Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anforderungen an ein Arbeitszeugnis?

| 27.08.2013 17:26 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert werden, vollständig sein und der Wahrheit entsprechen. Der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber ggf. die Korrektur des Zeugnisses verlangen, wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden.

Sehr geehrter Anwalt,

ich habe nach 19 Jahren Betriebszugehörigkeit ein Zeugnis erhalten und möchte dies prüfen lassen. Ich war als Filialleiterin in einem Franchise-Unternehmen (Mode) angestellt und wurde wegen Krankheit aufgefordert einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Ich habe nun mein Zeugnis erhalten und möchte dies von Ihnen prüfen lassen, weil es nach all den Jahren und meiner Tätigkeit ein 1a Zeugnis sein muss. Hier das Zeugnis:


Frauxxxx geb.xxx war in der Zeit vom 25.09.1994 bis 31.12.1995 als Verkäuferin in unserer Verkaufsstelle in xxx tätig.

Ab dem 01.01.1996 setzten wir Frau xxx als Verkaufsassistentin im Verkausgebiet Süd-Ost ein.

Während dieser Zeit nahm sie an zentralen Schulungen zu den Themen Waren- und Verkaufskunde, Mitarbeiterführung, Verkaufsstellenadministration sowie Dekoration teil.

zu ihren wesentlichen Aufgaben gehörten:

- Verkaufen der Handelsware in allen Abteilungen
- Verkaufsraumgestaltung laut jeweils gültiger Vorgabe
- Instandhaltung der Verkaufsstelle
- Kassentätigkeiten, einschließlich Kassenabschluss
- Durchführung und Kontrolle sämtlicher Warenbewegungen
- Personaleinsatz- und Kostenplanung
- Auswertung aller verfügbaren Statistiken
- Vertretung von Verkaufsstellenleitern bei Abwesenheit

Aufgrund ihrer stets guten Leistungen übertrugen wir Frau xxx ab dem 01.06.1996 die Leitung unserer Verkaufsstelle in xxx.

Ihr Arbeitsgebiet als Verkaufsstellenverwalterin umfasste zusätzlich nachstehende Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche:

- Verantwortung für das Erreichen vereinbarter Ziele hinsichtlich Umsatz, Schwundminimierung und Servicebereitschaft aller Mitarbeiter
- Durchsetzen und Aufrechterhalten einer übersichtlichen und sauberen Gestaltung der gesamten Verkaufsstelle
- Verantwortung für kurz- und mittelfristige Personaleinsatzplanung unter Berücksichtigung von Arbeitsanfall und Budgetvorgaben
- Ausbildung, Information und Motivation aller Mitarbeiter in verkaustechnischen und administrativen Dingen

Wir haben Frau xxx als eine jederzeit einsatzbereite und belastbare Mitarbeiterin kennen gelernt, die alle an sie gestellten Aufagaben stets selbstständig und immer zu unserer vollen Zufriedenheit erledigte.

Sie verfügte stets über über ein gutes und jederzeit fundiertes Fachwissen, dass sie in allen Tätigkeitsdbereichen fortwährend erfolgreich einsetzte.

An dieser Stelle möchten wir nur der Formm halber erwähnen, dass Frau xxx stets pünktlich und ehrlich war.

Ihrt Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war einwandfrei.

Zusammenfassend können wir Frau xxx als eine stets fleißige und leistungsfähige Mitarbeiterin beurteilen, die ihre Aufgaben immer zügig mit guter Arbeitsqualität erfüllte.

Frau xxx schied am 31.07.2013 aus unserem Unternehmen aus. Wir wünschen ihr für die Zukunft privat uznd beruflich alles gute.

Ich bitte hiermit um die die Umformulierung auf ein Zeugnis mit der Note 1a.

Wie lange habe ich Zeit, das Zeugnis neu anzufordern, mit meinen Wünschen?

Vielen Dank

Mit freundlichem Gruß



-- Einsatz geändert am 27.08.2013 17:30:21

-- Einsatz geändert am 27.08.2013 17:34:52

Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann sich die rechtliche Beurteilung u. U. noch erheblich verändern.

Vor der eigentlichen Bewertung des Zeugnisses möchte ich auf die wesentlichen Grundsätze hinweisen. Dies soll Ihnen helfen, die Bewertung und das weitere Vorgehen besser zu verstehen.

Beurteilungsmaßstab für das Zeugnis sind im wesentlichen die Leistung und Qualifikation sowie das Verhalten des Mitarbeiters. Die Betriebszugehörigkeit ist dagegen nur von geringerer Bedeutung.

Ein Zeugnis ist vom Arbeitgeber zwar wohlwollend zu formulieren, muss aber natürlich der Wahrheit entsprechen. Es ist unzulässig, aus einem katastrophalen Mitarbeiter im Nachhinein einen Einserkandidaten zu machen, um ihn quasi weg zu loben. Eine Korrektur kann daher grundsätzlich nur dann verlangt werden, wenn es inhaltliche Fehler gibt, eine Leistung nachweislich zu schlecht beurteilt wurde oder wenn etwas missverständlich ausgedrückt wurde. Ebenso können Formmängel oder Rechtschreiber gerügt und korrigiert verlangt werden. Einen Anspruch auf eine bestimmte Note gibt dagegen es nicht. Es kann nur eine sachliche, objektive und korrekte Bewertung verlangt werden.

Es gibt keine gesetzliche Frist, innerhalb derer die Korrektur verlangt werden muss. Dennoch sollte die Korrektur möglichst zeitnah nach der Aushändigung des Zeugnisses (ca. 2 Wochen) verlangt werden. Verweigert der Arbeitgeber eine berechtigte Korrektur, kann die Verbesserung notfalls sogar gerichtlich verlangt werden.

Dies vorangeschickt komme ich zur Beurteilung Ihres Zeugnisses.

Bitte prüfen Sie zuerst, ob das Zeugnis auf dem offiziellen Geschäftspapier verfasst und von dem richtigen Bearbeiter oder dem Firmeninhaber unterzeichnet wurde. Des weiteren sollten Sie prüfen, ob die angegebenen Daten sowie die ausgeübten Tätigkeiten richtig und vollständig sind. Darüber hinaus sollten Sie die Rechtschreibung und Grammatik des Originals prüfen. Diese Prüfungen sind im Rahmen dieser Online-Beratung nicht möglich.

Es wurde Ihre Werdegang im Unternehmen kurz wiedergegeben und die von Ihnen ausgeübten Tätigkeiten wurden benannt. Das scheint soweit in Ordnung.

Das Zeugnis entspricht derzeit der Note "gut".

Es gibt allerdings ein paar Punkte, in denen das Zeugnis meiner Meinung nach verbessert oder ergänzt werden sollte/könnte:

1. Das Zeugnis könnte mit einer kurzen Einleitung über das Unternehmen beginnen (Größe, Tätigkeit/Branche, regionale/überregionale Filialen). Eine solche Einleitung rundet das Bild ab. Zudem kann die Größe eines Betriebs in Verbindung mit den ausgeübten Tätigkeiten auch ein Indiz für Ihre Fähigkeiten und die übernommene Verantwortung sein. Die Einleitung sollte knapp gehalten werden und nicht als Selbstdarstellung oder "Schleichwerbung" des Arbeitgebers dienen.

2. "Während dieser Zeit nahm sie an zentralen Schulungen zu den Themen Waren- und Verkaufskunde, Mitarbeiterführung, Verkaufsstellenadministration sowie Dekoration teil."

Diese Formulierung halte ich für etwas missglückt. Während dieser Zeit ist sehr unbestimmt. Es wäre m. E. besser, hier konkrete Zeiträume zu benennen, wie z. B. "Im Januar 1996". Ferner sollte angegeben werden, wer die zentralen Schulungen durchgeführt hat (z. B. interne Schulungen des Betriebs, externe Schulungen durch XYZ"). Wurden die Schulungen mit Zertifikaten o. ä. beendet, so sollte auch das angegeben werden.

3. "Aufgrund ihrer stets guten Leistungen übertrugen wir Frau xxx ab dem 01.06.1996 die Leitung unserer Verkaufsstelle in xxx."

Bei einer sehr guten Note müsste es "aufgrund ihrer stets sehr guten Leistungen..." heißen.

4. "Wir haben Frau xxx als eine jederzeit einsatzbereite und belastbare Mitarbeiterin kennen gelernt, die alle an sie gestellten Aufagaben stets selbstständig und immer zu unserer vollen Zufriedenheit erledigte."

Diese Formulierung entspricht ebenfalls der Note gut. Für eine sehr gute Beurteilung könnte beispielsweise folgende Formulierung gewählt werden: "Wir haben Frau xxx als eine jederzeit einsatzbereite und äußerst belastbare Mitarbeiterin kennengelernt, die alle an sie gestellten Aufgaben auch bei großer Arbeitsbelastung stets zuverlässig, selbständig und immer zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigte".

Da Ihre Tätigkeit auch Organisations- und Koordinationsaufgaben umfasste, sollte auch dazu etwas gesagt wie z. B. "Besonders hervorzuheben sind die Fähigkeiten von Frau xxx, die ihr übertragenen Aufgaben im Bereich ABCD erfolgreich zu organisieren und zu koordinieren und damit einen reibungslosen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten".

5. "Sie verfügte stets über über ein gutes und jederzeit fundiertes Fachwissen, dass sie in allen Tätigkeitsdbereichen fortwährend erfolgreich einsetzte."

Für eine sehr gute Bewertung wäre die Formulierung "stets über ein sehr gutes und fundiertes Fachwissen" angezeigt.

6. "An dieser Stelle möchten wir nur der Formm halber erwähnen, dass Frau xxx stets pünktlich und ehrlich war.
Ihrt Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war einwandfrei."

Vor diese Absätze gehören Ausführungen zu Ihren Fähigkeiten in der Mitarbeiterführung. Da die Ausbildung der Mitarbeiter sowie die Einsatzplanung Teil Ihrer Aufgaben waren, sollte dazu unbedingt etwas gesagt werden. Führungsqualifikationen und Teamfähigkeit sind nach wie von nicht zu unterschätzender Bedeutung für künftige Arbeitgeber. Fehlt diese Beurteilung, könnte dies bedeuten, dass Sie diese Aufgaben nicht bewältigen konnten oder es ständig zu Problemen mit den anderen Mitarbeitern gab. Gleiches gilt für die getroffene Zielvereinbarungen (Umsatz, Schwundminimierung). Hier sollte erwähnt werden, dass vereinbarte Ziele von Ihnen immer erreicht wurden.

Darüber hinaus würde ich die beiden von Ihnen zitierten Absätze tauschen: Zuerst die Aussage zu Ihrem Verhalten gegenüber Vorgesetzen, Kollegen und Kunden, wobei hier die Formulierung "war stets einwandfrei" besser ist. Danach die Erwähnung der "Pflichttugenden" Pünktlichkeit und Ehrlichkeit.

Der Satz zur Pünktlichkeit und Ehrlichkeit ist sehr "unglücklich" formuliert. Ich würde hier eine Formulierung bevorzugen wie z. B. "Pünktlichkeit und Ordnung am Arbeitsplatz waren für Frau xxx jederzeit selbstverständlich genauso wie Ehrlichkeit und Loyalität gegenüber Vorgesetzten und Kollegen".

7. "Zusammenfassend können wir Frau xxx als eine stets fleißige und leistungsfähige Mitarbeiterin beurteilen, die ihre Aufgaben immer zügig mit guter Arbeitsqualität erfüllte."

Die Formulierung ist zwar nicht besonders schön, aber grundsätzlich nicht zu beanstanden und entspricht der Schulnote "gut". Eine bessere Formulierung wäre aus meiner Sicht z. B. "Frau xxx zeigte sich stets als fleißige, leistungsfähige und -bereite Mitarbeiterin, die die ihr übertragenen Aufgaben immer zügig, sachverständig und mit sehr guter Arbeitsqualität erledigte".

8. "Frau xxx schied am 31.07.2013 aus unserem Unternehmen aus. Wir wünschen ihr für die Zukunft privat uznd beruflich alles gute."

Der Grund des Ausscheidens muss nicht genannt werden. Wichtig ist, dass am Ende ein gewisses Bedauern über das Ausscheiden deutlich wird. Dies könnte hier noch etwas deutlicher zum Ausdruck kommen, z. B. "Frau xxx schied am 31.07.2013 aus unserem Unternehmen aus. Wir bedauern das Ausscheiden unserer langjährigen, geschätzten Mitarbeiterin und wünschen ihr für den weiteren Berufsweg sowie privat alles Gute."

Bitte haben Sie Verständnis, dass hier nur Formulierungsvorschläge angeboten werden können. Eine vollständige Umformulierung auf ein "1a-Zeugnis" ist im Rahmen einer Onlineberatung nicht möglich, da zuerst festgestellt werden müsste, ob ein Zeugnis mit dieser Bewertung verlangt werden kann. Ferner müssten die genauen Tätigkeiten bekannt sein, um z. B. Ausführungen zur Mitarbeiterführung oder Zielerreichung formulieren zu können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch mit meiner Antwort weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin




Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2013 | 12:20

Hallo,

vielen Dank für die sehr ausführliche und detaillierte Antwort. Ich habe noch eine Frage zur Formulierung über meine Tätigkeit als Ausbilderin der Auszubildenden. Hier mein Text über Führung im Anhang wollte ich dann noch die Ausbildertätigkeit:

Wir haben Frau xxx als eine jederzeit einsatzbereite und belastbare Mitarbeiterin kennen gelernt, die alle an sie gestellten Aufgaben auch bei großer Arbeitsbelastung stets zuverlässig, selbständig und immer zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigte. Als Führungskraft motivierte sie ihr Team jederzeit zu überdurchschnittlichen Leistungen und verstand es, das Team stets äußerst effizient und kollegial zu führen. Frau xxx war für unser Unternehmen sehr erfolgreich als Ausbilderin der Auszubildenden tätig.

Kann man das so formulieren.

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2013 | 13:14

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich denke, die von Ihnen gewählte Formulierung ist so in Ordnung.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 30.08.2013 | 12:20

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr kompetente und detaillierte Beratung. Sehr zu empfehlen.
Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 30.08.2013 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70830 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,4/5,0
Frage ausreichend beantwortet ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Jemand, der auf die Punkte eingeht. nicht kurz dafür inhaltvoll, nachvollziehbar erklärt. Gerne wieder! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Lembcke antwortet schnell, ausführlich und verständlich. Auch in der Nachfrage. Ich kann ihn sehr empfehlen. ...
FRAGESTELLER