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Aufwandsentschädigung beim Maklervertrag - Darf der Makler die genannten Kosten einfach so berechnen

| 16.11.2010 19:29 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Folgender Sachverhalt:

Frau B unterzeichnet am 3.8.2010 im Büro des Maklers H einen Makler-Allein-Auftrag mit einer Laufzeit von 1 Jahr für Ihr EFH incl Acker (Alleineigentümerin). Im Termin zur Unterzeichnung wird erwähnt, dass erst am folgenden Wochenende noch mal ein Familienrat stattfinden soll, in dem über den Verkauf des Hauses endgültig entschieden werden soll. Die Unterschrift unter dem Maklerauftrag macht Frau B, weil sie denkt, dass für alle Verträge, die ein Vertraucher abschliesst ein Widerrufsrecht gilt und sie somit im Fall des Falles den Vertrag nach dem Gespräch am Wochenende ja widerufen könnte. Im Familienrat erklären sich die Kinder bereit das Haus zu übernehmen u.a. deshalb, weil gem Maklervertrag das Haus für 16-25 TEUR in ihren Augen verschleudert werden soll). Frau B formuliert einen Widerruf und wirft ihn am 16.8.2010 persönlich in den Briefkasten des Maklers. Dieser informiert daraufhin Frau B telefonisch, dass es bei Maklerverträgen kein Widerrufsrecht gibt, was eine daraufhin erfolgte Recherche der Frau B im Internet bestätigt.
Der Makler stellt am 4.10.2010 aufgrund folgender Passage im Maklervertrag Aufwendungsersatz in Rechnung:

6.Aufwendungsersatz: Der Auftraggeber ist verpflichtet, dem Makler die Aufwendungen zu ersetzen, wenn er während der Auftragslaufzeit seine Verkaufsabsicht aufgibt, das Objket an einen eigenen Interessenten verkauft, mit Interessenten des Maklers nicht verhandelt oder die Durchführung des Auftrages durch Änderung der Angebotsbedingungen oder auf sonstige weise erschwert.
Der Aufwendungsersatz wird mit dem Tage der Auftragsbeendigung fällig. Sofern der Auftraggeber die vereinbarte Maklergebühr zu bezahlen hat, wird ein etwa geleisteter Aufwendungsersatz voll angerechnet.

7. Berechnung des Aufwandes: a.) Inserats-und Prospektkosten, Internetaufbereitungs,Zeitaufwand – und Präsentationskosten, Porti Telefonate u.a.m., sind auf Nachweis abzurechnen.
b.) Für Reise- und Pkw-Kosten gelten die nach der Einkommenssteuer zulässigen Ansätze

Folgende Rechnung wird gestellt (Beträge netto in EUR)
Prospektkosten 99,70
Internetaufbereitung und Präsentation 30,00
Telefonpauschale 5,00
6 Fahrten zum Objekt 50,40
Objektaufnahme, Photos und
Beratungsgespräche 4,5 Std Satz/EUR 62,00 = 279,00
Grundriss-Skizze anfertigen 62,00
Objektbesichtigungen 4x 0,5Std Satz/EUR 62,00 = 124,00
Inserat 6,96
Akt. Grundbuchauszug beschaffen 15,00
Werbung anbringen 20,00
----------
692,06

Bis auf die Inseratskosten wurde nichts nachgewiesen. Es bestehen erheblich Zweifel an der Richtigkeit der Kosten, weil: Frau B hat nie ein Prospekt oder eine Grundriss-Skizze gesehen, ein Grundbuchauszug wurde dem Makler im Original von Frau B zur Verfügung gestellt. Bis zum Widerruf hat der Makler 1 Stunde das Objekt besichtigt und 1 Stunde bei Vertragsunterzeichnung im Büro. Erst nach dem Widerruf, als Frau B ihren Grundbuchauszug und die Schlüssel abholen wollte, war sie noch zweimal beim Makler, wo dieser versucht hat, sie zu einem Verkauf zu bewegen und dazu in die Flurkarte eingezeichnet hat, wie Frau B das Grundstück vermessen lassen könnte, damit es mehr Interessenten gibt. Anhand der wenig Fußspuren im Objekt haben max. 2 Besichtigungen stattgefunden (eine Mitteilung das oder wieviele Interessenten vorhanden sind ist nicht an Frau B erfolgt).
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass die für den erfolgreichen Verkauf vereinbarte Maklergebühr 900 EUR zzgl Mwst beträgt. Auch vor diesem Hintergrund erscheinen mir die abgerechneten Kosten für die 10 Tage bis zum Widerruf sehr hoch.

Meine Fragen:

Darf der Makler die genannten Kosten einfach so berechnen, oder muß er für alle Nachweise vorlegen? Falls ja, in welcher Form (insbesondere beim Beratungsaufwand und Objektbesichtigungen) haben die Nachweise zu erfolgen?

Gibt es eine andere Möglichkeit um diesen Maklervertrag zu beenden (ohne Kosten)?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes gerne wie folgt beantworte:

Hinsichtlich des Widerrufs kann ich mich Ihren Ausführungen nur anschließen, es gibt kein generelles Widerrufsrecht bei Verträgen, auch nicht für Verbraucher.
Das Kündigungsrecht richtet sich grundsätzlich nach dem von Ihnen unterzeichneten Vertrag, wenn dort nichts bestimmt ist können Sie jederzeit kündigen.

Dieses Kündigungsrecht hilft Ihnen jedoch nicht bzgl. der oben erwähnten Aufwendungsersatzansprüche. Diese beziehen sich ja auf die Aufwendungen die während der Vertragslaufzeit entstanden sind.

Hinsichtlich der Aufwendungsansprüche eines Maklers gilt: Diese sind nur zu ersetzen wenn sie
a) im Vertrag vereinbart waren und
b) soweit sie sich auf den tatsächlichen Aufwand im Rahmen des konkreten Auftrags beziehen.

Mit anderen Worten: Der Makler hat nur einen Anspruch insoweit es sich um tatsächliche Aufwendungen handelt, es darf also z.B. kein verkappte Vertragsstrafe wegen Beendigung des Vertrages sein.

Daher hat der Makler natürlich die oben aufgeführten Kosten konkret nachzuweisen (!) und nicht lediglich zu behaupten. Wenn der Makler mehrere Besichtigungen geltend macht, dann sollten Sie Namen, Adressen und Zeitpunkt der Besichtigung der angeblichen Interessenten von dem Makler erfragen.
Ansonsten sollten Sie nur die vom Makler konkret nachgewiesen Kosten ersetzen und die Zahlung der sonstigen Ansprüche ablehnen.

Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann.
Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen helfen und bedanke mich für eine positive Bewertung.


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


Bewertung des Fragestellers 21.11.2010 | 17:56

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