aber ein starker Faktor, der dabei zu beachten ist. Hier sollten Sie versuchen, auch mit dem Jugendamt schnellstens Kontakt aufzunehmen, um dort nicht einen falschen Eindruck dann nur aufgrund Erzählungen der Frau entstehen zu lassen.


3.)
Hier wären, sofern eine Versöhnung auch durch eine Eheberatung und ggfs. einer Entziehungskur Ihrerseits nicht in Betracht kommt, dann eine Vielzahl von rechtlichen Fragen (Zugewinn, Hausrat, Umgangsrecht, Unterhalt, Versorgungsausgleich) zu klären, die eine Individualberatung zwingend erforderlich machen.

Nun alle Einzelheiten - über die Sie aber umfassend informiert werden müssen- im Rahmen dieser Erstberatung aufzuführen, würde das Forum sprengen.

Wichtig ist, dass der Kontakt zu den Kindern nicht verloren geht; auch sollte der "Rosenkrieg" vermieden werden, da es auch da keinen Sieger geben wird.


4.)
Bei einer Scheidung sind zunächst die Kinder die großen Verlierer; ansonsten kann man kaum von Sieger/Verlierer sprechen.

Wie die Versicherung nun einzustufen ist, hängt von der genauer Art dieser Versicherung an.

Sollte Sie in den Versorgungsausgleich fallen, werden ggfs. die Rentenanwartschaften in der Tat auf das Konto Ihrer Frau in Höhe der Hälfte übertragen, SOFERN dieses nicht unbillig ist. Das ist aber Einzelfallentscheidung, was hier nicht abschließend beurteilt werden kann. So ganz chancenlos sind Sie nach der bisherigen Darstellung aber nicht, da Sie ja nun fünf Jahre die Familien aufgrund des gemeinsamen Entschlusses versorgt haben.

Bezüglich der Immoblien und Sparvermögen (und möglicherweise auch die Lebensversicherung) wird ein Ausgleich im Rahmen des Zugewinns erfolgen; nach der bisherigen Darstellung werden SIE Ansprüche gegenüber der Frau haben.


5.)
Das ist möglich, wobei dann beide Ehepartner zustimmen müssen; auch muss der Vertrag vor einem Notar geschlossen werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2006 | 18:30

Ich danke Ihnen für diesen schnellen und unkomplizierten Service:-)
Eine Frage beschäftigt mich aber noch: Das Jugendamt habe ich schon damals aufgesucht - nachdem mir bekannt wurde, dass meine Frau einen neuen "Lover" hatte. Inzwischen tut sie aber so, als sei das alles nur eine "Episode" gewesen und weist jede Schuld von sich ab. Wenn ich jetzt erneut mit dem Jugendamt in Kontakt treten werde, um meine Sicht der Dinge zu verdeutlichen, stehe ich doch ziemlich dumm da. Ich habe keinerlei "Beweise" für eine Untreue. Das einzige, was ich darlegen kann, ist die Tatsache, dass meine Frau die wirtschaftliche Grundlage unserer Familie vernichten will.
Was sollte ich denn dem Jugendamt mitteilen, damit dieses auch meine Sicht der wirtschaftlichen Grundlage meiner Familie erkennt??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2006 | 20:38

Sehr geehrter Ratsuchender,

hinsichtlich des Gespräches mit dem Jugendamt sind die Schuldzuweisungen fehl am Platz.

Zunächst gibt es das Verschuldensprinzip nicht mehr. Weiter spielt auch dort der finanzielle Hintergrund eine stark untergeordnete Rolle.

Dort geht es allein um das Kindeswohl, so dass Sie bei den Gesprächen sich ALLEIN darauf konzentrieren sollen. Sie sollten dabei deutlich machen, dass Sie als Hausmann in der Vergangenheit die Kindesbetreuung ohne Grund zu Beanstandungen geleistet haben. Das, und nur das ist wichtig, so dass Sie weiter deutlich machen sollten, dass die Kinder bei Ihnen gut versorgt sind und ihr gewohntes Umfeld behalten würden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle



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