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Doppelbesteuerung Vietnam und Malaysien

| 27.10.2014 17:27 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Zusammenfassung: Besteuerung Arbeitnehmer nach DBA Malaysia und Vietnam, § 19 EStG

Mein Freund arbeitet für eine Ölfirma mit Sitz in Vietnam, seit Juli 2013. Jetzt wurde der Firmensitz nach Singapur verlegt, ca 10.10.14 und mein Freund hatte ab 20. Oktober seinen Arbeitsplatz in Malaysien. Obwohl er im Büro an Land arbeitet und nicht auf der Plattform selbst, zieht das Büropersonal immer mit der Plattform in das jeweilige Land mit.
Die Arbeitszeiten sind je 5 Wochen im Wechsel mit 5 Wochen frei, Reisetage fallen in die freie Zeit. Hauptwohnsitz ist in Deutschland.
Es besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den jeweiligen Ländern (Vietnam und Malaysien)

Nun meine Frage:
1. Muss mein Freund sein Einkommen in Deutschland nochmal versteuern wenn die Firma im jeweiligen Land die Steuern bezahlt? Wenn ja, wie hoch ist der Steuersatz in Deutschland in Prozent?

1a ) Muss das vietnamesische Einkommen bei der Steuererklärung angegeben werden in 2013, da mein Freund vorher in Deutschland tätig war?

2. Greift die 183 Tage Regelung auch bei einem Wechsel von Vietnam nach Malaysien?
Also: werden die Tage pro Land gerechnet und wären somit zuwenige, oder zusammengezählt, dann wäre er über den 183 Tagen?

Mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist ihr Freund aufgrund seines deutschen Wohnsitzes nach §§ 8f AO in Deutschland mit seinen gesamten Welteinkommen steuerpflichtig.
Zur Vermeidung von Doppelbesteuerung in zwei Ländern gibt es aber Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), die jeweils nur einem der beiden Länder ein Besteuerungsrecht zuweisen.

In Ihrem Fall bestimmt sich die Besteuerung nach den jeweiligen DBAs mit Vietnam bzw. Malaysia.

1. Malaysia

Für Malaysia sind die Art. 4 und 15 DBA Malaysia entscheidend. Demnach gilt Ihr Freund als in DE ansässig. Dies hat zur Folge, dass gem. Art. 15 DBA grundsätzlich dem Tätigkeitsstaat -sprich Malaysia- das Besteuerungsrecht zufällt. Die von Ihnen genannte 183 Tage-Regel greift nicht, da sie als weitere Tatbestandsvoraussetzung die Bezahlung durch einen inländischen deutschen Arbeitgeber voraussetzt. Nach Ihren Angaben handelt es sich aber um einen vietnamesischen bzw. malaysischen Arbeitgeber (Sitz der Gesellschaft). Das Besteuerungsrecht lag damit beim Tätigkeitsstaat Malaysia.

2. Vietnam

Für Vietnam gilt das dahingehende DBA Vietnam. Die Regelungen des dahingehend geltenden Art. 15 für unselbständige Arbeit sind inhaltlich identisch mit den o.g. Regelungen des DBA Malaysia. D.h., dass auch hier das Besteuerungsrecht beim Tätigkeitsstaat Vietnam liegt.

Das bei den beiden Tätigkeitsstaaten liegende Besteuerungsrecht bedeutet aber nicht, dass DE steuerlich überhaupt nicht partizipiert. Vielmehr gilt dahingehend für Vietnam Art. 23 II DBA Vietnam:

...
(2) Bei einer in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Person wird die Steuer wie folgt festgesetzt:

a)Die Einkünfte aus Vietnam sowie die dort gelegenen Vermögenswerte, die nach diesem Abkommen dort besteuert werden können, werden von der deutschen Steuer freigestellt, sofern nicht die Anrechnung nach Buchstabe b durchzuführen ist. Die Bundesrepublik Deutschland behält aber das Recht, die so freigestellten Einkünfte und Vermögenswerte bei der Festsetzung des Steuersatzes zu berücksichtigen.

D.h., dass die vietnamesischen Einkünfte in DE steuerfrei sind, aber im Rahmen des sog. Progressionsvorbehaltes vom deutschen Fiskus berücksichtigt werden dürfen(§ 32b EStG). Dieser erhöht aber nur den Steuersatz Ihrer sonstigen in DE erzielten Einkünfte ohne jedoch die vietnamesischen Einkünfte auch in die Bemessungsrundlage mit einzubeziehen.

Für Malaysia gilt gem. Art 23 I DBA Malaysia dasselbe.

Rechtsfolge daraus ist, dass Ihr Freund eine deutsche ESt-Erklärung unter Nennung seiner vietnamesischen und malaysischen Einkünfte abgeben muss. Diese Einkünfte spielen jedoch nur bei der Berechnung des Steuersatzes eine Rolle, gehen jedoch nicht in die Bemessungsgrundlage mit ein. Darüber hinaus wird Ihr Freund Steuererklärungen in Vietnam und Malaysia abgeben müssen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.11.2014 | 10:58

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