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Arbeiten im den VAE / Versteuerung Gehalt in Deutschland

29.01.2019 13:12 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Vermeidung der Doppelbesteuerung nach dem DBA Vereinigte Arabische Emirate bei Einkünften aus VAE und Wohnsitz in Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin deutscher Staatsangehöriger und mir liegt jetzt ein Jobangebot aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Abu Dhabi) vor, welches auf mind. 2 Jahre befristet ist mit der Möglichkeit auf Verlängerung.

Das entsprechende Unternehmen hat sich bei mir direkt gemeldet und als sogenannter Sponsor auch die Arbeit und Aufwendungen für Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung übernommen; dazu die Eröffnung eines Kontos in Dubai und weiteres. Der Vertrag ist ein Direktvertrag mit dem Unternehmen in Dubai (also keine Entsendung von einem deutschen Unternehmen und auch keine Anstellung bei einem deutschen Unternehmen).
Als deutscher Staatsangehöriger habe ich meinen Wohnsitz immer in Deutschland gehabt und war natürlich auch immer den deutschen Steuergesetzen untergeben. Alles gut soweit.

Wie verhält es sich jetzt mit der deutschen Steuergesetzgebung bei Zugrundelegung folgender Fakten, wenn ich meine Position in Abu Dhabi antrete?
1. Ich bleibe deutscher Staatsangehöriger, lebe und arbeite aber zu mind. 85% des Jahres in Abu Dhabi. Meine Aufenthalte in Deutschland werden für einen Zeitraum von mind. 2 Jahren sehr begrenzt sein (summa summarum ca. 40 Arbeitstage pro Jahr)
2. Ich habe KEIN Einkommen aus Deutschland, sondern nur vom Arbeitgeber in den VAE.
3. Ich habe keine sonstigen Einkünfte (Miete etc.)
4. Meine Mietwohnung behalte ich in Deutschland, da meine Frau in Deutschland noch berufstätig ist.
5. Unser Sohn (35 J.) lebt und arbeitet auch in Deutschland, aber wohnt nicht mehr bei den Eltern
6. Ein Teil des Gehalts wird auf mein Konto in Deutschland überwiesen.
7. Ich habe einen Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen aus den VAE, also keine Entsendung und/oder ein Arbeitsverhältnis mit einem deutschen Unternehmen in den VAE.
8. Nach jetziger Erkenntnis ist die 183-Regel von nicht so großer Bedeutung für mich.
9. Mit den Abläufen bei Bank, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung ist bereits alles geklärt.

Ich habe mich über die doch sehr hohen Einkommens-/Lohnsteuer informiert, welche bei einer ähnlichen Position in Deutschland anfallen.

Gibt es LEGALE Wege, diese zu vermeiden, wenn ich in Abu Dhabi arbeite und von dort mein Gehalt beziehe?
Vielen Dank für Ihre Ratschläge und Informationen.

Mit freundlichen Grüßen



29.01.2019 | 15:30

Antwort

von


(58)
Tackheide 74a
47804 Krefeld
Tel: 02151 4467408
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen und des Einsatzes für die Ersteinschätzung verbindlich wie folgt beantworten:

Da sich Ihr Familienwohnsitz weiterhin in Deutschland befindet, sind Sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Es gilt daher das Welteinkommensprinzip, so dass die Einkünfte aus VAE in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig sind.


Gem. Art. 14 DBA VEA Vorbehaltlich der Artikel 15, 17 und 18 können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person aus unselbständiger Arbeit bezieht, vorbehaltlich der Artikel 15, 17 und 18 nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat ausgeübt. 2 Wird die Arbeit dort ausgeübt, so können die dafür bezogenen Vergütungen im anderen Staat besteuert werden.

Hiernach steht das Besteuerungsrecht den VAE als Tätigkeitsstaat zu.

Grundsätzlich liegt damit eine Doppelbesteuerung vor.

Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung sieht Art. 22 DBA VAE nicht mehr die Freistellungs-, sondern nur noch die Anrechnungsmethode vor.

Das bedeutet, dass Ihre Einkünfte in Deutschland voll versteuert werden und die auf diese Einkünfte entfallende Steuer auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet wird. Soweit in den VAE keine Steuer anfällt, geht die Anrechnungsmethode daher ins Leere. Im Endergebnis werden die Einkünfte so besteuert, als hätten Sie die Einkünfte hier bezogen.

Bei diesen Ausführungen gehe ich davon aus, dass Sie in den VAE nicht ansässig im Sinne des Art. 4 DBA VAE sind. Voraussetzung hierfür wäre neben einem Wohnsitz in den VAE auch der Besitz der Staatsangehörigkeit der VAE, wovon ich nicht ausgehe.

Ich sehe leider keine Möglichkeit, der Besteuerung zu entgehen. Hierfür müsste der Wohnsitz in Deutschland aufgegeben werden, was vermutlich nicht durchführbar ist. Ich mache mir hierzu aber noch weitere Gedanken und komme bis heute Abend auf die Angelegenheit zurück.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht


Rechtsanwalt Franz Meyer

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2019 | 13:27

Sehr geehrter Herr Meyer,

vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten und Kommentare.

Eine letzte (Nach) Frage gibt es doch. Sie erwähnen, dass zur Vermeidung der hohen Besteuerung in Deutschland bei einem Arbeitsverhältnis in den VAE es nötig ist, den Wohnsitz in die VAE zu verlegen.

Beträfe dies nur meine Person?

Oder betrifft das auch meine Frau - müsste also ebenfalls umziehen?

Einen Wohnsitzwechsel in die VAE bedeutet aber keinen Wechsel der Staatsangehörigkeit?

Im Falle eines Wohnsitzwechsels wären also keinerlei Steuern in Deutschland zu entrichten (als deutscher Staatsbürger angestellt bei einem VAE Unternehmen mit Wohnsitz im den VAE?

Vielen Dank für Ihre kurzen und bündigen Antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.01.2019 | 16:47

Sehr geehrter Herr Fragesteller, ich habe nicht ausgeführt, dass Sie Ihren Wohnsitz in die VAE verlegen müssen, sondern in Detuschland aufgeben müssen. Das Problem ist das seit 2011 geltende DBA Deutschland mit den VAE. Es kommt darauf an, den Wohnsitz in einem Staat zu begründen, dessen DBA nicht die Anrechnungsmethode, sondern, die Freistellungsmethode vorsieht. Im Ergebnis würden Sie natürliich einen Wohnsitz in den VAE begründen, da Sie sich dort ohnehin aufhalten. Die Wohnsitzaufgabe durch Sie allein würde rechtlich ausreichen. Aber Ihr Wohnsitz besteht ja gerade deshalb weiterhin in Deutschland, weil hier der Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen ist. Und das wird gerade festgemacht an dem Wohnsitz der Ehefrau und der gemeinsamen Wohnung. Wenn Sie die Wohnung komplett aufgeben und untervermeten würden, könnte sich je nach Fallgestaltung (Unterbringung Ihrer Ehefrau?) ein anderes Ergebnis ergeben.
Mir freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht

Ergänzung vom Anwalt 29.01.2019 | 21:55

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

zu meinem Bedauern muss ich Ihnen leider mitteilen, dass zur Vermeidung der hohen Besteuerung anscheinend nur die Möglichkeit zu besteht, den Wohnsitz in Deutschland aufzugeben.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht

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(58)

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