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Auf welche Weise lässt sich die Steuerschuld (Erbschaft) reduzieren?

| 01.01.2012 14:27 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Auf welche Weise lässt sich die Steuerschuld (Erbschaft) reduzieren?

Mein Bruder ist 65 Jahre alt und lediglich. Er möchte sein Haus, welches auch mein Elternhaus ist bzw. war, im Todesfall einem meiner beiden Söhne (volljährig) hinterlassen. Außer meiner selbst gibt es für meinen Bruder keine Verwandten, ersten oder zweiten Grades oder Personen, die pflichteilberechtigt sind. Es bestehen auch keine rechtlichen Verpflichtungen gegenüber seiner Lebenspartnerin. Das Haus hat nach meiner Schätzung einen Verkehrswert von etwa 120.000 ?. Mein Bruder scheint auch bereit zu sein, sein Haus schon zu Lebzeiten auf den jüngeren meiner beiden Söhne als Schenkung übertragen und sich mit einem Recht auf Nießbrauch (mit entsprechendem Vorbehalt im Schenkungsvertrag) zufriedenzugeben. Außerdem ist er nicht festgelegt darauf, dass nur einem meinen beiden Söhnen das Haus als Schenkung oder Erbschaft zugesprochen wird. Um die anfallenden Steuerschuld bei Schenkung oder Erbschaft zu reduzieren, erwäge ich, meinem Bruder vorzuschlagen, sein Haus als Schenkung (mit der Auflage Nießbrauch) auf den jüngeren meiner Söhne (dieser hat selbst bereits drei Kinder) zu übertragen, und zwar beschwert mit dem Vermächtnis, dass die Hälfte des Vermögenswertes des Hauses der ältere meiner Söhne erhält. Nach dem Vollzug dieses Vermächtnisses könnte dann (ohne dass zuvor eine vertragliche Vereinbarung getroffen worden ist) der ältere Sohn die aufgrund des Vermächtnisses erhaltene Geldsumme als Schenkung an seinen jüngeren Bruder zurückgeben.

Meine Frage ist nun, ist dieser Ablauf rechtlich zulässig und ist dies beste Regelung im Hinblick darauf, die Steuerschuld auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworten darf.

Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Ausführungen lediglich eine erste rechtliche Einschätzung auf Grundlage Ihrer Angaben und des ausgelobten Einsatzes darstellen.

Ich beziehe mich zunächst auf ihre Fragestellung auf das Vermächtnis nach dem Tod Ihres Bruders, der das Haus mit einem Verkehrswert i.H.v. ca 120 000 Euro auf einen Ihrer Söhne übertragen möchte.

Generell gilt hier, wenn eine größere Erbschaft gemacht wurde oder vom Erblasser mit einem Vermächtnis bedacht wurde, dass das Finanzamt hier ein reges Interesse zeigt und über den Vorgang bescheid wissen möchte.
Denn jeder der einmal aus einer Erbschaft etwas erwirbt, in diesem Falle egal ob als Erbe, Vermächtnisnehmer, Pflichtteilberechtigter oder Begünstigter einer Erbauflage, unterliegt der Steuerpflicht nach den Bestimmungen des Erbschaftsteuer- und Schenkungsgesetz.
Die Steuerschuld fällt nach dem Tode des Erblasser für den oder die Erben an. Das Finanzamt erfährt in Regel umgehend von einem möglichen Sterbefall, wo ein Erbe hinterlassen wird.

Denn die Nachlassgerichte, sonstige Behörden so wie auch Banken obliegen der Meldepflicht, sobakd ein Sterbefall bekannt wurde. Die Höhe der an das Finanzamt zu entrichtenden Steuer, bemisst sich immer nach dem Wert der Erbschaft. Hier spielt auch die Zugehörigkeit des Bedachten zu einer der drei gesetzlich vorgesehenen Steuerklassen eine Rolle. Mildernd wirken sich hier die gesetzlich festgelegten Steuerfreibeträge aus.

Im Erbschaftsrecht gibt es eine ganz einfache Formel. Dank günstiger Steuersätze und höherer Freibeträge ist der Grundsatz vorhanden, dass man verhältnismäßig weniger Steuern entrichten muss, je näher man mit dem Erblasser verwandt war.
In der günstigsten Steuerklasse 1 fallen der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, Kinder, Stiefkinder, Enkel und Großeltern.
Auch Eltern und Großeltern des Erblassers zählen hierzu. Die Steuerklasse sieht die Geschwister, Nichten, Neffen, Stiefeltern, Schwiegereltern, aber auch geschiedene Partner des Erblassers vor. Die letzte Steuerklasse 3 gilf für alle übrigen Personen, die nicht in den ersten beiden Steuerklassen bedacht wurden.
In diesem Fale u.a. Cousins, Cousinen, Großnichten, Großneffen, und alle anderen Personen die nicht mit dem Erblasser verwandt waren.
So werden in der Steuerklasse 1 für einen steuerpflichtigen Erwerb bis einschließlich 300 000 Euro 11%, in der zweiten Steuerklassen 20% und in der dritten Steuerklasen 30% Steuern fällig.

Damit die Höhe des zu versteuernden Erwebs ermittelt werden kann, müssen zunächst sämtliche Gegenstände die sich auf Vermögen auswirklen und einem zugewandt wurden, zum Todeszeitpunkt bewertet werden. Bei Barvermögen stellt dieses grundsätzlich keine Schwierigkeit da.
Bebaute Grundstücke werden jedoch nicht mehr wie in der Vergangenheit, nach dem niedrigen Einheitswerten taxiert. Hier wird grundsätzlich der aktuelle Verkehrswert für die Berechnung der Steuern zugrunde gelegt werden. Der Wert von bebauten Grundstücken wird nach dem <a href="http://dejure.org/gesetze/BewG/182.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 182 BewG: Bewertung der bebauten Grundstücke">§ 182 BewG</a> nach dem Vergleichswertverfahren, dem Ertragswertverfahren oder dem Sachwertverfahren ermittelt.

Von dem ermittelten Nachlasswert sind dann zur Ermittlung für nden zu der Besteuerung zugrundeliegenden Nettowertes das erlangte Vermögens sämtliche Nachlassverbindlichkeiten abzuziehen. Denn nur soweit bei dem Begünstigten eine tatsächliche Bereicherung vorliegt, soll eine Besteuerung stattfinden. Als abzuziehende Nachlassverbindlichkeiten zählen u.a. alle Schulden die der Erblasser hatte und die von den Erben übernommen werden müssen, Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen und Auflagen, aber auch geltend gemachte Pflichtteils-und Erbersatzabsprüche von Dritten, so wie die Koszen der Beerdigung und Grabpflegekosten.

Von der Besteuerung werden dann auch noch die sogenannten Freibeträge ausgenommen. Für Personen aus der Steuerklasse 2, also die Neffen beträgt der Steuerfreibetrag 20,000 Euro. Wichtig ist hier zu wissen, dass diese Freibeträge alle zehn Jahre genutzt werden können. Denn nach dem Schenkung-und Erbschaftsteuer nahezu identisch sind, kann man durch ein geschicktes Ausnutzen von Freibeträgen sein Vermögen möglichst schonend auf die Generation übertragen zu können.


Zieht man den Gedanken in Erwägung, durch eine Schenkung zu Lebzeiten des Erblassers die Erbschaftssteuer für die Zukunft vermeiden zu können oder diese zumindest zu reduzieren, muss ich Ihnen hier aus juristischer Sicht mitteilen, dass hier immer bedacht werden sollte, dass Schenkungen Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Wenn einmal ein Vermögenswert durch eine Schenkung übertragen worden, so kann dieser Vorgang grundsätzlich nicht mehr rückgängig gemacht werden, auch wenn sich hier mit der Schenkung verbundene Erwartungen nicht erfüllen. So kam es, nur um einmal ein Beispiel anzuführen, in der Vergangenheit vor, dass Eltern nach der schenkweisen Übertragung einer Immobilie an den eigenen Sohn, mit einer gleichzeitigen Vereinbarung für ein lebenslanges Wohnrecht in dem Anwesen zu Gunsten der Eltern, die rechtlichen Interessen eines Anwalts in Anspruch nehmen mussten, um die Mitbenutzung des Gartens oder die dauerhafte Versorgung des Strom sicher stellen zu können.


Es sollte daher bei lebzeitigen Schenkungen nicht alleine der Fokus auf den Steuerersparnissen liegen. Weiter kann es bei der vorzeitigen Übertragung von Immobilien je nach Einkommen und Steuerbelastungen wie von Ihnen angesprochen, sinnvoll sein, eine Leibrente oder einen Nißbrauch zu vereinbaren.

Bei einer Schenkung im Jahr 2012 mit einem Verkehrswert von 120 000 Euro an den Neffen Ihres Bruders, wäre der Steuerwert 108000 Euro und nach Steuerklasse 2 zu bewerten. Abzüglich des Freibetrages von 20 000 Euro wäre der zu versteuernde Betrag 88,000 Euro, was bei einer Schenkungssteuer von 20 % 17600 Euro Steuer an das zuständige Finanzamt wären. Weitere Verringerungen der zu zahlenden Steuer können hier aus der Ferne ohne Durchsicht der Unterlagen nicht beurteilt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner ersten Einschätzung weiterhelfen, und wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2012.


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
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übermittelten Informationen zu geben. <!--dejureok-->

Bewertung des Fragestellers 03.01.2012 | 08:55

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"Die Ausführungen des Anwalts bestanden größtenteils aus allgemeinen Informationen über das Erbrecht. Meine Anfrage hat aber erkennen lassen, dass mir diese Bestimmungen bzw. Regelungen bereits bekannt waren. Auf meine am Ende meiner Darlegungen gestellten Frage habe ich keine Anwort erhalten. Die Ausführungen des Anwalts haben mir also überhaupt nicht weitergeholfen. Nach dieser negativen Erfahrung werde ich mich zukünftig wohl nicht mehr an "Frag-einen-Anwalt" mit Rechtfragen wenden."
Stellungnahme vom Anwalt:
Dem Ratsuchenden wurden hier eine Beratung für einen Beratungsbetrag i.H.v. 50,00 Euro, von dem ca. 26 Euro netto verblieben ausführlich gestaltet. Der Fragesteller hat zu dem nicht die kostenlose Nachfrageoption benutzt, die Ihn berechtigt eine Nachfrage zu stellen. Jedoch war eine genauere Beurteilung des Falles am Ende, wie Ihn der Fragesteller schildert ohne weitere Kenntnis der Lage nicht möglich.