Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auszahlung des Anteils einer Eigentumswohnung im Trennungsfall

17.10.2011 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Sehr gehrter Herr Anwalt,

ich überlege mir schon seit längerer Zeit mich von meiner Frau zu trennen und habe einige Fragen dazu:

1. Wir haben zusammen eine 3 Zimmer Wohnung mit 65 qm gekauft in der wir mit unseren zwei Kindern (4+7 Jahre)in München wohnen. Die Wohnung gehört uns jeweils zu 50%.
Meine Frau hat zusammen mit zwei Geschwistern ein Haus mit Grundstück in Frankfurt geerbt das sie zunächst vermieten und wahrscheinlich später verkaufen will.
Ihr Anteil an dem Erbe würde nach der Erbschaftssteuer und der Teilung durch drei ungefähr 500 000,00 Euro betragen, also ein Betrag mit dem man auch in München eine Vierzimmerwohnung bezahlen könnte.
Wäre sie im Fall einer Trennung (nicht Scheidung) verpflichtet mir meinen Anteil an meiner 3 Zimmer Wohnung auszuzahlen?
Also müsste sie dann ihr Erbe verkaufen um mich auzuzahlen damit ich nicht wieder in eine Mietwohnung ziehen muss und wäre sie auch dann gezwungen das Haus zu verkaufen um mich auszuzahlen wenn die anderen Erben (ihre Geschwister) dieses Haus nicht verkaufen wollen sollten?
Oder wäre sie nur dazu verpflichtet wenn wir uns scheiden lassen würden?
Und wenn ja wie schnell?

2. Meine Frau und ich arbeiten teilzeit und kümmern uns wechselseitig um die Kinder. Meine Frau ist an 3 Tagen zu hause, ich an 2 Tagen.
Wie sind die Chancen für mich, daß (eventuell abwechselnd) ein Kind bei mir und Eins bei ihr wohnen könnte, wenn ich eine 2 Zimmer Wohnung hätte?

3.
Ist es grundsätzlich so, daß Derjenige an den Anderen Unterhalt zahlen muss der mehr verdient?
Welchen Betrag müsste ich für die Kinder zahlen und müsste ich auch Unterhalt an meine Frau zahlen wenn sie mehr verdienen würde als ich?
Mein Verdienst ist momentan etwas höher als ihrer (circa 1820,00 Euro Netteo incl. Kindergeld)da ich 29 Stunden in der Woche arbeite und sie nur 24 Stunden.

4.Könnte ich den Unterhalt den ich an sie möglicherweise zahlen muss selbst ausrechnen?

5. Gelten die gleichen Regeln der Unterhaltszahlungen im Tennungs- wie im Scheidungsfall?

6. Meine Frau und ich haben keinen speziellen Ehevertrag. Somit gilt glaube ich die sogenannte Zugewinngemeinschaft. Heißt das, dass ein Teil des Geldes das sie erbt mir zusteht? Ich vermute nein.

Vielen Dank im vorraus.
Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Eine Pflicht zur Mitwirkung der Ehepartner an einer Auseinandersetzung des Vermögens nach der Trennung besteht nicht. D.h. auch im Hinblick darauf, dass Ihre Ehefrau ein Erbe mit einem Wert in Höhe von EUR 500.000,- angetreten hat und sie daher theoretisch in der Lage ist, Ihr hälftiges Eigentum an der Wohnung gegen Zahlung des entsprechenden Wertes zu übernehmen, verpflichtet sie hierzu nicht. Vielmehr setzt die Eigentumsübertragung gegen eine Ausgleichszahlung eine Einigung zwischen Ihnen und Ihrer Ehefrau voraus und zwar unabhängig davon, ob Ihre Ehefrau sich als Miterbin mit ihren Geschwistern auseinandergesetzt hat oder nicht. Dies gilt auch im Falle der Scheidung. Falls sich Ihre Ehefrau damit einverstanden erklärt, Ihren Miteigentumsanteil gegen Zahlung der Summe xxx zu übernehmen und Sie die Wohnung trotz des Alleineigentums der Ehefrau weiter bewohnen wollen, müßte eine entsprechende Nutzungsvereinbarung getroffen werden. Kommt zwischen Ihnen und Ihrer Ehefrau keine Einigung hinsichtlich der gemeinsamen Wohnung zustande, kann die Teilung gem. § 753 BGB, §§ 180 ff. ZVG durch eine Teilungsversteigerung erfolgen.

Der von Ihnen gewünschte blockweise Aufenthalt der Kinder bei jeweils einem Elternteil (sog. "Wechselmodell") wird eine Einigung mit der Kindesmutter voraussetzen, wobei der Umstand, dass Sie eine 2-Zimmerwohnung bewohnen dem nicht grundsätzlich entgegenstehen muss. Vorsorglich weise ich darauf hin, dass das Betreuungs-Wechselmodell die Bereitschaft und Fähigkeit der Eltern voraussetzt, miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren. Gegen den Willen eines Elternteils kann ein Betreuungs-Wechselmodell nicht familiengerichtlich angeordnet werden.

Nachdem Sie und Ihre Ehefrau berufstätig sind, wird sich der Ehegattenunterhalt in Höhe von 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen beider Ehegatten errechnen. Praktisch zahlt derjenige Ehepartner Unterhalt, der das höhere Einkommen erzielt.
Bei einen unterhaltsrechtlich relevanten Einkommen ohne das Kindergeld in Höhe von EUR 1.452,- beträgt der Unterhalt für das 4-jährige Kind nach Anrechnung des hälftigen Kindergeldes EUR 225,- und für das für das 7 –jährige Kind EUR 272,-. Falls Ihre Ehefrau ein höheres monatliches Einkommen als Sie hat, werden Sie ihr keinen Unterhalt zahlen müssen. Die Unterhaltsbeträge können von den Parteien selbst ausgerechnet werden. Der Trennungsunterhaltsanspruch ist nicht identisch mit dem Ehegattenunterhaltsanspruch. Zwar richtet sich die Berechnung für den Fall, dass beide Eheleute Einkommen erzielen jeweils nach der 3/7 –Methode, Unterschiede bestehen jedoch u.a. im Hinblick auf die Erwerbsobliegenheit.

Gemäß § 1374 Abs. 2 BGB wird das Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen erwirbt, dem Anfangsvermögen hinzugerechnet. Dies hat zur Folge, dass lediglich die Wertsteigerung der Erbschaft Ihrer Ehefrau während der Ehe ausgleichspflichtig sein wird.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
J. Petry-Berger
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68649 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Dr. Hoffmeyer konnte mir klar direkt und deutlich meine Frage beantworten und mir auch Tipps für weitere Schritte geben. Sehr nett und empfehlenswert ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Auch wenn mir die Antwort vom Ergebnis nicht gefällt wurde sie schnell und kompetent beantwortet. ...
FRAGESTELLER